Waldfeucht-Haaren - Die Geschichte hinter den Kirchenfenstern in Haaren

Die Geschichte hinter den Kirchenfenstern in Haaren

Von: Wilfried Schröders
Letzte Aktualisierung:
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Der hintere Teil der Kirche mit den vor 80 Jahren vom Mönchengladbacher Künstler Ernst Jansen-Winkeln erschaffenen und von der Kevelaerer Glasmalerei Wilhelm Derix gefertigten Fenstern. Foto: Stefan Klassen
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„Sehet das Lamm Gottes“: Seit 80 Jahren schmücken die modernen Darstellungen den Chor der Haarener Kirche. Im linken Teil Christus König, rechts Johannes der Täufer, der Haarener Pfarrpatron. Foto: Wilfried Schröders

Waldfeucht-Haaren. Traditionell richten die Haarener St.-Johannes-Schützen die Herbstkirmes nach dem 29. August aus, dem Kirchenfest der Enthauptung des Pfarrpatrons, dem sich auch die örtlichen Schützen anvertrauten. Augenfällig wird der Pfarrpatron nicht nur im übertragenen Sinne beim Kirchgang, sondern auch in den jetzt 80 Jahre alten Kirchenfenstern.

Die spätsommerlichen Sonnenstrahlen lassen die seltenen, reichlich ausgeschmückten Kirchenfenster der Haarener Pfarrkirche nun erst richtig zur Geltung kommen. Vor 80 Jahren ließ der kunstsinnige damalige Ortspfarrer Peter Lennards, der zwischen 1922 und 1947 segensreich in Haaren wirkte, im Zusammenhang mit der Neugestaltung der Pfarrkirche die damals modern gestalteten Kirchenfenster einbringen. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten.

Dementsprechend war die Ortsbevölkerung über die moderne Ausgestaltung der neuen Kirchenfenster bis in die jüngere Vergangenheit durchaus geteilter Meinung. „Die Männ met die gruete Ooche“ – die Menschen mit den großen Augen – beschrieb der wache Volksmund, dem der Inhalt der Darstellungen offensichtlich verborgen blieb die modernen Darstellungen.

Diese Kritik muss vor dem Hintergrund verstanden werden, dass die heute in den Seitenschiffen befindlichen Kirchenfenster in den Jahren 1914 und 1915 in traditioneller Form biblische Darstellungen zeigt und sich auch dem nicht kunstsinnigen Zeitgenossen erschloss. Der Mönchengladbacher Künstler Ernst Jansen-Winkeln schuf die durch die Kevelaerer Glasmalerei Wilhelm Derix gefertigten Fenster. Drei große figürliche Darstellungen schmücken den Chorraum, ergänzt durch Ornamentfenster.

Das Symbol des Opferlamms

Der Bezug zum Messopfer und zum Pfarrpatron könnte visueller nicht sein: Das mittlere Fenster nimmt in der ganzen Höhe Christus König (linke Seite des zweigeteilten Fensters) und seines Vorläufers, Vetters und Pfarrpatrons Johannes den Täufer ein. In seinen Händen trägt Johannes das Symbol des Opferlammes „Sehet das Lamm Gottes“. Während der Ausdruck seiner halb geschlossenen Augen ganz in sich gekehrt ist, tritt der gekrönte Christus zu seiner Rechten mit klarem Blick und gebieterischer Geste die Weltherrschaft an. In der Hand trägt er die Weltkugel mit dem Kreuz darüber.

Das vom Betrachter aus linksseitige Fenster zeigt als Vorbild des Alten Bundes Zacharias, den Vaters Johannes des Täufers, mit dem Rauchfass (des Priesters), dem der Erzengel Gabriel erscheint und die Geburt Johannes‘ verkündet.

Das andere Fenster zeigt die Begegnung Marias mit Elisabeth als Mütter Christi und Johannes des Täufers. Ein seltenes und besonderes Kunstwerk dessen Aufmerksamkeit der Betrachter allein durch das Farbenspiel erregt. Und doch bleibt der Inhalt oft (lange) verborgen …

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