Hückelhoven - Das sympathische Gesicht der Willkommenskultur

Das sympathische Gesicht der Willkommenskultur

Von: Ingo Kalauz
Letzte Aktualisierung:
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Die 19-jährige Clara Zähe hat ehrenamtlich in der Internationalen Vorbereitungsklasse am Gymnasium Hückelhoven gearbeitet. Ihr Engagement wird von allen Seiten hoch gelobt. Foto: kalauz

Hückelhoven. Es ist ja nicht allein die logistische Herausforderung, die die Verantwortlichen bei der Stadt angesichts der in Hückelhoven willkommen geheißenen Flüchtlinge meistern müssen – auch die Schulen werden vor neue Herausforderungen gestellt.

Denn die Kinder der Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea, Afghanistan, der Asylsuchenden aus Rumänien oder aus welchen Ländern sie auch sonst noch kommen, müssen zur Schule. Am Gymnasium Hückelhoven ist deshalb eine Internationale Vorbereitungsklasse eingerichtet worden. Ziel dieser besonderen Klasse ist es, den jungen Menschen möglichst rasch den Zugang zur deutschen Sprache zu vermitteln, damit sie möglichst schnell in einer „Regelklasse“ unterrichtet werden können.

14 schulpflichtige Kinder aus zehn Nationen Kinder sitzen nun in dieser mit Hilfe des Schulträgers, also der Stadt, und mit finanzieller Unterstützung einer Stiftung eigens eingerichteten Klasse – keines von ihnen spricht deutsch, wenige etwas englisch. Eine schwierige Aufgabe für die Pädagogen, diese Kinder zu unterrichten.

Am Hückelhovener Gymnasium ist für das Fach Englisch Jutta Gebhart zuständig, Renate Schwittlinsky für Naturwissenschaften, Ulrich Latour für Mathe, Ina Hermanns für Sozialwissenschaften, und das Fach Deutsch wird den Kindern von Sabine Pelzer und Birgit Fluhr-Leithoff vermittelt. „Wir bieten diesen Kindern einen Komplettunterricht in Ganztagsform an“, sagt Birgit Fluhr-Leithoff.

Für die Fachkräfte eine ganz große Hilfe war dabei seit dem Beginn dieses Schuljahres Clara Zähe. Die 19-Jährige hat bis vor kurzem noch selbst am Gymnasium in Haus Overbach die Schulbank gedrückt, ihre Schwester besucht das Gymnasium in Hückelhoven, wo ihre Mutter die Englisch-AG leitet. „Ich hatte etwas zu viel Freizeit und wollte die sinnvoll nutzen“, sagt sie.

„Ich habe hier gerne ehrenamtlich bis zum Beginn meines Marketing- und Französischstudiums in London gearbeitet. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, zu sehen mit welcher Begeisterung die Kinder hier lernen wollen und welche Fortschritte sie in kurzer Zeit gemacht haben.“ Und Birgit Fluhr-Leithoff spricht das aus, was die junge Frau selbst aus Bescheidenheit nicht sagt: „Clara war in den Wochen, in denen sie sich hier ehrenamtlich eingebracht hat, für die hauptamtlichen Lehrer eine unglaublich große Unterstützung“.

Was Clara Zähe besonders beeindruckt hat, war die Bereitschaft der Kinder, sich untereinander zu helfen, sich gegenseitig aufzubauen – trotz oder gerade wegen der Sprachbarrieren, die abzubauen ihre gemeinsame Aufgabe ist. Für die Schüler spielt ihre unterschiedliche Herkunft dabei keine Rolle. „Wir sprechen mit den Kindern deutsch“, sagt sie. „Aber wenn einer etwas nicht versteht, kann ein anderer das vielleicht auf spanisch oder griechisch erklären, was wieder einer auf englisch übersetzt, bis es dann auch auf deutsch verstanden wird.“

Mühsam ist das, sicher. „Es ist alles komplett anders, als ich das von der Schule her kenne. Vieles geschieht auch spielerisch“, sagt Clara Zähe. „Es macht unwahrscheinlich viel Spaß.“ Ja, sagt Clara Zähe, es werde ihr in London etwas fehlen, wenn sie wieder an sich selbst denkt und sich um ihr eigenes Studium kümmert, die Kinder haben ihr einen rührenden Abschiedsbrief geschrieben: „Ich habe in der kurzen Zeit hier eine richtige Beziehung zu den Kindern aufgebaut.“

Gelebte Integrationshilfe

Für Birgit Fluhr-Leithoff ist das ehrenamtliche Engagement, das Clara Zähe gezeigt hat, vorbildlich: „Das ist gelebte Integrationshilfe. Besser kann man gar nicht zum Aufbau einer solidarischen Gemeinschaft beitragen.“

Die 19-jährige Clara Zähe hat mit ihrer freiwilligen Arbeit mit den Schülern der Internationalen Vorbereitungsklasse am Gymnasium Hückelhoven der oft bemühten „Willkommenskultur“ ein Gesicht gegeben. Ein überaus sympathisches Gesicht ...

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