Heinsberg - Der „Parkdruck“ in der Innenstadt steigt

Der „Parkdruck“ in der Innenstadt steigt

Von: Daniel Gerhards
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Wer nicht bezahlen möchte und kostenlose Parkplätze in der Innenstadt finden möchte, muss oft Zeit und Geduld mitbringen. Foto: Daniel Gerhards

Heinsberg. Manchmal dauert sie etwas länger: Die Suche nach einem Parkplatz in der Heinsberger Innenstadt kann sich ab und an schwierig gestalten. Besonders, wenn man einen kostenlosen Stellplatz haben möchte. Aber immerhin gibt es sie, die gebührenfreien Parkplätze in der Innenstadt.

Neben den kostenlosen städtischen Parkplätzen gibt es auch am Straßenrand kostenlose Stellplätze. Zum Beispiel an der Liecker Straße – aber das führt ebenfalls zu Ärger, wie mehrere Nutzer im sozialen Netzwerk Facebook schreiben. Autofahrer regen sich darüber auf, dass der Verkehrsfluss durch parkende Autos behindert werde. Anwohner beschweren sich, dass sie tagsüber weit von ihrer Wohnung entfernt parken müssen.

Ein Geheimtipp in Sachen Parken war bis Ende des vergangenen Jahres noch der Parkplatz am Jugendheim Brücke. Mit etwas Glück konnte man dort einen kostenfreien Stellplatz finden. Mittlerweile sind dort immer Parkplätze frei. Aber an der Zufahrt steht eine Schranke. Wer dort parken möchte, muss nun einen Stellplatz mieten – für 29 Euro im Monat.

Das Grundstück samt Gebäude hatte die Pfarre bereits im August 2013 an die Wirtz-Gruppe verkauft, sagt Johannes Winkelhorst, stellvertretender Kirchenvorstandsvorsitzender.

Der Hintergrund: Für das Gebäude bestand enormer Sanierungs- und Renovierungsbedarf. Die Pfarre hätte 600.000 bis 700.000 Euro hineinstecken müssen. Deshalb verkaufte die Pfarre. Über den Kaufpreis möchte Winkelhorst nicht reden. Nur so viel: Die Bezahlung sei angemessen gewesen.

Vorher hatte die Pfarre den Parkplatz an die Stadt verpachtet. Und die Stadt erlaubte das Parken dort kostenlos, sagt Winkelhorst. Diesen Pachtvertrag habe die Wirtz-Gruppe zum Ende des vergangenen Jahres gekündigt und eine Schranke aufgestellt, um den Parkplatz zu bewirtschaften.

Von der Wirtz-Gruppe heißt es dazu, dass man den Parkplatz nicht in erster Linie bewirtschafte, um damit Geld zu verdienen. Es gehe vielmehr darum, zu vermeiden, dass alte Autos abgestellt und nicht wieder abgeholt würden. Auslaufendes Öl und die Entsorgung des Fahrzeugs blieben dann am Parkplatz-Eigentümer hängen.

Dass Heinsberg in der Innenstadt mittelfristig zusätzlichen Parkraum braucht, hat auch die Verwaltung erkannt. „Wir machen uns Gedanken, wie wir zusätzliche Stellflächen schaffen können. Denn es zeichnet sich ein zunehmender Parkdruck ab“, sagt Paulus. Das Problem ist also erkannt.

Und die Politik hat auch schon eine Lösung parat: Die Sonnenscheinschule soll demnächst komplett in die Hauptschule umziehen, das jetzige Gebäude dann abgerissen werden. Auf der freiwerdenden Fläche an der Westpromenade soll dann ein Parkplatz entstehen. Einen Antrag mit dieser Forderung will die Heinsberger CDU nun einbringen. Da die Christdemokraten die Mehrheit im Rat haben, ist davon auszugehen, dass dieser Antrag Erfolg hat.

Parkplätze seien für die Kreisstadt ein wichtiges Thema: „Parkraum hat für die erwerbstätige Bevölkerung einen hohen Stellenwert. Deshalb legen wir großen Wert darauf, dass es gebührenfreie Parkplätze gibt“, sagt Paulus. Auch, weil sich die Stadt Heinsberg gerne damit rühmt, die einzige Stadt im Kreis zu sein, in die mehr Menschen zur Arbeit ein- als auspendeln. Und für diese Berufspendler sind kostenlose Parkplätze ein echter Standortfaktor.

Allerdings könne man nicht einfach die Gebühren auf allen innerstädtischen Stellplätzen streichen. Denn bewirtschaftete Parkplätze hätten einen klaren Vorteil für den Einzelhandel, meint Paulus. Dort blockiere niemand Stellplätze für Kunden auf Shopping-Tour. „Wenn die Hochstraße komplett frei wäre, könnte dort kein Kunde parken, weil die Angestellten dort alles zustellen würden“, sagt Paulus. Deshalb müssten Arbeitnehmer schon einmal einen „gewissen Fußweg“ in Kauf nehmen.

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