Das Kulturhaus hat keinen Erfolg gebracht

Von: Nicola Gottfroh
Letzte Aktualisierung:
7590596.jpg
Am 30. April schließt das Elmo Kulturhaus am Seniorenwohnpark am Waldrand. Pläne für eine Nachfolgenutzung gibt es bereits. Foto: Gottfroh
7590850.jpg
Das Schwimmbecken wird bald zubetoniert, die Saunen abgebaut. Foto: Gottfroh

Wassenberg. Nette Gesellschaft, Entspannung und Gesundheit, diese drei Dinge sind es, die die Stammgäste des Elmo-Kulturhauses im Herzen des Wassenberger Seniorenwohnparks „Am Waldrand“ lieben.

Und die Stammgäste sind es, die den Wellness- und Gastronomiebereich in der Stadt besonders schmerzlich vermissen werden, wenn das Kulturhaus am Ende des Monats schließt.

„Es ist ein schwerer Schritt für uns. Aber letztlich gab es wohl zu wenige Stammgäste und zu wenige Besucher überhaupt“, bedauert Kurt Willems, Inhaber der Elmo Massivhaus GmbH, deren Tochtergesellschaft das Kulturhaus Elmo Wellness & Spa betreibt. „Das Elmo-Kulturhaus hat sich als nicht wirtschaftlich erwiesen“, sagt er.

Dabei hatte alles gut angefangen. Damals, 2008, als der Seniorenwohnbau in der Oberstadt begann, hätte er in vielen Gesprächen vernommen, dass sich die Bewohner und Bürger eine solche Gastronomie- und Wellnesseinrichtung wünschten.

Es sollte ein Treffpunkt sein

Schnell war die Idee, den Bewohner ein Rundumpaket vor der Haustüre zu bieten, geboren. „Damals klang das alles vielversprechend“, sagt Willems: Inmitten des neu entstandenen Wohnparks sollte das „Kulturhaus Elmo Wellness & Spa“ samt Veranstaltungssaal und dem Restaurant „Event“ zu einem echten Treffpunkt werden.

1,8 Millionen Euro wurden investiert, im Juni 2010 wurde das 12.000 Quadratmeter große Gebäude mit Schwimmbad, insgesamt zehn Saunen und Restaurant eröffnet.

Jetzt, nur vier Jahre später ist Schluss, muss Schluss sein, wie Kurt Willems betont. „Wir haben es lange genug gekämpft – mit vielen Ideen, Events und Kreativität. Wir haben jede Menge Herzblut in das Projekt gesteckt. Und ganz sicher hätten wir auch weiter versucht, das Kulturhaus aufrecht zu erhalten, wenn es wenigstens annähernd kostendeckend gelaufen wäre“, sagt Willems. Doch das tat es aber nicht. Während die Wintermonate die weniger sorgenvollen waren, waren die Sommermonate sehr problematisch. Denn die Verluste aus fehlenden Saunaeinnahmen hätte der Restaurantbetrieb auffangen sollen, was nicht gelang. „Die Kosten für das Küchenpersonal waren sehr hoch, weil wir von 8 bis 22 Uhr geöffnet hatten, die Einnahmen aus dem Restaurantbetrieb überaus gering“, so Willems.

Doch weniger die Personalkosten als vielmehr die hohen Energiekosten, die man nicht auf die Nutzer habe weitergeben wollen, hätten zum Entschluss, die Idee Kulturhaus zu gegraben, beigetragen. „Geld verdient haben wir mit dem Kulturhaus nicht, eher draufgezahlt. Und jetzt können wir uns das teure ‚Hobby‘ Kulturhaus einfach nicht mehr leisten“, sagt Willems.

„Es war schlicht ein Trugschluss zu glauben, dass die Menschen ihren Freizeitwert im Wohnpark suchen“, sagt Willems. „Diejenigen, die mobil sind, fahren für einen Besuch in der Saunalandschaft auch mal gerne 50 bis 100 Kilometer. Vermutlich, weil es dort weniger wahrscheinlich ist, dass man dem Nachbarn oder Kollegen über den Weg läuft“, ist Willems überzeugt.

Leider seien aber nicht nur viele Wassenberger nicht gekommen, sondern auch Touristen und Ausflügler hätte man nicht locken können. „Und auch Gäste aus den Niederlanden hatten wir kaum“, sagt Willems.

Letztlich, so ist er inzwischen sicher, „sind solche Modelle in der Region nicht erfolgbringend. Die Menschen, die unsere Ecke hier besuchen, die wollen raus in die Natur. Deshalb sind sie hier“, analysiert er.

Nicht nur die Geschäftsführung bedauert die Schließung, sondern vor allem die 13 Mitarbeiter, die durch die Schließung nun ihren Job verlieren. „Fast alle haben aber beste Aussichten, schnell neue Jobs zu finden, wenn sie nicht schon einen neuen gefunden haben. Auch unseren Koch-Lehrling konnten wir in einen anderen Betrieb weitervermitteln“, gibt sich Willems optimistisch.

Während das Elmo-Kulturhaus am 30. April aus Kostengründen schließt, geht es der Elmo Massivhaus GmbH wirtschaftlich weiterhin gut, sagt Willems. Jüngst erst ist die Firma aus dem Mietobjekt in der Innenstadt in eine eigene Immobilie in der Pfarrer-Hecker-Straße umgezogen. Auf die Kernarbeit, das Bauen, wolle sich das Unternehmen jetzt wieder voll konzentrieren. Und das direkt beim Umbau zur Folgenutzung des heutigen Kulturhauses stehe schon fest. Das Schwimmbad wird demnächst mit Beton verfüllt, die Saunen abgebaut. „Stattdessen sollen ein Dutzend Wohnungen für betreutes Wohnen entstehen“, sagt Willems. Die Planung stehe schon.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert