Der libysche Vater zeigt sich erstmals gesprächsbereit

Von: jab
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Aachen/Geilenkirchen. Im Prozess um eine Kindesentführung nach Libyen vor dem Landgericht Aachen bahnt sich möglicherweise ein Happy-End an.

Der 33 Jahre al­te Angeklagte, der seine leibliche Tochter Anfang Januar ohne das Wissen der deutschen Kindsmutter in sein Heimatland verschlepp­te, zeigte sich am Dienstag erstmals gesprächsbereit.

Das Gericht legte dem Autohändler dar, dass er mit einer Haftstrafe auf Bewährung rechnen könne, falls er sich einen vernünftigen Plan überlege, wie die jetzt zwei Jahre alte Amina möglichst rasch zurück nach Deutschland und in die Arme ihrer in Geilenkirchen lebenden, 24 Jah­re alten Mutter kehren könne. Sollte es hingegen keine erfolgreiche Rückführung geben, müsse er mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen. Der Angeklagte hat weder das Sorge- noch das Aufenthaltsbestimmungsrecht für seine Tochter.

Nun soll ein Freund des Angeklagten nach Ägypten fliegen, um von dort aus im Taxi in das vom Bürgerkrieg geschüttelte Libyen einzureisen. In der Stadt Bengasi, wo das Kind angeblich bei den Eltern des Angeklagten untergebracht ist, soll er das kleine Mädchen an sich nehmen und wohlbehalten zurück nach Deutschland bringen.

Knackpunkt dabei ist, dass die Familie des Angeklagten derzeit noch keine Ahnung von den Dramen hat, die sich in Aachen abspielen. Ebensowenig weiß sie davon, dass sich Aminas Vater in Untersuchungshaft befindet. Auch kann die Familie weder über das Telefon noch über das Internet erreicht werden. Sie kann allenfalls durch einen Brief des Angeklagten über den aktuellen Stand der Dinge informiert und zur Zusammenarbeit gebeten werden. Damit hat nun ein Wettlauf gegen die Zeit begonnen: Das Gericht fordert die Rückführung von Amina bis zum 25. Juli. Sollte bis dahin nichts erreicht worden sein, werde es zu einer Verurteilung ohne Strafaussetzung zur Bewährung kommen, kündigte der Vorsitzende Richter Roland Klösgen an. Am Freitag will sich der Angeklagte zum Grund seines Handelns äußern.
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