Das Kellerbier trifft den Geschmack der Leute

Von: Helmut Wichlatz
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Hückelhoven-Hilfarth. Wilhelm Fell legt Wert auf Qualität und gutes Handwerk. Das liegt in der Familie. Denn er betreibt mit dem vor 113 Jahren gegründeten Hilfarther Korbmacherhaus einen der ältesten Korbmacherbetriebe der Welt. Gleich nebenan bahnt sich eine neue Erfolgsgeschichte an. Denn seit drei Jahren ist Fell auch unter die Bierbrauer gegangen.

Gleich neben dem Ausstellungsraum hat der Korbmachermeister seine Brauerei errichtet. Dort entsteht das Hilfarther Kellerbier in den Sorten „Hell“, „Spezial“ und Schwarzer Leo“.

Was schon in jungen Jahren als Hobby begann, konnte vor drei Jahren mit dem Erwerb einer gebrauchten Kleinbrauanlage auf gesunde Füße gestellt werden. Und der Erfolg stellt sich auch langsam ein. Einige Bistros und Restaurants haben bereits das Hilfarther Kellerbier im Ausschank.

Für das Oktoberfest der St.-Marien-Schützenbruderschaft am kommenden Wochenende hat Fell eigens das Oktoberfestbier „Schützengold“ angesetzt, mit dem exklusiv nach dem Fassanstich in der Aula an der Fichtenstraße angestoßen werden kann.

„Es ist ein helles Wiesenbier, das ich nach den Vorstellungen der Schützen gebraut habe“, berichtet Fell. Bei der Geschmacksprobe waren alle Beteiligten auf jeden Fall absolut begeistert.

Das Interesse am Brauen entwickelte Fell während seiner Korbmacherlehre in Oberfranken. An den Wochenenden jobbte er in den ortsansässigen Brauereien und bekam so eine Menge mit über das Brauereihandwerk. Genug, um schon bald für den Hausgebrauch selbst zu brauen.

Mit der Anlage, die er im Laufe der letzten drei Jahre schon erweitert und modernisiert hat, kann er täglich bis zu 200 Litern brauen. „das hängt jedoch von der Lagerkapazität ab“, erklärt der Brauer. „Die Biere müssen je nach Sorte bis zu acht Wochen lagern.

Und wenn die Tanks voll sind, muss ich warten, bis wieder Platz ist.“ Dabei legt er Wert auf Natürlichkeit und Qualität. Hopfen und Malz bezieht er aus geprüftem Anbau, schrotet es selbst und lässt seine Brauergebnisse regelmäßig auf Qualität und Reinheit prüfen.

„Mein Bier trifft den Geschmack der Leute“, weiß er. Dabei ist es nicht teuer, denn preislich bleibt Fell auf dem Boden. So produziert er derzeit noch für einen recht exklusiven und ständig wachsenden Kundenkreis. Sein Bier kann vor Ort in Fässern zum Selbstzapfen und in Flaschen erworben werden.

Wenn Fell die Tore seiner Brauerei zum Hausauschank öffnet, kann es schon mal eng werden auf dem Gelände an der Kaphofstraße. „Ich spreche mit meinem Bier eine sehr vielfältige Zielgruppe an“, betont er. Da sitzen dann junge Familien neben Rentnern, unterhalten sich und trinken sein Bier. Dass „Hilfarther hell“ ist ein klassisches Kellerbier, „im böhmischen Stil“, wie der Kenner betont.

Sein „Spezial“ ist kupferfarben und bei Bierliebhabern ebenso beliebt wie sein „Schwarzer Leo“, ein Schwarzbier. Durch die überschaubaren Produktionsmengen kann Fell auch individuelle Biere auf Kundenwunsch „maßschneidern“. Besonders spannend ist das Brauen von Bockbier. Zweimal im Jetzt setzt er es an. Und jedes Mal schmeckt es ein bisschen anders. Wie es diesmal ausfällt, weiß man am 24. November beim Fassanstich des diesjährigen Winterbock.

Seine Fässer und Flaschen gibt Fell gegen Pfand ab und reinigt sie auch selbst. Er überlässt eben nichts dem Zufall. Die großen Flaschen mit Schnappverschluss und aufwendiger Gestaltung sind trotz des Pfands von zehn Euro bei Sammlern durchaus beliebt.

Und Bekanntheit schadet ja auch nie. Im kommenden Jahr nimmt er mit seinen Hilfarther Bieren an der Brüsseler „Beer Challenge“ teil, um sein Hilfarther Gebräu auch international bekannt zu machen und sich mit Wettbewerbern aus ganz Europa zu messen.

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