Der Heimatverein der Erkelenzer Lande möchte einen virtuellen Rundgang

Von: Helmut Wichlatz
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Virtueller Rundgang: Wolfgang Lothmann, Werner Finken, Heike Vogt und Günther Merkens vom Heimatverein (v.l.) wollen auch die Orte, die dem Braunkohletagebau weichen müssen, für die Nachwelt erlebbar halten. Foto: Wichlatz

Erkelenz. Der Heimatverein erschließt mit seinem virtuellen Museum eine neue Dimension der Erinnerungskultur. Denn in dem geplanten „Museum der verlorenen Heimat“ soll die Erinnerung an die Ortschaften Kuckum, Keyenberg, Berverath sowie Ober- und Unterwestrich in Wort und Bild erhalten bleiben, nachdem sie dem Tagebau weichen mussten.

Geplant sind virtuelle Ortsbegehungen, für die die Straßenzüge sowie bestimmte Gebäude von innen und außen festgehalten werden.

In einem zweiten Schritt werden die Fotos und Filme so aneinander montiert, dass die Möglichkeit geschaffen wird, sich virtuell in dem Ort zu bewegen. Die Arbeitsweise erinnert an Google Streetview. Um das Bildmaterial zu erstellen, werden Mitglieder des Arbeitskreises „Virtuelles Museum“ im Heimatverein in nächster Zeit vor Ort Aufnahmen machen.

Wolfgang Lothmann ist Sprecher des Arbeitskreises und weiß, dass Eile geboten ist. „Schon jetzt verändern sich die Ort“, weiß er. „Bei Keyenberg werden schon Erdarbeiten vorgenommen, die das Bild des Ortes verändern.“ Für die virtuelle Darstellung der Ortschaften wird mit verschiedenen Aufnahmemöglichkeiten und moderner Computertechnik gleichermaßen gearbeitet. So können zum Beispiel Luft- und Panoramaaufnahmen und topographische Karten zusammengefügt werden, um ein 3D-Modell zu erhalten, in dem man sich „fast echt“ bewegen kann.

Bei Borschemich und Immerath konnte der Arbeitskreis zur Darstellung fast ausschließlich auf Archivmaterial zurückgreifen. Bei den Ortschaften, die in der nächsten Phase des Tagebaus weichen müssen, will der Arbeitskreis eine möglichst umfassende und realistische Dokumentation erstellen.

Derzeit existiert nur eine Werbeseite im Internet, auf der der Heimatverein über sein Vorhaben informiert. Garniert ist sie jedoch mit einer Innenansicht der Keyenberger Kirche, die mittels Kugelpanorama-Technik aufgenommen wurde. So entsteht der Eindruck, man befinde sich mitten im Gotteshaus, das man in alle Richtungen unter die Lupe nehmen kann. An bestimmten Stellen sind Infopunkte, hinter denen sich Wissenswertes verbirgt, das auf Mausklick sichtbar wird.

Lothmann und seine beiden Mitstreiter Heike Vogt und Bernd Finken werben bei den Bewohnern der Ortschaften für ihre Idee vom virtuellen Museum und informieren darüber, wann die Fotografen kommen. „Personen werden natürlich unkenntlich gemacht“, betont Finken. „Das gilt auch für Gebäude, wenn der Eigentümer darauf besteht.“ Ansonsten garantiere man den Bewohnern der Orte, dass die Bilder vom Inneren der Gebäude nach der Umsiedlung veröffentlicht werden. „Wir kommen ja nicht, um zu spionieren“, erklärt Heike Vogt. „Uns geht es darum, die Ortschaften und die Erinnerung an sie für die Zukunft zu erhalten.“

Ins Netz eingestellt wird das virtuelle Museum frühestens 2017. Mit den Aufnahmen wird zunächst in Keyenberg begonnen. „Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter werden sich als solche ausweisen können“, betont Finken.

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