Erkelenz - Der Anblick des sterbenden Dorfes bewegt

Der Anblick des sterbenden Dorfes bewegt

Von: hewi
Letzte Aktualisierung:
7520682.jpg
Im Rahmen des Comenius-Projektes wurden Gastschüler aus Frankreich, Italien, Spanien, Polen und Rumänien im Alten Rathaus von Erkelenz empfangen
7520690.jpg
Europaschullehrer Dominique Pierre übersetzte bei der Exkursion für die Besucher, was Pastor Günter Salentin zu erzählen wusste.

Erkelenz. „Réagir pour l’avenir – Handeln für die Zukunft.“ Unter diesem Motto nehmen Schulen aus sechs europäischen Ländern an einem Comenius-Projekt teil, darunter auch die Europaschule aus Erkelenz, die zum Arbeitstreffen nach Erkelenz eingeladen hatte.

Bei dem Projekt geht es darum, dass die Schüler lernen, Zusammenhänge zu erkennen. „Nichts, was man tut, bleibt ohne Folgen“, erklärt Bettina Peiffer, Konrektorin der Europaschule. Daher sei es wichtig abzuwägen, welche Folgen auch das eigene Handeln haben kann. In der länderübergreifenden Zusammenarbeit stellen die Schüler die energiepolitischen Themen und Probleme ihrer Heimat vor.

Dazu hatten sich auch die Besucher vorbereitet und hielten Referate über die Zustände in ihren Ländern. So hatten die 22 Schüler und zwölf Lehrer eine durchaus arbeitsreiche Woche vor sich. Dazu gehörte natürlich auch der offizielle Antrittsbesuch in der guten Stube der Stadt, dem Alten Rathaus, in dem sich die Gäste auch ins Gästebuch der Stadt eintrugen.

Normalerweise haben Spitzen der Verwaltung immer eine Präsentation parat, um offiziellen Gästen die Stadt mit ihrer Geschichte und Gegenwart sowie den sogenannten „weichen Standortfaktoren“ vorzustellen. Da ist dann die Rede von Einwohnerzahlen, Karneval und Kirmes, Kaufkraft und Steueraufkommen, aber auch von der Infrastruktur für Familien und Gewerbeansiedlungen.

Diesmal fiel die Präsentation aber ein wenig anders aus, denn der Erste Beigeordnete, Dr. Hans-Heiner Gotzen, ging vor allem auf den Tagebau ein, der die Stadt seit Jahren bedroht und ihr für die Zukunft seinen Stempel in Form eines riesigen Loches aufdrückt. Das an sich war schon beeindruckend. Dies sei kein „Handeln für die Zukunft“, wie Gotzen betonte.

Am Mittwoch ging es dann unter der Führung von Pfarrer Günter Salentin mit dem Bus in die Ortschaften, die weggebaggert werden sollen. In Kuckum wurde erstmals die Frage aufgeworfen, was denn mit der Kirche passiert, wenn der Ort „tagebaulich in Anspruch genommen“ wird. Salentins Antwort, dass die Kirche dann abgerissen werde, machte den Schülern und Lehrern erst die Endgültigkeit des Tagebaus klar.

Selbst wenn sie wegziehe, bleibe ihre Heimat immer noch da, erklärte eine italienische Schülerin. Es sei unvorstellbar, dass die Heimat hier jedoch für immer verschwindet. Von Kuckum ging es dann nach Immerath. Was sie da sahen, berührte die Schüler. „Einige Schüler begannen zu beten, als sie die entweihte Kirche sahen“, berichtete Peiffer.

Zurück in der Schule, stand Günter Salentin den Schülern und ihren Fragen Rede und Antwort und wusste auch Persönliches zu berichten von den Betroffenen, die sich auf ihren Umzug vorbereiten.

Schon im Mai geht es nach Italien, wo die Teilnehmer sich dann mit den Problemen befassen, die die Wasserversorgung bereiten kann.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert