Erkelenz - Der Immerather Dom ist nur noch Erinnerung

Radarfallen Bltzen Freisteller

Der Immerather Dom ist nur noch Erinnerung

Von: red/dpa
Letzte Aktualisierung:
abriss dom
Eindringliche Bilder: Die letzten Mauern des Immerather Doms fielen am Dienstag dem Abrissbagger zum Opfer. Foto: Federico Gambarini/dpa
abriss immerather dom
Eindringliche Bilder: Die letzten Mauern des Immerather Doms fielen am Dienstag dem Abrissbagger zum Opfer. Foto: Federico Gambarini/dpa
20180109_000124125249b993_YUN00065.jpg
Eindringliche Bilder: Die letzten Mauern des Immerather Doms fielen am Dienstag dem Abrissbagger zum Opfer. Foto: CUH
immerather dom
Eindringliche Bilder: Die letzten Mauern des Immerather Doms fielen am Dienstag dem Abrissbagger zum Opfer. Foto: Federico Gambarini/dpa

Erkelenz. Fast 130 Jahre lang war der „Immerather Dom” Heimat für die Menschen und Wahrzeichen der Region - nach nicht mal zwei Abriss-Tagen lag die mächtige Basilika am Dienstag in Schutt und Asche. Der Abbruch sei abgeschlossen, teilte ein Sprecher von RWE Power am Dienstag mit.

Die Arbeiten seien deutlich schneller gelaufen als geplant, sagte Guido Steffen. „An dem Gesamtzeitrahmen ändert sich wahrscheinlich erst einmal nichts, weil das ganze Material auch noch geräumt werden muss.”

Bauern spendeten für „ihren” Dom

Damit ist die Geschichte des mächtigen Kirchenbaus, für den Bauern gespendet und Bewohner des Dorfes von 1888 bis 1891 mit angepackt hatten, vorbei. Für die Menschen in der Region war St. Lambertus ein Wahrzeichen. Am Wochenende hatten sich Hunderte Menschen von „ihrem Dom” verabschiedet. Seit 2013 ist die Kirche bereits entwidmet und damit kein Gotteshaus mehr.

Die Kirche wurde für den Braunkohletagebau Garzweiler abgerissen, damit Tagebaubetreiber RWE Power die darunter liegende Kohle fördern kann. Ende 2018 soll der Tagebau die ehemalige Ortslage Immerath erreichen. In dem alten Ort leben nach Angaben der Dorfgemeinschaft am neuen Standort noch Menschen auf drei Anwesen.

Auch wenn von der Kirche nur noch ein Haufen Schutt übrig ist, hat das Unternehmen seine Sicherheit an der Baustelle verstärkt. Jetzt stehe der Abtransport des Abbruchs an. „Wir haben kein Interesse daran, dass die Arbeiten behindert werden”, sagte Steffen.

Am Vortag hatten Greenpeace-Aktivisten mit der Besetzung der früheren Kirche gegen die Zerstörung von Kultur und Landschaften für die Braunkohle protestiert und damit über Stunden den Beginn der Abbrucharbeiten verzögert. Außerdem hatten sich Aktivisten an einen Bagger gekettet. Die Polizei hatte die Protestaktion friedlich beendet.

Trotz der am Vortag relativ entspannten Lage wurden nach Polizeiangaben vom Dienstag 14 Strafanzeigen gegen Aktivisten gestellt, unter anderem wegen Hausfriedensbruchs, Landfriedensbuchs und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Von sechs der 13 Aktivisten, die vorübergehend in Gewahrsam genommen wurde, konnte die Polizei keine Identität feststellen. Zwei RWE-Mitarbeiter und zwei Aktivisten wurden leicht verletzt.

Lebensgefährliche Situation

Die Polizei sichert nach eigenen Angaben die Baustelle voraussichtlich bis zum Ende der Abrissarbeiten und begründete das mit der lebensgefährlichen Situation durch Bagger und herabfallende Steine. Höhenretter der Polizei hatten am Montag drei Greenpeace-Aktivisten von der früheren Kirche geholt und weitere festgekettete Aktivisten von einem Bagger gelöst.

Am Dienstagnachmittag verbreiteten sich auf Twitter Fotos der Baustelle, auf der mittlerweile auch der letzte der beiden Türme der Kirche gefallen war.

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert