Heinsberg - Der Hauptschulleiter geht, das Kollegium zieht weiter

Der Hauptschulleiter geht, das Kollegium zieht weiter

Von: Anna Petra Thomas
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Die Schüler charakterisierten ihren Schulleiter anhand der Buchstaben seines Namens. Fotos (2): Anna Petra Thomas Foto: Anna Petra Thomas
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Matthias Reinartz freute sich zusammen mit seinem Stellvertreter Mirko Hagen über eine schöne Abschiedsfeier.

Heinsberg. Sie war von großer Herzlichkeit und von ebenso großen Emotionen geprägt, die Abschiedsfeier für Matthias Reinartz. Der Leiter der Heinsberger Hauptschule ist zum Ende des Schuljahres nach 36 Jahren Tätigkeit an der Schule in Ruhestand gegangen.

Außer Schülern, Lehrern und Elternvertretern waren jedoch nur wenige Vertreter des öffentlichen Lebens zu der Feierstunde geladen, auf ausdrücklichen Wunsch des Schulleiters, wie sein Stellvertreter Mirko Hagen in seiner Begrüßung bemerkte.

Gekommen war aber Bürgermeister Wolfgang Dieder, der die Arbeit von Reinartz an der Schule noch einmal Revue passieren ließ. Anfang 1979, also vor 36 Jahren, war er als Lehrer an die Schule gekommen. Anfang 2003 übernahm er deren Leitung. „Mit Geduld, Einfühlungsvermögen und einem Höchstmaß an persönlicher Zuwendung für die Ihnen anvertrauten Kinder haben Sie Ihren Auftrag als Pädagoge und Schulleiter erfüllt“, sagte Dieder und lobte das ruhige, bescheidene Auftreten von Reinartz, das jedoch stets mit seiner großen Einsatzbereitschaft gepaart gewesen sei.

Mit seiner gehe auch die Ära der Schule zu Ende, so Dieder weiter. „Da seit dem Schuljahr 2013/14 keine Eingangsklassen mehr gebildet werden konnten, wird die Schule auf Verfügung der Bezirksregierung zum 31. Juli geschlossen.“ Sieben Lehrer und rund 100 Schüler werden auf die Hauptschule nach Oberbruch wechseln, das Gebäude künftig von der Grundschule genutzt. Die Stadt als Schulträger werde alles Mögliche tun, damit die Heinsberger Schüler in Oberbruch einen leichten Start hätten, sich schnell einleben und vor allen Dingen wohlfühlen könnten. „Und wenn irgendetwas ist, wendet Euch an mich“, sagte Dieder den Schülern.

Dass es eine große Diskrepanz gebe zwischen dem Ruf der Hauptschule und der hohen Zufriedenheit von Schülern und Eltern, sei sehr schade, erklärte Schulrat Jürgen Rudig. Hauptschulen seien immer früh unterwegs gewesen, etwa bei Themen wie Integration und Inklusion, Berufsorientierung oder Ganztag. Die Hauptschule in Heinsberg habe 40 Jahre bestanden, und fast von Anfang an sei Reinartz dort tätig gewesen, habe all seine Aufgaben dort mit „Herz, Hand und Verstand umgesetzt“, schloss er.

„IHF – Ich habe fertig“

Dann waren die Schüler unter der Leitung von Schülervertreterin Manuela Appel an der Reihe. Sie traten jeder mit einem Buchstaben aus dem Vor- und Zunamen des Schulleiters sowie des Wortes „Schulleiter“ vors Publikum und nahmen diesen als ersten Buchstaben eines Adjektivs, mit dem sie Reinartz dann charakterisierten.

Zu Überraschung aller hatten die Lehrer Klaus Schruff (Gitarre) und Wolfgang Mallmann (Violine) zwei Lieder auf die Feier umgetextet, die sie mit den Gästen der Feier sangen. „Ja, das Kollegium zieht weiter, nur der Chef zieht nicht mit“, hieß es da etwa auf die Melodie des bekannten Karnevalslieds von der Karawane. „Denn das Kollegium zieht weiter, beschützt auf Schritt und Tritt, mit dem Geist vom alten Chef, der ist unser Hit!“, lautete die letzte Strophe.

Hartig ergänzte das Gehörte um Anekdoten vom Kaffee-Verschütten und der Liebe zu Kuchen, vor allem aber um die Schilderung eines Menschen, „der das Herz auf der richtigen Seite hat“. Unter lautem Jubel der Schüler verlieh er ihm einen Preis für sein Lebenswerk. „Heute glaube ich alles, was ich gehört habe“, ergriff schließlich Reinartz selbst das Wort.

Schüler und Lehrer an der neuen Schule zu besuchen, versprach er, bevor er zugab, ganz froh zu sein, sich nicht mehr mit so vielen Abkürzungen herumquälen zu müssen. „IHF – Ich habe fertig“, war die letzte, die er zitierte, um sich dann von jedem Schüler einzeln in seiner ihm ganz eigenen Herzlichkeit persönlich zu verabschieden.

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