Heinsberg - Das Indien-Hilfswerk wird 40 Jahre alt

Das Indien-Hilfswerk wird 40 Jahre alt

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Heinsberg. Im Jahr des 40-jährigen Vereinsjubiläums des Indien-Hilfwerks besuchten die Vorstandsmitglieder Agnes Frenken und Elisabeth Lenzen sowie Vereinsmitglied Melanie Papen vier Projekte, die das Hilfwerk unterstützt.

Vor Ort informierten sie sich über Entwicklungen oder Veränderungen. Erste Station war das „Life Help Centre for the Handicapped“ auf einem weitläufigen Gelände in Chennai. Einst eine trost- und wertlose Ödnis am Stadtrand, ist das Gelände heute eine blühende Oase inmitten der Stadt mit Kindergarten sowie Schulen für Kinder mit geistiger und körperlicher Behinderung. Es gibt Unterkünfte für über 100 Kinder, Häuser für Angestellte, Werkstätten, eine Wasseraufbereitungsanlage, ein Schwimmbad für therapeutische Zwecke und Verwaltungsgebäude.

Was der Inder R. S. Kannan 1977 nach einem Praktikum bei der Lebenshilfe Heinsberg als Projekt für drei Kinder in einem normalen Wohnhaus in Chennai ins Leben gerufen hatte, hat sich im Laufe der Jahre auch Dank der intensiven Unterstützung des Indien-Hilfswerks zu einer großen Organisation mit mehreren Standorten entwickelt. Nach wie vor ist das „Life Help Centre for the Handicapped“ die Zentrale der Organisation.

2004 entstand das „Life Help Centre for Rural Rehabilitation and Development in Cuddalore“ mit einer „English Medium High School“ für mehr als 300 Kinder und einer Schule für Kinder mit geistiger Behinderung. In elf Wohnhäusern leben fast 100 Kinder von Tsunami-Opfern, und es gibt ein kleines Hospital mit Trauma-Zentrum, HIV-Beratung, Röntgengerät und Apotheke.

„Wir sind längst nicht mehr nur eine Organisation, die sich nur um Belange von Menschen mit Behinderung kümmert. Wir helfen überall da, wo schnelle Hilfe nötig ist. Beispielsweise bei Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Erdbeben. Weiterhin bilden wir Erzieher und Therapeuten aus, um nur einige unserer Tätigkeiten aufzuzeigen“, erläuterte Geschäftsführer Blaze Kannan, der Sohn des Gründers.

Wohnhaus wird zum Zufluchtsorts

So wurde 2005 nach einem verheerenden Erdbeben auf Bitten der örtlichen Behörden das „Life Help Centre for Child Care“ in Srinagar als erste Behinderteneinrichtung mit Unterbringungsmöglichkeit gegründet. Aus einem normalen Wohnhaus ist ein Zufluchtsort mit einer Schule für 75 Kinder mit Behinderung im Alter von sechs bis 16 Jahren geworden. Elf Kinder leben ständig im Haus, ebenso wie einige der Angestellten, deren Gehälter vom Indien-Hilfswerk finanziert werden. Neben schulischer Ausbildung und diversen Therapieangeboten soll in naher Zukunft eine Berufsvorbereitungsgruppe eingerichtet werden.

Agnes Frenken ist begeistert von Land und Leuten und von den Begegnungen, die sich hier ereignen: „Es ist immer wieder faszinierend nach Indien zu kommen und die Einrichtungen zu besuchen. Selbst wenn wir Projekte wie das Life Help Center in Chennai nicht mehr direkt unterstützen, weil es sich mittlerweile selber trägt, sind wir regelmäßig in Kontakt und veranstalten gemeinsam mit der Lebenshilfe Heinsberg Workshops in Deutschland und Indien. Man begegnet sich, die einen lernen vom anderen, es werden Erfahrungen ausgetauscht und neue Methoden erprobt.“

Letztes Reiseziel war das jüngste Projekt des Indien-Hilfswerks. Im Ashagram in der Nähe der Stadt Satara im Bundesstaat Maharashtra erhalten etwa 60 junge Männer eine Beschäftigung in der Landwirtschaft und im Gartenbau. „Die Wohnstätten bieten eine betreute Unterkunft, und durch ihre Arbeit erhalten sie eine besondere Anerkennung“, so Projektpartner Pater Thomas. „Durch Viehhaltung und Landwirtschaft können wir uns weitgehend selbst versorgen.“

Im kürzlich fertiggestellten „Girls Hostel“ sind bereits einige junge Frauen mit Behinderung eingezogen. Auch sie werden in der kleinen Bäckerei, in der Küche und im Verkauf eine Beschäftigung finden.

In all diesen Projekten hat das Indien-Hilfswerk während der 40-jährigen Vereinsarbeit viele kleine und größere Erfolge erzielt. Die Vorsitzende Agnes Frenken blickt nach vorn: „Wir haben als kleiner Verein schon viel erreicht und werden auch weiterhin alles dafür tun, das Leben für Menschen mit Behinderungen in Indien lebenswerter zu machen.“

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