Heinsberg - Defektes Becken: Freibadsaison verschiebt sich

Defektes Becken: Freibadsaison verschiebt sich

Von: Rainer Herwartz
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Still ruht der See – oder besser – die Wasseroberfläche im Becken des Oberbrucher Freibades. Das wird auch noch eine Weile so bleiben. Denn hoch stehende Metallplatten am Boden des Beckens gefährden die Schwimmer. Fotos (2): Rainer Herwartz Foto: Rainer Herwartz
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Erster Beigeordneter Jakob Gerards musste als Geschäftsführer der Stadtwerke die Eröffnung des Freibades in Oberbruch verschieben. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Eigentlich sollte das Freibad in Heinsberg-Oberbruch am Samstag wieder seine Pforten öffnen, um die Freiluftbadesaison 2015 einzuläuten. Doch daraus wird nichts. Zunächst jedenfalls. Denn die Stadtverwaltung ließ in einer knappen Meldung wissen, dass die Eröffnung „aus technischen Gründen“ verschoben werden müsse.

Im Gegenzug bleibe das Hallbad aber noch weiterhin geöffnet. Technische Gründe, was heißt das konkret? „Beim Reinigen des Beckens haben sich Metallplatten im Boden versetzt, die im Badebetrieb eine Gefährdung der Badegäste ergeben könnten“, sagt Erster Beigeordneter Jakob Gerards auf Nachfrage. „Deshalb sehen wir uns derzeit nicht in der Lage, das Bad zu öffnen.“

Auch über die Wintermonate hinweg bleibt das Wasser im Becken, wie Gerards erläutert. Die 1000 Quadratmeter große Fläche ergibt dabei eine Wassermenge von stattlichen 2700 Kubikmetern. Als nun das Wasser zur Frühjahrsreinigung des Beckens abgelassen wurde und damit der immense Druck im Becken nachließ, habe sich der Boden ein wenig gehoben.

Die Betreiber waren jedoch zuversichtlich, dass sich dies durch die Neubefüllung wieder setzen würde, was offenbar auch geschah. Bis auf die eingelassenen Metallplatten eben, die nun immer noch in die Höhe ragen.

Hilfe naht aus München

Hilfe naht jedoch in Form des Münchner Unternehmens, dass das Becken für die Stadt angelegt hat. In der Woche zwischen dem 18. und 22. Mai werden die Experten das Problem beheben, ist Gerards zuversichtlich. Nach Pfingsten soll der Badebetrieb in Oberbruch dann zügig anlaufen.

Aber wieso eigentlich in Oberbruch, wäre in diesem Jahr nicht das Freibad in Kirchhoven turnusmäßig an der Reihe gewesen? „Im Grunde ja“, sagt Gerards, „aber die Gesellschafterversammlung der Stadtwerke, die die Bäder in Heinsberg betreiben, hat 2014 beschlossen, abweichend von der bisherigen Regelung, das Freibad in Oberbruch erneut zu öffnen“.

In der Sitzungsniederschrift heißt es dazu: „Aufgrund des laut Gutachtens hier deutlich höheren Sanierungsbedarfs im Vergleich zum Standort in Oberbruch werde allerdings vorgeschlagen, zum Zwecke der Kosteneinsparung in 2015 wieder das Freibad in Oberbruch zu öffnen.“ Einstimmig folgten die Mitglieder der Gesellschafterversammlung diesem Vorschlag – zehn Ratsvertreter der CDU, vier der SPD, je einer der Grünen und der FDP sowie Bürgermeister Wolfgang Dieder sind stimmberechtigt.

Jakob Gerards, der auch einer der Geschäftsführer der Stadtwerke ist, sagt in diesem Zusammenhang, „man hat sich nicht klar dahingehend geäußert, dass Kirchhoven auch in Zukunft nicht mehr geöffnet wird“. Fest steht allerdings, dass der Erhaltungsaufwand in Kirchhoven doppelt so hoch ist wie in Oberbruch. In einem Zehnjahreszeitraum seien hier laut Gutachten 2,041 Millionen Euro veranschlagt worden, wohingegen der Sanierungsbedarf in Oberbruch Kosten in Höhe von 1,238 Millionen Euro verursache. Auch das Hallenbad schlägt übrigens mit fast 1,8 Millionen Euro zu Buche.

Zur Erinnerung: Das Oberbrucher Freibad erhielt laut Bädergutachten eine rundum positive Bewertung. Das Bad sei in einem optisch guten Zustand und biete ein „attraktives Angebot mit verschiedenen Erlebniselementen“. Zudem sei die Wasserfläche „gut dimensioniert“.

Auch das Freibad in Kirchhoven sei mit Ausnahme des Sanitärbereichs in gutem Zustand, der das Alter der Anlage nicht erahnen lasse. Die Grünanlage sei sehr attraktiv, aber die Wasserfläche „etwas überdimensioniert“. Das Betriebsergebnis, das Erlöse und Aufwendungen gegenüberstellt, betrug für 2012 beim Hallenbad ein Minus von 701.779 Euro, beim Freibad Kirchhoven ein Minus von 123.311 Euro und in Oberbruch ein Minus von 349.166 Euro. In der Summe kommen so 1.174.256 Euro zusammen.

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