Heinsberg-Kempen - „Das riecht nach Heimat“: Vorpremiere macht Appetit auf mehr

„Das riecht nach Heimat“: Vorpremiere macht Appetit auf mehr

Von: Anna Petra Thomas
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Auf der Bühne in Kempen: „Fransje van de Dansje“ in Holzschuhen gehört für Christian Pape (rechts) und Dr. Stefan Bimmermann einfach dazu. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Kempen. Aachen, Düsseldorf und Bonn waren die Stationen vor dem Besuch in Kempen, der einzigen Vorpremiere von Christian Papes neuer Comedy „Das riecht nach Heimat“ im Kreis Heinsberg.

In der Bürgerhalle, die Pape kurzentschlossen in den „Gürzenich des Kreises Heinsberg“ umtaufte, traf er auf ein von Anfang an restlos begeistertes Publikum. Dass die Halle beim neunten gemeinsamen Comedyabend von Schützenbruderschaft und Karnevalsgesellschaft nicht ganz ausverkauft war, tat der Stimmung keinen Abbruch. Die St.-Katharina-St. Josef-Schützenbruderschaft trage das Wort „Heimat“ ja schon in ihrem Leitspruch „Glaube, Sitte, Heimat“, erklärte Guido Peters, Präsident der KG Kemper Gröne, in seiner Begrüßung. Und natürlich seien auch Kempens Karnevalisten sehr heimatverbunden.

„Buchstabensuppe im Kopf“

Dann ging‘s los. Bei den ersten Anweisungen aus dem „Off“ tat sich auf der Bühne noch gar nichts. Die eroberte als erster Dr. Stefan Bimmermann, der Pape dann wie gewohnt am Keyboard fein gestriegelt im blauen Pullunder begleitete. Gleich fünf Pullunder, einer über dem anderen, sollte das Publikum im Laufe des Abends zu sehen bekommen. Pape, der seinen Kompagnon als „kleinste Bigband der Welt“ vorstellte, kam im edlen schwarz-grau gemusterten Jackett mit Satinkragen, modern geflickter grauer Jeans und Turnschuhen im angesagten braun-schwarzen „Animal-Print“ daher. „Hier bin ich zu Hause, ich hab Gänsehaut!“, rief er den Kempenern zu, die ihn vor allem von seinen Besuchen im Karneval kennen.

„Ich bin überrascht, wohin die Karten verkauft wurden“, begrüßte er die Ophovener, die ohne Rurbrücke doch eine etwas weitere Anfahrt hätten in Kauf nehmen müssen. Apropos Rurbrücke: ein Wunderwerk deutscher Ingenieurskunst für Pape, für das er den Vergleich mit Hamburger Elbphilharmonie und Berliner Flughafen nicht scheute.

„Heimat ist da, wo man sich zu Hause fühlt, wo man sich gehen lassen kann, wo man eine Sprache spricht“, philosophierte er weiter und blickte zurück zu dem was „Facebook“ früher einmal war. „Das war mit ‘nem Kissen aus‘m Fenster gucken!“

Munter ratterte Pape alte Sprüche runter. „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt“, war nur einer davon. Für alle möglichen Vergleiche mussten auch Frau, Tochter und Schwiegermutter herhalten. „Ich hab‘ noch Buchstabensuppe im Kopf“, gestand der Comedian dann mal so zwischendurch, verbunden mit dem Hinweis auf die Vorpremiere: „Wir testen uns noch!“ Das überhörte das begeisterte Publikum. Gut kamen auch die Gesangs- und Tanzeinlagen an, vor allem, als er das Volkslied „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ einmal à la Marius Müller-Westernhagen und einmal à la Helene Fischer vortrug. Und natürlich durfte auch der Holzschuhtanz „Fransje van de Dansje“ ebenso wenig fehlen wie der Bechertanz auf Bimmermanns Keyboard-Deckel, von beiden allerdings mit riesigen Bierkrügen perfekt in Szene gesetzt.

Im Herbst geht‘s los

Nicht fehlen ließ Pape in seinem neuen Programm allerdings auch sensible Assoziationen zum Thema Heimat. „Da kommt ein Schaufelradbagger und baggert dir die Heimat unter den Füßen weg“, wurde er an der einen Stelle ganz nachdenklich und merkte wenig später an: „Auch die Flüchtlinge haben ihre Heimat verloren. Vielleicht schaffen wir es ja, dass unsere Heimat auch ihre Heimat wird!“

Zum Schluss sangen nicht nur Bimmermann und Pape, sondern das ganze Publikum von „Gülle, Hühnerstall und Mist“. „Hab‘ ich gestern erst getextet“, gestand der Comedian, als die Bühnenbeleuchtung schon aus und das Publikum gegangen war.

Im Herbst gehen Pape und Bimmermann mit dem neuen Programm auf Tournee.

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