Heinsberg - Der neue Vorsitzende des Gewerbevereins ist kein Unbekannter

Der neue Vorsitzende des Gewerbevereins ist kein Unbekannter

Von: Rainer Herwartz
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Rüdiger Strübig möchte Geschäftsführer des Heinsberger Gewerbe- und Verkehrsvereins werden. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Ihm fehle die Zeit für das Amt, hatte der ehemalige Heinsberger Gewerbevereinsvorsitzende Peter Gering bei seinem Rücktritt im Juni letzten Jahres erklärt. Davon dürfte der neue Mann, der ihn zwar nicht als Vorsitzender, aber im Aufgabenbereich beerben soll, hingegen jede Menge haben.

Er ist der Wunschkandidat von Peter Heinrichs, der momentan übergangsweise die Geschäfte des G & V übernommen hat, aber nie einen Hehl daraus machte, dass auch ihm die zeitlichen Kapazitäten fehlten, um all den Anforderungen gerecht zu werden, die das Amt so mit sich bringt. Als neuer Geschäftsführer soll er es nun richten, der 71-jährige Rüdiger Strübig aus Kirchhoven.

Bei der Vollversammlung des G & V am Dienstag, 15. März, hofft Heinrichs darauf, dass alle Vereinsmitglieder im Hinblick auf die neue Personalie seine Sicht der Dinge teilen und den ehemaligen Oberstleutnant zum Geschäftsführer wählen. Eigens hierzu soll auch eine Satzungsänderung in den Vereinsstatuten erfolgen.

Ein Unbekannter ist Rüdiger Strübig in der Region übrigens nicht. Ende Januar sorgte er noch im benachbarten Geilenkirchen für einiges Aufsehen, als er überraschend von seinen Ämtern als Geschäftsführer und Vorsitzender des dortigen – dem Heinsberger G & V vergleichbaren – Aktionskreises zurücktrat. 15 Jahre war er in Geilenkirchen als Geschäftsführer, sechs zudem noch als Vorsitzender tätig. Auf die Dauer sei ihm beides in Personalunion jedoch zu viel geworden, erklärt Strübig im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wenn Sie Vorsitzender und Geschäftsführer zugleich sind, haben Sie im Konfliktfall nie einen Vorsitzenden, der Ihnen vielleicht den Rücken stärken könnte“, sagt er.

Den Konfliktfall gab es denn zuletzt auch in Geilenkirchen. Dabei sei es jedoch nicht um die Qualität seiner Arbeit gegangen, betont Strübig, sondern um die Untergrabung seiner Autorität und Zuständigkeit durch andere Vorstandsmitglieder. Dass er in Geilenkichen mit seinen Mitstreitern gute Arbeit geleistet habe, belege zum Beispiel das Geilenkirchener Weinfest, „das über die Grenzen der Stadt bekannt und beliebt ist“. Auch die Umgestaltung des Nikolausmarktes unter Einbeziehung des pittoresken Innenhofs des St. Ursula-Gymnasiums gehe auf seine Kappe.

Seit 1966 bis zu seiner Pensionierung war Strübig, der seine Berliner Wurzeln nicht verleugnen kann, als Berufssoldat aktiv. Er brachte es bis zum Oberstleutnant und arbeitete nach etlichen nationalen und internationalen Stationen zum Schluss im Verifikationsamt in Geilenkirchen. Als außergewöhnlich zu verbuchen ist dabei sicherlich, dass er schon im Job im Hinblick auf sein Engagement für die internationale Zusammenarbeit im Jahr 2001 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet wurde.

Auf die Frage, welche Ziele er als erste ins Visier nehmen würde, sollte er nächsten Dientag gewählt werden, gibt sich Strübig diplomatisch: „Ich reklamiere wie bei der Politik die ersten 100 Tage, in denen ich mich erst einmal einfinden muss.“ Seine Stärken sehe er aber im „strukturierten und zielgerichteten Arbeiten. Wenn ich die Netzwerke und Protagonisten kenne, werde ich auch in der Lage sein, mich ins operative Geschäft einzubringen.“ Wie dies aussehen könnte, werden die Mitglieder des Heinsberger Gewerbe- und Verkehrsvereins ja vielleicht schon in der nächsten Woche erfahren.

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