Wassenberg - Das letzte Konzert von Dirigent Hermann Josef Kitschen

Das letzte Konzert von Dirigent Hermann Josef Kitschen

Von: Anna Petra Thomas
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Ein letztes Mal dirigierte Hermann J. Kitschen beim 20. Weihnachtskonzert den Quartettverein Myhl. Foto: Anna Petra Thomas
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Ehrenvorsitzender Norbert Rexing (l.) zeichnete Hermann Kitschen bei seiner Verabschiedung als Ehrendirigent aus. Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg. Nicht nur mit einem lachenden Auge dank des hervorragenden eigenen Programms und dank der Künstler, die beim Quartettverein Myhl zu Gast waren, sondern auch mit einem weinenden Auge haben mehr als 400 Gäste im Forum der Betty-Reis-Gesamtschule das 20. Weihnachtskonzert verfolgt.

Nach 35 Jahren dirigierte Hermann Josef Kitschen den Chor in diesem Konzert von Kultur-Förderverein, Stadt Wassenberg und Quartettverein nämlich ein letztes Mal und nahm Abschied vom Verein.

Zunächst trat er jedoch mit seinen Myhler Sängern noch einmal gemeinsam auf. Begleitet von Andreas Schell am E-Piano, überzeugte der Verein mit weihnachtlichem Liedgut. Beachtung fand dann das ungewöhnliche Instrument, das Alexandre Zindel mitgebracht hatte.

Auf seiner Autoharp, einem in Deutschland entwickelten Instrument mit 36 Saiten, auch Volkszither genannt, spielte er und sang weihnachtliche Lieder in Englisch. Schon bekannte Gesichter in Wassenberg sind Andreas, Jana und Lian Schell aus Erkelenz, die sich das „Ensemble Schell“ nennen. Auch sie trugen in diesem Jahr mit ihrer klassischen und modernen Musik mit Piano, Violine, Violoncello und Gesang wieder überaus überzeugend zum Gelingen des Abends bei.

Neue Wege und hohes Niveau

Schon während des Konzerts gab es dann die erste Überraschung für den scheidenden Dirigenten. Quartettvereins-Sänger Wolfgang Hofer präsentierte sich zusammen mit Maarten Sonnenschein und dessen Frau Janine mit Panflöte und Gesang, was natürlich auch dem Publikum gut gefiel. Zum Abschied spielte dann Paul Antenbrink auf seiner Trompete ebenfalls als Überraschungsgast ein „Time to say goodbye“ vom Balkon des Forums.

Ehrenvorsitzender Norbert Rexing blickte noch einmal in die Dirigentengeschichte Kitschens zurück. Sein Vater Lambert habe den Verein schon dirigiert und ihn zum Meisterchor gemacht, erklärte er. Kitschen habe den Verein mitgenommen auf neue Wege, fremdsprachige Literatur eingeführt, hervorragende Orchester und Chöre nach Wassenberg geholt und darüber hinaus Konzertreisen zu interessanten Kulturmetropolen in Europa organisiert. Das hohe Niveau des Vereins sei das Werk Kitschens. Alleine 40 000 Stunden habe er für die Proben mit dem Chor aufgebracht, hatte Rexing errechnet.

Die Sänger hielten derweil Buchstaben hoch, die dem scheidenden Dirigenten „Danke, Hermann“ sagten. Schließlich überreichte ihm Rexing eine Urkunde, die ihn zum Ehrendirigenten auf Lebenszeit macht. „Es ist schwer, Worte zu finden“, erklärte Kitschen sichtlich gerührt. „Darum sage ich ganz einfach danke, danke für alles!“

Einen „historischen Abend für Wassenberg“ sah Propst Thomas Wieners gar in dem Ende der Ära von Kitschen. Er habe Enormes für Musik und Kultur in der Stadt geleistet und menschliche Größe bewiesen. Und er sei auch ein Vorbild im „Loslassen“, fügte Wieners hinzu. Nachfolgerin von Kitschen beim Quartettverein wird Alexandra Hillebrand, die bis zur Auflösung im November Dirigentin des Werkschors „Glückauf“ in Erkelenz war.

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