Die Kirche ist mit Ehrenamtlern „unterwegs zu den Menschen“

Von: hewi
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Pfarrer Günter Wild und Diakonie-Mitarbeiterin Heidi Breidt stellen das in der Region einmalige Projekt der evangelischen Kirchengemeinde Erkelenz vor. Foto: pr

Erkelenz. Die evangelische Kirchengemeinde Erkelenz ist „unterwegs zu Menschen“. Ehrenamtliche Mitglieder einer Arbeitsgruppe suchen die Gemeindemitglieder zu Hause auf, um ihnen zuzuhören und mehr darüber zu erfahren, was sie in ihrem direkten Wohnumfeld bewegt. Organisiert wird dieses in der Region einzigartige Projekt von Pfarrer Günter Wild und der Diakoniemitarbeiterin Heidi Breidt.

Die Idee stammt aus den USA, wo auf diese Weise in Brennpunkten Hilfe zur Selbsthilfe geleistet wurde, um die Lebenssituationen vor Ort zu verbessern. „In Erkelenz gibt es keine sozialen Brennpunkte“, erklärte Wild im Rahmen eines Pressegesprächs.

Trotzdem will die Gemeinde mit den Menschen ins Gespräch kommen, von ihren Vorstellungen und Nöten erfahren und sie zur Eigeninitiative ermutigen. In einer ersten Phase wurden die Haushalte von Gemeindemitgliedern im Oestricher Kamp kontaktiert. Bei einem ersten Telefonat wurde ein Gesprächstermin vereinbart. Rund 44 Prozent (71 Haushalte) erklärten sich bereit, die speziell geschulten ehrenamtlichen „Zuhörer“ zu empfangen.

„Viele Menschen, die keinen Besuch wollten, haben aber am Telefon eine halbe Stunde lang erzählt“, wusste Breidt zu berichten. „Ziel des Projektes ist es, die Menschen zu ermutigen, sich für mehr Lebensqualität vor Ort einzusetzen.“ Das ist zumindest am Oestricher Kamp gelungen. Denn aus den Gesprächen konnten zwei Arbeitskreise gebildet werden, die sich nun selbstständig für ihr Wohnquartier einsetzen, zum Beispiel für einen Freizeitraum für die Jugendlichen und Kinder.

„Unser Ziel ist nicht die Mission“, betonte Breidt. Vielmehr sei es wichtig, Brücken zu schlagen und die Menschen ins Gespräch zu bringen. In einer zweiten Phase startet die mittlerweile zwölfköpfige Zuhörer-Gruppe am Montag, 9. September, im Oerather Mühlenfeld. Sechs Wochen lang werden sie das Gespräch vor Ort suchen und mit den Menschen ins Gespräch kommen.

Dazu besuchen die Zuhörer das Wohngebiet auch mit ihrem mobilen „Klapp-Café“ am Quartiersplatz Station machen. Am Freitag, 13., und Freitag, 20. September, sind die Anwohner eingeladen, zwischen 15.30 und 18 Uhr bei einer Tasse Kaffee darüber zu reden, was sie vor Ort bewegt, was sie ändern oder sich wünschen würden. „Auch für unsere Gemeindearbeit bekommen wir dadurch neue Impulse und wissen, was die Menschen erwarten“, betonte Wild.

Die Befragung im Oerather Mühlenfeld wird am Sonntag, 6. Oktober, beendet sein. Nach einer Auswertung der Ergebnisse werden alle Teilnehmer am Mittwoch, 16. Oktober um 19 Uhr ins Gemeindezentrum eingeladen, wo die Themen diskutiert werden können. Der offene Prozess des Zuhörens wird rund zwei Jahre dauern.

Nach dem Oerather Mühlenfeld folgen noch das Flachsfeld, das Marienviertel und die Innenstadt. Für die Aktion werden immer noch freiwillige Helfer gesucht, die ehrenamtlich mitmachen und die Besuche absolvieren möchten. Eine Schulung in Gesprächsführung wird vorher angeboten, bevor man auf die Mitmenschen losgelassen wird. „Bisher war die Resonanz der Ehrenamtler und der Befragungsteilnehmer durchweg positiv“, betonte Breidt.

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