Der Marktführer im Autohaus-Bau kommt aus Randerath

Von: André Schaefer
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Viel Stahl und Glas: Für die Marke mit den vier Ringen baut das Randerather Unternehmen derzeit ein neues Autohaus in Dortmund. Foto: Stock/Horst Galuschka
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Auch für Deutschlands bekanntesten Sportwagenhersteller hat Habau bereits gearbeitet, wie hier in Recklinghausen. Foto: Stock/Team2
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Leitet ein erfolgreiches Unternehmen: Habau-Geschäftsführer Jörg Schiffer (rechts), hier mit Prokuristin Diana Schulte-Sperlich. Foto: Schaefer
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Spatenstich in Dortmund

Heinsberg-Randerath. Konkurrenz ist für ihn ein Fremdwort. Zumindest gäbe es in seinem Geschäftsbereich keine, sagt Jörg Schiffer. Arroganz ist mit Sicherheit der falsche Begriff, um den Geschäftsführer der Habau GmbH aus Heinsberg-Randerath zu charakterisieren. Auch abgehoben ist Schiffer nicht. Selbstbewusst könnte man sagen. Zugegeben: Das darf er auch sein.

Schließlich ist es Schiffer und seinen 26 Mitarbeitern zu verdanken, dass das kleine Randerath inzwischen auch Großkonzernen wie Audi, Porsche oder Aston Martin ein gängiger Begriff ist. Sie alle haben den Ort am südlichen Rand des Kreises Heinsberg längst auf ihrer Landkarte markiert – jedenfalls, wenn es um Großprojekte in Sachen Autohaus-Bau geht.

Denn exakt in diesem Bereich ist die Habau GmbH deutschlandweit Marktführer. Und zwar mit deutlichem Vorsprung. 1982 als Unternehmen gegründet, dessen Tagesgeschäft sich um Konstruktionen rund um Stahl, Dach und Wand drehte, erfolgte Mitte der 1990er Jahre die Spezialisierung auf den Bau von zukunftsweisenden Autohäusern. „Dieses Geschäftsfeld existierte damals nicht. Das haben wir ausgenutzt, um uns diesbezüglich einen Namen zu machen“, sagt Schiffer.

30 Millionen Euro Umsatz

Mit einem jährlichen Umsatz von rund 30 Millionen Euro ist das am Klosterberg ansässige Unternehmen, in dem überwiegend Ingenieure und Architekten beschäftigt sind, seit Jahren auf dem Vormarsch. Zwölf nagelneue Autohäuser sind von der Habau GmbH in den vergangen Jahren in Deutschland gebaut werden. Hinzu kommen zahlreiche Sanierungs- oder Neubauten.

„Dass in Deutschland allein drei der insgesamt nur fünf Autohäuser von Porsche und zwei der acht Zentren von Aston Martin von uns stammen, unterstreicht unseren Stellenwert“, sagt Schiffer, der das Unternehmen 1992 von seinen Eltern übernahm.

Zwar seien die Ansprüche der einzelnen Autokonzerne hinsichtlich ihrer Autohäuser deutlich gestiegen, meint der Geschäftsführer. Eine vollständige Umorientierung beim Bau der Karossen-Tempel komme dennoch nur selten vor. Das liege vor allem an den seitens der Autokonzerne präferierten Corporate-Design-Vorschriften. Das heißt konkret: Lässt Audi ein neues Autohaus errichten, soll dieses haargenau so aussehen, wie alle anderen Audi-Zentren in Deutschland. „Was uns ausmacht, ist die Fähigkeit, exakt die jeweiligen Corporate-Design-Vorschriften der einzelnen Konzerne für ihre Autohäuser einzuhalten. Unsere Gebäude sind nach der Fertigstellung direkt bezugsfertig“, sagt Schiffer.

Größtes Habau-Projekt

Einrollen können bald auch die üppigen Audi-Wagen ins neue Autohaus in Dortmund. Unmittelbar an der vielbefahrenen Bundesstraße 1 entsteht in bester Lage derzeit das größte Projekt in der Geschichte der Habau GmbH. Vor wenigen Tagen fand dort der Spatenstich für das 15 000 Quadratmeter große und 11,5 Millionen Euro teure Autohaus statt, dessen Fertigstellung für das Frühjahr 2016 geplant ist. „Auf dieses Projekt sind wir durchaus stolz. Es zeigt, dass wir auf einem richtig guten Weg sind“, sagt Diana Schulte-Sperlich, Projektleiterin und Prokuristin der Habau GmbH.

Wohin die Reise des etablierten Unternehmens aus Randerath in Zukunft noch gehen wird, vermag selbst Geschäftsführer Schiffer nicht zu prophezeien.

Zwar häuften sich inzwischen auch Anfragen aus dem Ausland, doch ein Engagement über die Grenzen Deutschlands hinaus ist bei der Habau GmbH (noch) kein Thema. „Dafür haben wir momentan keine Kapazitäten. Unser Standort spielt uns bei der Personalgewinnung nicht in die Karten. Viele Fachkräfte aus Aachen zieht es in die Großstädte, etwa nach Köln und Düsseldorf. Und berufserfahrenen Architekten und Bauingenieuren aus Köln ist die tägliche Fahrt nach Randerath zu weit“, bemängelt Schiffer.

Randerath bleibt das Ziel

Der Großteil der Beschäftigten im Unternehmen stammt aus der Region; ein Standortwechsel wird daher erst einmal nicht in Betracht gezogen.

Geht es um luxuriöse Karossen-Tempel, so bleibt in den Navigationsgeräten der Verantwortlichen von Audi, Porsche und Co. das kleine Randerath als Zielort gespeichert.

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