Die Masse macht's: Vereine finanzieren sich durch Crowdfunding

Von: Daniel Gerhards
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Projektideen von der Masse finanziert: Die Tanzgarden der Kerkever Jekken brauchen neue Tanzschuhe. Der Instrumentalverein startet ein Musikprojekt für Kinder und der Verein Senioren Aktiv sammelt Geld für eine Büroausstattung. Foto: Gerhards (3), stock/Travel-Stock-Image, Verein
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Projektideen von der Masse finanziert: Die Tanzgarden der Kerkever Jekken brauchen neue Tanzschuhe. Der Instrumentalverein startet ein Musikprojekt für Kinder und der Verein Senioren Aktiv sammelt Geld für eine Büroausstattung. Foto: Gerhards (3), stock/Travel-Stock-Image, Verein
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Projektideen von der Masse finanziert: Die Tanzgarden der Kerkever Jekken brauchen neue Tanzschuhe. Der Instrumentalverein startet ein Musikprojekt für Kinder und der Verein Senioren Aktiv sammelt Geld für eine Foto: Gerhards (3), stock/Travel-Stock-Image, Verein

Heinsberg. Am Anfang steht eine Idee. Nun verfügt aber nicht jeder, der gute Einfälle hat, über das nötige Kleingeld, sie umzusetzen. Deshalb haben sich im Internet Plattformen etabliert, die es Unternehmern ermöglichen, viele kleine Geldbeträge von vielen Unterstützern einzusammeln.

Dieses Prinzip nennt man Crowdfunding, oder auf Deutsch Schwarmfinanzierung.

Junge Firmen, die ihre ausgefallene Idee von der Masse über das Netz finanzieren, findet man besonders in Großstädten. Die Recherchen unserer Zeitung ergaben, dass bei großen Crowdfunding-Plattformen kein Unternehmer aus dem Kreis Heinsberg registriert ist. Aber das Prinzip funktioniert trotzdem: Vereine sammeln Geld für ihre Projekte auf einer Plattform der Volksbank Heinsberg.

Und das geht so: Die Vereine melden sich mit ihrer Idee bei der Bank. Die einen brauchen Geld für ein Fußballtor, die anderen für eine Tischtennisplatte. Dann stellen sie ihr Projekt auf die Internetplattform. Zuerst müssen sie Unterstützer sammeln, dann Spenden. Die Volksbank legt bei jeder Spende von mindestens fünf Euro noch einmal fünf Euro oben drauf. Erreicht der Verein die gewünschte Summe, kann er sein Projekt realisieren. Erreicht er die Summe nicht, dann bekommen die Spender ihr Geld zurück. „Die Erfolgsquote liegt bisher bei 100 Prozent“, sagt Marvin Lentzen von der Volksbank.

So weit ist der Instrumentalverein Karken noch nicht. Kassierer Udo Heinrichs möchte per Crowdfunding 2500 Euro für das Projekt Music Kids sammeln. Der Verein möchte für Kinder aus dem Karkener Kindergarten musikalische Früherziehung anbieten. Musiklehrerin Melanie Wichert, die im Instrumentalverein Klarinette spielt, will die Kinder damit an die Musik heranführen. Sie soll mit den Kindern singen, tanzen und ihnen verschiedene Musikrichtungen und Instrumente vorstellen. Dafür benötigt der Verein einige Instrumente, zum Beispiel Becken, Triangeln und Handtrommeln. Außerdem müssen die Stunden und die Vorbereitung bezahlt werden. Kostenpunkt 2500 Euro. „Wir möchten die musikalische Früherziehung im Ort halten“, sagt Udo Heinrichs.

Dass Crowdfunding nicht nur etwas für junge Menschen ist, zeigt der Verein Senioren Aktiv. Er will 1000 Euro für eine Büro-Grundausstattung mit Computer, Drucker und vielleicht einem Flip-Chart sammeln, sagt Bärbel Windelen, Gemeindesozialarbeiterin bei der Caritas. Bei den Senioren musste sie aber erst noch etwas Überzeugungsarbeit leisten: „Ich war sofort begeistert. Aber der Vorstand von Senioren Aktiv war zuerst skeptisch. Die Hemmschwelle, so etwas über das Internet zu tun, ist groß“, sagt sie. Da man sich auch mit kleinen Beträgen beteiligen kann, sei das Crowdfunding auch für Menschen geeignet, die nicht so viel Geld haben, sagt sie.

Dass man genügend Unterstützter finden kann, zeigt das Beispiel des Karnevalvereins Kerkever Jekke. Für die Tanzgarden des Vereins, in denen mehr als 60 Kinder aktiv sind, braucht er neue Tanzschuhe. Und weil die Karnevalisten ihren Elferratswagen in diesem Jahr komplett neu bauen, ist das Budget knapp. Deshalb suchte man einen innovativen Weg der Finanzierung. Die 1111 Euro, die der Verein für das Schuhwerk seiner tanzenden Aushängeschilder sammeln wollte, kamen schnell zusammen. Nun steht das Projekt schon bei mehr als 1260 Euro. Und jeden Euro, der über die Zielmarke hinausgeht, kann der Verein auch behalten. Es lohnt sich also weiter für das Projekt der Kirchhovener zu spenden.

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