Der lange Weg der Hückelhovener SPD zurück ans Licht

Von: kalauz
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Hückelhoven-Hilfarth. Zugegeben: Es ist einer der Termine, bei dem schon im Voraus klar ist, dass im Nachhinein eigentlich nicht viel Neues, schon gar nichts Spektakuläres unter dem Strich zu bilanzieren wäre. Das war nicht immer so, wenn der SPD-Ortsverein Hückelhoven zu einer Mitgliederversammlung eingeladen hatte.

Es gab Zeiten, da bestimmten die Sozialdemokraten die Geschicke der Stadt ganz allein. Und da war jede Personalentscheidung, die in einer solchen Versammlung des Ortsvereins anstand, für die ganze Stadt von Bedeutung. Die Zeiten allerdings sind lange her, merkwürdigerweise, oder besser bezeichnenderweise verloren die Genossen im gleichen Maße rapide an politischem Einfluss wie die Bedeutung der Kohle für die Stadt zurückging.

Und mit dem Ende der Kohleförderung übernahm die CDU das Ruder im Rathaus. Die alten Seilschaften, die unter Tage geschmiedet wurden und über Tage ihre Tragfähigkeit im politischen Alltagsgeschäft immer wieder unter Beweis stellten, hatten ausgedient. Nüchterne Geschäftigkeit war an die Stelle von vertrauensseliger Kumpanei getreten.

Für die Sozialdemokraten in der ehemaligen Zechenstadt, die sich zu einer neuen Einkaufsmetropole zwischen Aachen und Mönchengladbach zu wandeln anschickt, begann der Weg durch ein tiefes Tal, aus dem man sich nur mühsam aufwärts tastet. Immerhin sind die Ergebnisse wieder in etwa so, wie die der Partei auf Bundesebene: auch nicht gerade berauschend. Aber man redet wieder über Sachthemen und verzettelt sich nicht mehr – wie so oft in den vergangenen Jahren – in heftigen und bisweilen ausgesprochen unschönen Personaldiskussionen.

Die zwei weiblichen und elf männlichen Mitglieder des Ortsvereins Hückelhoven der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, die sich an diesem Abend in der Gaststätte Windelen an der Marienstraße in Hilfarth eingefunden hatten, jedenfalls diskutierten und informierten sich ausgesprochen sachorientiert. Über die Schwierigkeiten beispielsweise von Rollstuhlfahrern, sich in der neu hergerichteten Innenstadt zwischen Melanchthonstraße, Wildauer Platz, Parkhofstraße, Martin-Luther-Straße und Haagstraße fortzubewegen.

Viel Zeit hatten sich einige Genossen genommen, um mit den Bewohnern des Evangelischen Altenzentrums die Wege abzugehen, die sie im Rollstuhl zurücklegen müssen. Mit Fotos wurden die Schwachstellen dokumentiert; jetzt wird darüber beraten, wo man bei wem in der Stadtverwaltung vorspricht, um für Abhilfe zu sorgen.

Auch über die in die Diskussion gebrachte Schließung von Notfallpraxen im Kreisgebiet sprachen sie. Da wird eine Resolution auf den Weg gebracht, in der man die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein auffordert, die drei vorhandenen Notfallpraxen im Kreis Heinsberg zu erhalten. Je mehr Menschen sich gegen solche Schließungen aussprächen, desto besser – gerade hier auf dem Land.

Da blitzt es kurz, aber leuchtend wieder auf, das alte und wohl für die meisten im Saal noch vertraut klingende Wort von der Solidarität. Nicht zuletzt dieser Gedanke hatte die Sozialdemokratie auch an der Rur ohne H einst groß gemacht.

Politik also ganz nah an den Sorgen und Problemen der Bürger – das bestimmt die Tagesordnung der Mitgliederversammlung des Ortsvereins Hückelhoven. Mühsam ist das, zeitaufwendig – und nur wenig publikumswirksam. Aber es ist wohl der einzige Weg, der die Genossen wieder ans Licht führt. Also für bessere Ergebnisse bei den nächsten Kommunalwahlen sorgen kann.

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