Die Anwohner fühlen sich alleingelassen

Von: hewi
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Die Petersholzer fühlen sich übergangen und vor vollendete Tatsachen gestellt. Von der Stadt und dem Land gleichermaßen.

Wegberg-Petersholz. Fast der gesamte Ort war zur Ratssitzung nach Wegberg gekommen, um anstelle von Gerüchten klare Aussagen zu hören. Zufrieden mit dem Ergebnis waren die Menschen jedoch nicht. „Alles deutet darauf hin, dass das Land in Petersholz eine zentrale Unterbringungseinrichtung in Betrieb nimmt“, erklärte die Erste Beigeordnete Christina Karneth auf Nachfrage des CDU-Fraktionsvorsitzenden Georg Gellissen.

Mit mindestens 500 Asylbewerbern sei demnach zu rechnen, da eine geringere Anzahl „nicht wirtschaftlich“ sei. Platz wäre in der ehemaligen Wohnanlage für britische Militärangehörige ohnehin für bis zu 2000 Personen.

Die Petersholzer fühlen sich übergangen und vor vollendete Tatsachen gestellt. Von der Stadt und dem Land gleichermaßen. „Die Stadt ist fein raus“, ärgert sich Josef Jaeger. Er wohnt gleich neben dem Zaun, der die ehemalige Britensiedlung vom Dorf trennt.

Natürlich soll geholfen werden

Man wolle nicht falsch verstanden werden, betont Jaeger. Natürlich müsse den Flüchtlingen geholfen werden. Dazu trage eine Unterbringung fernab der Ortschaft und hinter einem Zaun an sich aber nicht bei. „Wo sollen die Menschen einkaufen können und wie mit dem Bus in die Stadt fahren?“, fragen sich die aufgebrachten Petersholzer. Reiche ein Dach über dem Kopf aus? Das Schlagwort von der „Willkommenskultur“ macht die Runde. Angst habe man vor allem vor einem Ghetto gleich vor der Haustür. Man müsse den Menschen auch Angebote machen können und sie nicht sich selbst überlassen.

Doch vor allem wollen sich die Anwohner in ihrem eigenen Leben nicht beeinträchtigen lassen. Alles Fremde schürt da offenbar diffuse Ängste, die in Aussagen münden wie „Wir wollen uns nicht einschließen müssen oder meterhohe Zäune um unsere Häuser bauen“. Auch Ellen Jaeger gehört zu den Skeptikern. „Wir brauchen auch Unterstützung, doch für uns fühlt sich anscheinend keiner zuständig.“

Im Rat war die Forderung aufgekommen, dass das Land einen kompetenten Ansprechpartner schicken solle, der die Mandatsträger umfassend über die Planungen informiere. Die Petersholzer wünschen sich dies ebenfalls. „Was bislang bei uns ankam, waren Gerüchte“, erklärt Wolfgang Gott. Angesichts der geplanten Größe der Einrichtung stelle sich ihm die Frage der Verhältnismäßigkeit. „Ist eine Gemeinde wie Wegberg mit 40 kleinen Ortschaften überhaupt in der Lage, eine solche Menge an Menschen aufzunehmen?“, fragt er. Am nächsten Sonntag wollen die Anwohner eine Bürgerinitiative gründen. Dann sollen auch ihre Fragen und Kritikpunkte formuliert werden.

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