Dekorationen für vier Kreisverkehre: Stadt investiert 200.000 Euro

Von: Ingo Kalauz
Letzte Aktualisierung:

Hückelhoven. Immerhin: 200.000 Euro hat die Stadt locker gemacht, um die Landschaft mit Kunst aufzuhübschen. Genauer gesagt: Um die vier Kreisverkehre rund um das Hückelhoven Center attraktiver zu machen.

Die 200.000 Euro werden auf die kommenden sieben Jahre verteilt, die Aufträge an die Künstler freilich wurden schon jetzt vergeben. Der Rat hatte dem Ausschuss für Kultur-, Sport- und Städtepartnerschaft die Entscheidungskompetenz übergeben.

Zehn Künstler hatten Modelle ihrer Vorstellung von „Kunst im Kreisverkehr“ eingereicht. Eine Kommission unter Leitung des Kunstsammlers und Vorsitzenden des Hückelhovener Kunstvereins „Canthe“, Helmut Neusser, der die Mitglieder des politischen Gremiums, in diesem Fall denen des Kulturausschusses, sowie die Leiterin des Heinsberger Begas-Hauses, Dr. Müllejans-Dickmann, angehörten, war sich nach zwei langen Sitzungen bei den Kunstwerken von drei der vier Verkehrsinsel relativ schnell ziemlich einig. In der Sitzung des Kulturausschusses im Dorfgemeinschaftshaus in Doveren wurden die Entscheidungen erläutert.

Beim hantelförmigen Kreisverkehr (deshalb auch „die Hantel“ genannt) gegenüber des Stadions wird eine Arbeit des in Heinsberg-Horst wohnenden und in Hückelhoven arbeitenden Künstlers Gert Jäger installiert. Diese Skulptur trägt den Titel „Stadtmarke Landabsatz – von Ereignissen, Visionen und Historie“.

Das Werk besteht aus drei konischen Stelen, die mit der breit auslaufenden Seite himmelwärts zeigen und am Boden in einem verdeckten Fundament befestigt sind. Im oberen Bereich sind sie jeweils mit einem Satzfragment versehen, das auf jeder Stele beidseitig angebracht ist. Die Satzfragmente lauten: „gestern war heute noch morgen“ und „morgen ist heute schon gestern“ und „Futtsack bleibt“.

Futtsack? Der Künstler selbst klärt auf: „Das ist eine Redewendung aus der Zeit, als im Bergbau noch Grubenpferde eingesetzt wurden. Wenn Unruhe oder Probleme im Schacht auftraten, wurden die Pferde schnell unruhig. Dann bekamen sie zur Beruhigung den Futtersack um. Verkürzt wurde daraus Futtsack. Die Satzfragmente der beiden anderen Selen dienen als Rahmen, um sich mit dem lokalen Wandel der letzten 25 Jahre und mit der Natur des steten Wandels im Allgemeinen auseinander zu setzen.“

13 Tonnen Stahl

Der Kreisverkehr gegenüber Decathlon wird demnächst von einer Plastik von Wilfried Kleiber dominiert: Das Objekt des in Erkelenz-Gerderath wohnenden Künstlers hat eine Höhe von fünf Metern und ist 1,5 Meter breit. Die Skulptur besteht aus zwei Teilen, im Abstand von einem halben Meter, die Ausführung des Objekts ist komplett aus Edelstahl gearbeitet.

Auch hier hat der Künstler selbst erklärende Worte parat: „Der Teil der Skulptur, der das ,neue‘ Hückelhoven darstellt, ist geschliffen und poliert. Und der Teil der Skulptur, der das ,alte‘ Hückelhoven symbolisiert, ist pulverbeschichtet. Die kunstvolle Darstellung der Stadt Hückelhoven – zwei Teile stehen sich absolut gleichwertig gegenüber. Beim Umschreiten und Umfahren der Objekte ist immer auch ein Teil des anderen sichtbar.“

Beim Kreisverkehr an der Landstraße 117 hat sich die Kommission erneut für eine Arbeit von Gert Jäger entschieden: Die Skulptur trägt den Titel „gestern – heute – morgen, oder: Die Konstante ist der Wandel“. 13 Tonnen Stahl werden für diese Plastik, die im Modell sowohl Dynamik als auch Leichtigkeit erkennen lässt, verarbeitet. Warum gerade Stahl, warum dieser Titel?

Der Künstler selbst: „Stahl ist Ausdruck menschlichen Handelns und ein elementares Handelsgut. Dynamische Prozesse werden in den drei Zeitebenen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gedacht. Wandel vollzieht sich aber kontinuierlich. Die Vergangenheit wird nicht von der Zukunft abgelöst oder gar überrollt, sondern die Gegenwart selbst unterliegt einer stetigen Metamorphose. Über Zwischenschritte kann diese Änderung über die Zeit durchaus epochale Veränderungen bewirken.“

Keine Einigung in der Kommission konnte für die Skulptur an der Sophiastraße/ehemalige Bergberufsschule erzielt werden. Deshalb wurde darüber in der Sitzung des Kulturausschusses abgestimmt. Mit 13 gegen sechs Stimmen erhielt die Arbeit von Willi Arlt aus Geilenkirchen für diesen Kreisverkehr den Zuschlag. „Spuren des Wandels“ nennt Arlt seine Skulpturengruppe.

Allerdings wurde ihm zur Auflage gemacht, seine Skulptur noch einmal zu modifizieren: Von einer „Verminderung“ sowie einer „gewissen Glättung“ sprach der kunstverständige Kommissionsvorsitzende (Helmut Holländer: „Ohne ihn wäre dieses ganze Findungsprozedere gar nicht möglich gewesen“) Helmut Neusser.

Es ist halt nicht so ganz einfach mit der Kunst...

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert