Das Testament, Opas liebstes Druckmittel

Von: Dettmar Fischer
Letzte Aktualisierung:
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„Ein Pralinchen, eins aber nur, die anderen schmecken ja gleich“, meinte Opa Gerhard (Gerd Geiser) und zeigte sich mal wieder wenig großzügig gegenüber Schwiegertochter Karin (Vera Geiser) im Schwank „All weer en nü Testament“ der Kirchhovener Schützen-Theatergruppe. Foto: defi

Heinsberg-Kirchhoven. Opa Gerhard ist ein echter Sturkopf. Zum Anfang des Schwankes der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Kirchhoven „All weer en nü Testament“ tyrannisiert der Opa seine Familie und auch am Ende des Stückes, nachdem die Familie ihn therapeutisch beerdigt hatte, war keine Besserung in Sicht.

Die Theatergruppe der Kirchhovener Schützen ist eine eingeschworene Schauspielertruppe, die seit Jahren mit ihren Aufführungen im Rahmen des Familienabends der Bruderschaft Erfolge feiert – so auch in diesem Jahr. „Da make wer eh nü Testament“ ist eine Drohung, die Opa Gerhard – hervorragend dargestellt von Gerd Geiser – regelmäßig ausstößt, wenn mal was nicht nach seinem Kopf geht, und das passiert durchaus mehrmals täglich.

Glücklicherweise kommt Anwalt Hermann (André Geffers) gerne ins Haus, weniger, um Testamente neu aufzusetzen, sondern um sich um die Gunst von Opas Enkelin Petra (Sabine Heggen) zu bemühen. Hermann bekommt am Ende seine Petra, soweit die guten Nachrichten zum Verlauf der Geschichte.

Aber nicht jeder Schwank muss ja am Ende gut ausgehen, Hauptsache die Zuschauer haben ihre Freude, und die hatten die vielen Besucher in der Kirchhovener Mehrzweckhalle auf jeden Fall. Sie amüsierten sich köstlich über den Sturkopf und seine Mitspieler. Eine von ihnen war Vera Geiser, die Schwiegertochter Karin spielte. Warum so viele Schauspieler der Kirchhovener Schützen Geiser heißen, ist nicht bekannt, aber die Geisers haben das Schauspielern wohl in den Genen.

Vera Geiser ist sicherlich eine tragende Säule der Laienspielschar. Sie ist schon lange auf den Bühnenbrettern präsent und versteht es hervorragend, Hochdeutsch spontan ins Platt zu übertragen. Etwa als Opa Gerhard sich die Sahnetorte über Nacht alleine einverleibt: „Da häts De dich dat letzte Stück auch noch in de Balch ziehe könne.“ Klar, dass der Opa sofort nach einem neuen Testament verlangte. Selbst noch ein Geiser, Christoph, konnte als Sohn Karl die Wogen nicht mehr glätten. Und auch die verständnisvolle Hilde (Kerstin Baltes), Mutter von Karin, war machtlos. Die Enkelinnen Petra und Susanne (Katrin Zwirner) konnten dem sturen Opa ebenfalls keine Paroli bieten. Zeit also für Opas Beerdigung.

Wenn da bloß nicht Schwester Bonifatia (Katja Ohligschläger), Tochter von Opa Gerhard, gewesen wäre. Nonnen dürfen ja bekanntlich nicht lügen, also flog der Schwindel am Ende doch und Opa Gerhard stand von den Toten auf und wiederholte sich: „Hermann, wer make en nü Testament“.

Die Theatergruppe der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft ist über die Jahre zu einer Truppe geworden, bei der sich jeder auf jeden verlassen kann, und so überträgt sich die Freude am Spiel auch schnell auf das Publikum. Jacqueline Günther (Maske) sorgte dafür, dass alle Schauspieler gut aussahen. Waltraud Philippen ist seit vielen Jahren die Regisseurin und Souffleuse der Truppe.

Alle Beteiligten der Aufführung wurden mit einem begeisterten Applaus des Publikums belohnt. Musikalisch eröffnet hatten die Kirchenchöre Heinsberg und Kirchhoven den Abend.

Unter der Leitung von Valerie Minenkov sangen sie gemeinsam „Freunde, die ihr seid gekommen“, „Frisch gesungen“ und „Lied an die Freude“ und erhielten ebenfalls viel Beifall.

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