Erkelenz - Die Investoren warten auf den Abzug der Archäologen

Die Investoren warten auf den Abzug der Archäologen

Von: kl
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Noch wird gebuddelt auf der Erweiterungsfläche des Gewerbe- und Industrieparks Commerden. Am 18. September wollen die Archäologen ihre Arbeit beendet haben. Foto: Lehmkuhl

Erkelenz. Die Zeit drängt bei der Erweiterung des Gewerbe- und Industrieparks Commerden (Gipco) Die Investoren scharren gewissermaßen mit den Hufen, um die freie Fläche zwischen dem bestehenden Gipco, der Autobahn 46, der Bundesstraße 57 und der Ortslage Commerden in Beschlag zu nehmen. Ein Unternehmen hat bereits den Bereich für seinen zukünftigen Gewerbebetrieb mit einem Gitterzaun abgegrenzt, derweil links und rechts noch die Archäologen zu Gange sind.

Was zunächst wie eine routinemäßige, vom Gesetzgeber vorgeschriebene Untersuchung des Erdreichs nach Bodendenkmälern im Rahmen einer Geländeerschließung aussah, entwickelte sich zu einer langwierigen Angelegenheit. Denn die Archäologen wurden bei ihrer Suche fündig. Wenig überraschend waren dabei die Funde aus der Römerzeit, gleichartige gab es bereits bei der Erschließung der ersten Flächen für den Gipco und der gegenüberliegenden Bereich zwischen Tenholter Straße und der Bahnstrecke Aachen-Mönchengladbach. Für Ansgar Lurweg, den Technischen Beigeordneten der Stadt, sind diese Grabungen daher nichts Außergewöhnliches: „Wir wissen ja, dass die Römer auf dem Gebiet der heutigen Stadt Erkelenz gesiedelt haben. Also finden wir auch überall, wo wir in die Tiefe gehen, Spuren von denen.“

Die Fachleute des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege seien diesmal „länger als geplant“ auf dem Erweiterungsgelände des Gipco aktiv, möglicherweise auch, weil die angrenzende B 57 römische Heerstraße gewesen ist. „Wenn etwas Spektakuläres gefunden worden wäre, dürften wir das Gebiet wohl nicht weiter verfolgen. Dann hätten wir ein Problem“, sagt Lurweg.

Doch scheint sich diese Befürchtung nicht zu bewahrheiten. Zwar wurde die Grabungszeit, die zunächst bis Ende August verlängert worden war, noch einmal verlängert, aber nunmehr steht ein verbindlicher Abschlusstermin fest. Der Stadt Erkelenz ist zugesagt worden, dass am Mittwoch, 18. September, die Experten das Gebiet verlassen werden.

Der zeitliche Mehraufwand ergibt sich aus den nicht erwarteten Funden aus vorchristlicher Zeit. Dafür mussten und müssen Gruben von bis zu zwei Metern Tiefen ausgehoben werden, wobei größtenteils Handarbeit erforderlich ist.

Rund 180.000 Euro hatte die Stadt Erkelenz ursprünglich für die Grabungsarbeit im Rahmen der Gipco-Erschließung eingeplant. Da konnte noch niemand daran denken, dass es zusätzliche Funde geben wird, die ausgebuddelt, registriert und katalogisiert werden, um dann im Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege archiviert zu werden.

Aber der zeitliche Mehraufwand bringt keinen finanziellen für die Stadtkasse mit sich, wie Bürgermeister Peter Jansen versichert: „Die Kosten bleiben für uns gleich.“ Auch würde durch die verlängerte Bodenuntersuchung der Zeitplan der Stadt Erkelenz nicht wesentlich beeinträchtigt. „Das Erschließungsverfahren wird nicht gestört, da die meisten Felder geräumt wurden.“

So wird es wohl im modernen Gewerbe- und Industriepark einen nahtlosen Übergang geben zwischen die Arbeiten zur Bergung historischer Funde und denen zur Schaffung einer zukünftigen Bebauung.

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