Erkelenz-Keyenberg - Die nächste Umsiedlungswelle rollt an

Die nächste Umsiedlungswelle rollt an

Von: hewi
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Die Zukunft im Blick: Großen Zuspruch fand die Info-Veranstaltung zur Umsiedlung in der Keyenberger Sporthall. Professor Rolf Westerheide von der RWTH Aachen (am Rednerpult) zeigte varianten und Alternativen auf. Foto: Günter Passage

Erkelenz-Keyenberg. Am Ende konnte der Entwurf, um den so lange diskutiert und auch gestritten worden war, dann doch 242 grüne Punkte sammeln. Ihnen standen 27 ablehnende rote Klebepunkte gegenüber.

Mit einem so überzeugenden Ergebnis bei der mittlerweile zehnten Forum-Veranstaltung in der Keyenberger Mehrzweckhalle hatte der Städteplaner Professor Rolf Westerheide nicht gerechnet, wie er später betonte. Gemeinsam mit Uli Wildschütz hatte er eine Konsensvariante vorgestellt, in die bereits möglichst viele der Einlassungen aus der Bürgerschaft eingearbeitet worden waren.

Vorangegangen waren Diskussionen über den Standort der Orte innerhalb des gemeinsamen Standortes, die zumutbaren Fußwege eines Fußballvereins zu seiner Übungsstätte und das Für und Wider meterhoher Lärmwälle. Letztlich erklärten sich die Berverather bereit, ihren Standort zugunsten der Keyenberger aufzugeben und östlich des Grüngürtels zu siedeln. Die Keyenberger werden sich damit abfinden, dass ihre Fußballer gleich neben denen des SV Niersquelle trainieren, und die Schützen bekommen ihre Festwiese ohne Lärmschutzwall. Das Konzept, über das sich die Umsiedler schon früh geeinigt hatten, war das der gemeinschaftlichen Umsiedlung, wobei jedoch jeder Ort möglichst viel von seinem eigenständigen Charakter behalten soll.

So bestanden die Berverather zum Beispiel darauf, ihre Kapelle auch am neuen Standort zu behalten, wie Bürgerbeiratsmitglied Mario Schmitz noch einmal hervorhob. Als Ort der Erinnerung werde sie nicht nur den Berverathern dienen. Erschlossen wird das knapp 57 Hektar große Areal zwischen Borschemich (neu) und Rath-Anhoven über die B 57 über eine Ringstraße, die die einzelnen Ortsteile dann verbindet. Von der Ringstraße gehen Stichstraßen ab in die einzelnen Wohnquartiere. Die Orte sind kompakt angeordnet und besitzen klare Ortseingänge, worauf die Umsiedler Wert gelegt hatten. Lärmschutz wird es in Richtung der A 46 und der Bahnlinie geben.

Die Lage des Areals und die planerischen Möglichkeiten, die sich den Umsiedlern eröffneten, lobten Wildschütz und Westerheide. Dabei war angesichts des späteren Ergebnisses unter den Umsiedlern keine Werbung mehr nötig. Man will die Ungewissheit hinter sich lassen und sich auch innerlich endlich auf den Weg machen. Die Beteiligung war gegenüber den vorherigen Veranstaltungen in der Keyenberger Mehrzweckhalle groß. Ein Umstand, den auch Bürgermeister Peter Jansen positiv hervorhob.

Da „Entscheidungen von Dauer“ getroffen werden müssten, sei eine möglichst große Beteiligung wünschenswert. „Was jetzt entscheiden wird, hat auch für künftige Generationen Bestand“, erklärte er. Vertreter aus den einzelnen Ortschaften und Vereinen bekundeten ihre Zustimmung zu der sogenannten „Konsensvariante“. Thomas Portz, Mitglied des Bürgerbeirates und Vorsitzender des SV Niersquelle, wies auch auf die Synergien hin, von denen beide Sportvereine am neuen Standort profitieren könnten.

In den kommenden Wochen werden die Aachener Planer durch die Orte tingeln und in Ortskonferenzen mit den zukünftigen Bewohnern in Medias Res gehen und konkrete Pläne für die Gestaltung der „(neu)-Ortschaften“. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die ersten zuteilungsfähigen Grundstücke schon Ende 2017 zur Verfügung stehen. Aus Planspielen wird Ernst. Jetzt heißt es langsam auch innerlich Abschied zu nehmen von Keyenberg, Kuckum, Berverath, Ober- und Unterwestrich.

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