Heinsberg - Der holprige Schotterweg entlang des schönen Seeufers

Der holprige Schotterweg entlang des schönen Seeufers

Von: ger
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Holprig: Für manchen Senior und Gehbehinderten ist der Schotter auf dem Weg zwischen Wochenendhaussiedlung und Lago ein unüberwindbares Hindernis. Hans Jöken fordert, dass die Stadt den Weg endlich asphaltieren möge. Foto: Daniel Gerhards

Heinsberg. Wenn Hans Jöken den Weg zwischen Wochenendhaussiedlung und Lago Laprello geht, dann mischen sich bei ihm Freude und Ärger. Er freut sich über die schön hergerichteten Uferabschnitte, um die sich die Anwohner offensichtlich rührend kümmern. Und er ärgert sich, weil der Weg, über den er dann geht, nur eine grobe Schotterdecke hat.

Für Jöken selbst ist das kein Problem. Er kann dort problemlos gehen. Aber für Senioren, die auf einen Rollator angewiesen sind, stelle der Schotter ein unüberwindbares Hindernis dar. Und Jöken findet, dass der in seinen Augen schönste Uferabschnitt des Lago deshalb vielen älteren Heinsbergern vorenthalten bleibt.

Jöken wurde auf dieses Ärgernis aufmerksam als – nach einem Cappuccino am Bootshaus – einige seiner Begleiter auf dem Heimweg abbogen. Der Schotterweg sei viel zu gefährlich, die „Rollatorfahrer“ mussten deshalb den Weg entlang der „übelriechenden“ Jungen Wurm nach Hause gehen.

Also schrieb Jöken an die Stadt, er regte an, den Weg zu asphaltieren, oder wenigstens einen schmalen asphaltierten Gehweg anzulegen. Das war bereits im Juni des vergangenen Jahres. Was aus dem Rathaus zurückkam, waren knappe Schreiben mit pauschal formulierten Antworten. Tenor: Die Stadt wird den Weg nicht asphaltieren oder pflastern.

Ein kurzes Stück

Als nun bekannt wurde, dass die Stadt die rechtlichen Grundlagen dafür schafft, dass auf einem 3300 Quadratmeter großen Grundstück am südlichen Seeufer eine Tagespflegeeinrichtung und seniorengerechte Bungalows gebaut werden können, wandte sich Jöken an unsere Zeitung. Bestandteil der Planungen ist nämlich auch, dass ein kurzes Stück des Weges – von der Ringstraße in Lieck bis zum fraglichen Grundstück – gepflastert werden soll. Der Rest des Weges solle bleiben, wie er ist. Und damit bliebe auch der Schotter ein Hindernis für die Senioren aus der Innenstadt und die, die in der künftigen Residenz am Seeufer wohnen werden.

Den Weg zu pflastern oder zu asphaltieren, sei aber derzeit nicht vorgesehen, sagte der städtische Dezernent Hans-Walter Schönleber auf Anfrage unserer Zeitung. Vielmehr gelte Folgendes: „Der Weg ist nur als Geh- und Radweg gewidmet“ und sei deshalb nicht für Autos gedacht. Dass er von den Anliegern trotzdem hin und wieder mit dem Auto befahren werde, sei der Stadt bekannt. Grundsätzlich gebe es aber an der Fritz-Bauer-Straße gegenüber der Justizvollzugsanstalt Garagen, die den einzelnen Wochenendhäusern zugeordnet seien.

Und wenn man den Weg nun doch asphaltieren wollte? Im Rathaus ist man sich offensichtlich nicht sicher, ob und wie das möglich wäre. Würde man asphaltieren, müsste die Stadt die Anwohner über Anliegerkosten zur Kasse bitten. Und ob das in einer Wochenendhaussiedlung überhaupt möglich ist, dahinter setzt Schönleber ein Fragezeichen. Aber ohne Anliegerbeteiligung fehlen die Mittel für den Ausbau. Am Ende beißt sich die Katze in den Schwanz.

Hans Jöken ist – wie viele andere Heinsberger – der Ansicht, dass der Begriff Wochenendhaussiedlung aber längst ein gutes Stück an der Realität vorbeigeht. Denn es sei in Heinsberg ein offenes Geheimnis, dass mancher Bewohner der schmucken kleinen Häuser längst nicht nur am Wochenende dort weilt. „Da sollte die Stadt mal Nägel mit Köpfen machen und daraus ein normales Wohngebiet machen“, findet Jöken.

Dann sei es auch möglich, die Sache mit dem Weg im Sinne der „Rollatorfahrer“ zu regeln.

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