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Die eigene Praxis früh auf den Prüfstand gestellt

Von: Anna Petra Thomas
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Bei der Verleihung des Preises
Bei der Verleihung des Preises „ausgezeichnet” an die St. Gereon Seniorendienste in Brachelen: Pfarrer José Kallupilankal, Bernd Bogert, Frank Hauser, Bischof Heinrich Mussinghoff, Georg Hupfauer, Mitarbeitervertreterin Manuela Gabrecht und Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Scholz (v.l.n.r.). Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Bischof Heinrich Mussinghoff selbst hat nach einer Laudatio den Preis „ausgezeichnet” in Brachelen im Rahmen eines Festaktes an Bernd Bogert, Geschäftsführer der St. Gereon Seniorendienste, übergeben.

Seit 2003 verleiht der Bischof diesen Preis alle zwei Jahre in Zusammenarbeit dem Großen Runden Tisch im Bistum Aachen. Dieses Mal waren kleine und mittlere Firmen in der Wirtschaftsregion Aachen zur Teilnahme eingeladen, die den demografischen Wandel schon heute aktiv gestalten und sich in diesem Rahmen vor allem für ältere Mitarbeiter engagieren.

In den vergangenen zwei Jahren haben die St. Gereon Seniorendienste, für die mehr als 250 Menschen arbeiten, allein 13 Männer und 32 Frauen im Alter über 50 Jahren in das Unternehmen integriert. Entlassungen in dieser Altersgruppe gab es im selben Zeitraum keine. „Die heutige Preisverleihung an uns ist nicht das Produkt eines Zufalls”, erklärte Bogert selbstbewusst in seiner Begrüßung.

Sie sei vielmehr das Ergebnis von Kreativität, Engagement, Kontinuität, Motivation, Nachhaltigkeit und Kompetenz. Und schließlich gebühre der Preis auch nicht ihm, betonte er schon, bevor er ihn erhielt, sondern den Mitarbeitern, „denn jeder hat an seiner Stelle, mit seinem Können, mit seinen Möglichkeiten und seinem Engagement dafür gesorgt, dass wir einen ?ausgezeichneten Arbeitsplatz haben.” Bei St. Gereon seien die Arbeitsplätze solche, an denen jeder Mitarbeiter respektiert werde und Anerkennung für seine Arbeit bekomme, an denen insbesondere die erfahrenen, älteren Mitarbeiter perspektiven finden würden.

Nicht das Ergebnis des demografischen Wandels sei Herausforderung, sondern der Weg dorthin”, sagte Dr. Thomas Mühlbradt von der Gesellschaft für Organisationsentwicklung und Mediengestaltung (GOM) aus Aachen in seinem Vortrag zum Festakt, den Domkapitular Rolf-Peter Cremer moderierte. Ein Unternehmen, das diesen Wandel aktiv gestalte, könne als „demografie-aktiv” bezeichnet werden, erklärte Mühlbradt. St. Gereon sei ein Beispiel dafür. Hier habe man sehr früh begonnen, die eigene Praxis im Hinblick auf den Wandel systematisch auf den Prüfstand zu stellen.

„Zum anderen setzt St. Gereon ganz bewusst und konsequent auf Einbindung und Mitsprache in diesem Lernprozess.” Dazu stelle sich das Unternehmen dem Vergleich im Rahmen des Wettbewerbs „Bester Arbeitgeber”, durchgeführt vom „Great Place to Work” Institut. Im Gespräch mit der 60-jährigen Eva Stein-Schommer und dem 54-jährigen Jürgen Küpper, der über einen Ein-Euro-Job zu St. Gereon kam, machte Bogert danach deutlich, wie „demografie-aktiv” das Unternehmen ist.

Hier werde die Herausforderung des demografischen Wandels von allen gemeinsam angenommen, würdigte der Bischof das Engagement bei St. Gereon, ehe er die Urkunde an Bogert übergab. „Sie arbeiten gemeinsam an einer guten Zukunft Ihres Unternehmens. Von Ihrem Engagement können andere Unternehmen und auch Einrichtungen und Dienste der Kirche lernen.” Als Geschenke hinzu kamen ein Bild von Pater Bonifatius aus dem Zisterzienserkloster in Bochum-Stiepel und eine Einladung ins Kloster.

Erste Gratulanten waren Landrat Stephan Pusch, Wolfgang Witkopp als Bürgermeister von Linnich, wo St. Gereon drei Häuser betreibt, Dieter Geitner als stellvertretender Bürgermeister von Hückelhoven, Georg Hupfauer, Bundesvorsitzender der Katholischen Arbeitnehmerbewegung, und Frank Hauser, Geschäftsführer des „Great Place to Work” Instituts in Köln. Hinzu kamen schriftliche Glückwunschschreiben des Bundestagsabgeordneten Thomas Rachel und von NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider, die Cremer an Bogert übergab.
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