Der „Tempel für Kinder“ gibt diesen eine Zukunft

Von: anna
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Michael Matzerath, Joachim Lengert, Caroline Wolff, Fiete Engels und René Woltery (hinten, von links) freuten sich über den Besuch von Farhath Naaz, Vimala und Chinnappan Anand sowie Hella Mundhra (vorne, von links). Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Wer spendet, freut sich nicht allein, wenn seine Spende zu 100 Prozent beim Bedürftigen ankommt. Ebenso glücklich ist er über eine Nachricht vom Empfänger. So geschehen jetzt ganz persönlich im Kreisgymnasium Heinsberg: Zu Besuch waren hier Chinnappan Anand, Direktor des Projekts „Shishu Mandir“ im südindischen Bangalore, seine Frau Vimala, Leiterin des dortigen Kindergartens, und die Englischlehrerin Farhath Naaz.

Sie wollten sich bei der Schulleitung und bei den Schülern persönlich bedanken für eine Spende in Höhe von über 18.000 Euro als Erlös aus einem im Sommer 2014 durchgeführten Sponsorenlauf. Im Januar 2015 war diese Spende an „Shishu Mandir“ übergeben worden, was auf Deutsch so viel heißt wie „Tempel für Kinder“.

Begleitet wurden die Gäste aus Indien von Hella Mundhra, die in Heinsberg-Schleiden lebt. Die Ärztin ging 1973 mit ihrem Mann Dwarka Das, ebenfalls Arzt, nach Indien. Beide gründeten dort ein medizinisches Zentrum für arme Menschen. Das Krankenhaus wurde im Laufe der Zeit ergänzt um ein Kinderheim, einen Kindergarten, eine Schule und ein Ausbildungszentrum. Rund 500 Kinder und Jugendliche werden derzeit insgesamt von „Shishu Mandir“ betreut.

1998 entstand in Deutschland der Förderverein „Shishu Mandir - Zukunft für Kinder“, der für die finanzielle Unterstützung und ideelle Begleitung zuständig ist. Seit 2009 besteht auch in der Schweiz ein Förderverein. „Finanziert wird das gesamte Projekt ausschließlich durch private Spenden, die zu 100 Prozent in das Projekt fließen“, so Hella Mundhra, die auch heute noch jedes Jahr für zwei Mal sechs Wochen in Indien weilt.

Begeistert erzählte der Projektleiter nun im Büro von Schulleiterin Annegret Krewald, wozu das von den Schülern, ihren Angehörigen und Freunden gespendete Geld verwendet worden ist. „Ich fühle mich geehrt“, begann Anand seinen Bericht, bei dem ihm neben der Schulleiterin auch ihr Stellvertreter Joachim Lengert, Lehrerratsvorsitzende Caroline Wolff und ihr Kollege Michael Matzerath zuhörten.

Matzerath hatte seinerzeit den Sponsorenlauf der rund 1100 Schüler organisiert. Mit dabei waren zudem der ehemalige Schülersprecher Fiete Engels, der die Idee zu der Spende an „Shishu Mandir“ hatte, und sein Nachfolger René Woltery.

„Wir ermöglichen den Kindern in unserem Zentrum nicht nur eine Basisausbildung. Wir bringen sie auch sicher in einen Job“, erzählte Anand. In Indien sei die Schulausbildung nicht frei, und so würden normalerweise viele Kinder nicht zur Schule gehen. Hier setze die Arbeit von „Shishu Mandir“ an. Jedes Jahr würden 20 neue Kinder in das Projekt aufgenommen, alle aus armen Familien.

70 Prozent der 225 Kinder im Schulzentrum seien Mädchen. Wenn ein Mädchen aus einer Familie aufgenommen würde, veranlasse das die Eltern meist auch, zumindest dem ältesten Sohn ebenfalls eine Ausbildung zukommen zu lassen, so der Projektleiter. So profitiere von der Arbeit des Zentrums im Grunde genommen immer eine ganze Familie.

Dank der Spende aus dem Kreisgymnasium können nun alle Kinder von „Shishu Mandir“ eine Schuluniform tragen. Darüber hinaus werden sie auch mit Sportbekleidung ausgestattet. „Der Sport lässt die Kinder glücklich zur Schule kommen“, weiß der Leiter. Mehr noch seien es jedoch die sportlichen Erfolge, die den Kindern von „Shishu Mandir“ auch den Sprung in eine weitere universitäre Ausbildung ermöglichen würden.

Besonders stolz ist man bei „Shishu Mandir“ derzeit zum Beispiel auf eine junge Radsportlerin, deren größter Erfolg bisher die Teilnahme an den Commonwealth-Spielen ist. Sie fahre schon morgens vor der Schule 150 Kilometer und abends noch einmal 120 Kilometer, so Anand.

Stolz ist Hella Mundhra darauf, dass jedes Kind in ihrer Einrichtung einen Paten hat. 36 Euro im Monat würden für eine Basisunterstützung ausreichen, sagt sie. Aber natürlich freut sie sich auch weiterhin über jede noch so kleine Spende, die dazu beiträgt, das Projekt „Shishu Mandir“ vom kleinen Heinsberger Ortsteil Schleiden aus erfolgreich zu machen.

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