Der Tagebau rückt näher: 1000 Tote werden umgebettet

Von: dpa
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Umbettung
Der Tagebau Garzweiler rückt unaufhaltsam näher. Für die tausenden Betroffenen ist das eine riesige Belastung, nicht zuletzt, weil sie auch tausende Tote umbetten müssen. Das beginnt in Immerath und Borschemich vor den Toren von Erkelenz in den kommenden Wochen, der Prozess soll sich über drei Jahre hinziehen. In unsere Archivbild ist die Umbettung von fünf verstorbenen Priester aus Pier zu sehen, das umgesiedelt wird, weil der Tagebau Inden näherrückt. Foto: Jagodzinska

Erkelenz. In Erkelenz hat ein weiteres bewegendes Kapitel der Umsiedlung begonnen. Rund 1000 Tote werden wegen des Braunkohletagebaus Garzweiler II umgebettet. Betroffen seien die Friedhöfe der Orte Borschemich und Immerath, teilte die Stadt am Montag mit.

Die Umbettung laufe in mehreren Etappen über insgesamt drei Jahre. „Die Umbettung ist eines der schmerzlichsten Kapitel der Umsiedlung. Das ist ein Thema, das Betroffenheit auslöst”, sagte der Technische Beigeordnete der Stadt, Ansgar Lurweg, am Montag.

„Da kommt viel hoch”

Die Maßnahme sei für die Verwandten mit sehr viel Trauer verbunden. „Da kommt viel hoch”, sagte Lurweg. Die alten und neuen Friedhöfe seien wegen der Maßnahme während der nächsten zwei Wochen geschlossen. Die Angehörigen entschieden selbst, ob sie bei der Umbettung dabei sein wollten.

Borschemich soll 2015 abgebaggert werden, Immerath zwei Jahre später. Die Umsiedlung sei schon weit fortgeschritten, sagte der erste Beigeordnete der Stadt, Hans-Heiner Gotzen. Die letzten Schützenfeste seien in den alten Orten gefeiert worden. In den Dörfern sei klar erkennbar, dass der Tagebau näher rücke. „Die Leute sagen: „Jetzt hätten wir auch gerne unsere Toten bei uns””, gab Gotzen die Stimmung in den Orten wieder.

2000 Menschen in Borschemich und Immerath sind zum Umzug gezwungen. Eine kleine Minderheit, vor allem ältere Menschen, wolle quasi bis zur letzten Minute bleiben. Langfristig müssen in Erkelenz 5000 Menschen wegen des 48 Quadratkilometer großen Tagebaus ihre Dörfer verlassen.

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