Heinsberg-Schafhausen - Deutsche Meisterschaften: Durch Oma mit dem „Golfvirus“ früh infiziert

Deutsche Meisterschaften: Durch Oma mit dem „Golfvirus“ früh infiziert

Von: Anna Petra Thomas
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Gar nicht so einfach: Das Golfspiel verlangt den Sportlern wie Cecilia Heck bis zu fünf Stunden volle Konzentration und eine gute Kondition ab. Repros: Anna Petra Thomas
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Vom Ranglisten-Platz 39 zum Beginn hat sich Cecilia Heck bei den Deutschen Meisterschaften auf Platz 28 vorgespielt.

Heinsberg-Schafhausen. „Dabei sein ist alles!“ So lautete für die junge Golferin Cecilia Heck aus Schafhausen die Devise, als sie sich in diesem Jahr ganz überraschend für die Deutsche Meisterschaft in ihrer Altersklasse (AK 18) qualifizierte. Auf Ranglisten-Platz 39 von 40 ging die 17-jährige Schülerin des Heinsberger Kreisgymnasiums im Golf Resort Weimarer Land an den Start.

Und als eine der Top-30-Spielerinnen in Deutschland kam sie wieder zurück.

Und dabei hätte sie fast das auch für sie selbst Unglaubliche geschafft, sogar unter die „Top 10“ zu kommen. „Ich lag anfangs plus eins über Par. Damit wäre ich sogar unter den ersten Zehn gewesen“, erklärt sie. Gemeint ist mit Par die Anzahl an Schlägen, die ein sehr guter Spieler durchschnittlich benötigt, um den Ball vom Abschlag in das Loch zu spielen. „Leider hatte ich dann aber zwei Fehler, die eine plus Sechs über Par ergaben. Mein Ball landete einmal im ‚Aus‘ und war einmal im Wasser.“ Auch an den anderen Tagen spielte Cecilia Heck eine „plus Sechs“ und hielt so ihren Platz 28.

„Bei einem so großen Turnier liegen Druck und Anspannung förmlich in der Luft“, erzählt sie von ihrer ersten ganz großen Wettbewerbserfahrung. Und sie ist stolz darauf, dass sie diese Erfahrung machen durfte, zusammen mit starken Kaderspielerinnen vor allem aus dem süddeutschen Raum und Nationalspielerinnen, die täglich trainieren.

Cecilia Heck, für die gerade zwei Mal pro Woche Golf mit ihrem Trainer Jürgen Spieckerhoff auf dem Programm steht, will jetzt erst einmal ihr Abitur schaffen. Danach für ein Jahr in die USA zu gehen und dort für eine College-Mannschaft zu spielen, ist ihr Traum. Im Anschluss will sie studieren. „Golf soll auf jeden Fall Hobby bleiben“, erklärt sie.

Auf ihren Sport gebracht hat sie ihre Großmutter, die aus Irland stammt. Und die Oma hat nicht nur sie, sondern ihre ganze Familie mit dem „Golfvirus“ infiziert. „Ich spiele Golf, seit ich sechs Jahre alt bin“, erzählt Cecilia Heck. Im Golfclub Wildenrath startete sie ihre Karriere mit ihren ersten Turnierteilnahmen. Vor vier Jahren wurde sie im Golf- und Landclub Schmitzhof in Wegberg-Merbeck in die Damenmannschaft aufgenommen. Fortan sollte die junge Golferin schon einmal Bundesliga-Luft schnuppern. In ganz Deutschland war sie an den Wochenenden mit ihrem Team unterwegs.

Darüber hinaus war sie auch in Einzelturnieren erfolgreich, etwa bei den Neun-Loch-Kreismeisterschaften in Wassenberg-Rothenbach oder bei den 18-Loch-Kreismeisterschaften in Wegberg-Merbeck. Schließlich gelang ihr Platz fünf bei den NRW-Meisterschaften in Paderborn, der sie dann mit Ranglistenplatz 39 zur Deutschen Meisterschaft in Weimar führte. Hier verbesserte sie neben der guten Platzierung ihr Handicap von 5,5 auf 4,1.

Dass der Golfsport gar nicht so einfach ist, wie er manchmal beim Zuschauen aussieht, wissen mittlerweile auch Cecilia Hecks Mitschüler nach einer gemeinsamen Exkursion, bei der alle mal in das Spiel hineinschnuppern durften. „Die hätten gar nicht gedacht, dass es so anstrengend werden würde“, lacht sie. Golf sei eben nach dem Stabhochsprung die zweitschwierigste Sportart der Welt. „Da muss man bis zu fünf Stunden am Stück hoch konzentriert sein und bis zu acht Kilometer weit laufen, mit dem ganzen Gepäck.“ Alles müsse perfekt laufen. „Ein Fehler kann die ganze Runde versauen.“

Aber Golf ist eben auch ganz einfach ein schöner Sport, weiß man, wenn Cecilia Heck so begeistert davon erzählt hat. „Das Schöne daran ist, sich mit sich selbst zu beschäftigen, draußen in der Natur“, sagt sie. Ihr geschultes Talent, immer auf den Punkt genau hoch konzentriert zu sein, nutze ihr auch bei ihren schulischen Leistungen. Sicherlich sei es am Anfang schon teuer, in den Sport Golf einzusteigen, räumt sie ein. Um die 1000 Euro müsse man in eine gute Ausrüstung investieren. Aber dann gebe es alleine hier in der Region gleich vier Golfclubs, in denen man diesem Sport auch gemeinsam mit der ganzen Familie frönen könne.

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