Das Dortmunder Trio contemporaneo bietet musikalischen Genuss

Von: defi
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Tamara Buslova an der Orgel von St. Lambertus Dremmen und Benjamin Nachbar an der Viola spielten Johann Sebastian Bachs „Oh Mensch, bewein Deine Sünde groß“. Foto: defi

Heinsberg-Dremmen. Die Pfarrkirche St. Lambertus in Dremmen platzte nicht aus allen Nähten – leider, denn den musikalischen und spirituellen Genuss, den die an diesem frühlingshaften Abend anwesenden Konzertbesucher erleben durften, hätte sicherlich noch dem ein oder anderen Musikliebhaber Freude bereitet.

Das Dortmunder Trio contemporaneo um den Komponisten Günther Wiesemann bot eine nicht alltägliche Mischung aus Bekanntem und Neuem auf hohem Niveau. Pfarrer Hans Schmitz und Jakob Ronkartz, Kirchenmusiker der GdG Heinsberg-Oberbruch, hatten mit dem Trio contemporaneo drei Profis verpflichtet, die im Laufe ihrer Karriere schon mehrfach ausgezeichnet wurden.

Musiker und Komponist Günther Wiesemann arbeitete mit namhaften Schriftstellern wie Erich Fried und Max von der Grün zusammen. 1956 in Hattingen geboren schuf Wiesemann Vokal- und Kammermusik, Sinfonische Werke, Musiktheater und Gedichte. Kompositionsstudien trieb Wiesemann bei Professor Jörg Baur an der Kölner Musikhochschule sowie intensives Partiturstudium bei Alfred Schnittke, dessen polystilistischer Ansatz seine eigene Arbeit mitprägte.

Musikstile komponiert

Bei dieser Technik der Komposition werden in einem Stück verschiedene Musikstiele miteinander kombiniert. Günther Wiesemann setzt Sprache als zusätzliches Transportmittel seiner Botschaft ein. So werden seine Stücke Moderner Musik zu einer Herausforderung für den Hörer. Auch die Instrumentierung der Wiesemannschen Kompositionen war ungewöhnlich.

Die gute alte Orgel von St. Lambertus dürfte sich sicherlich gefreut haben, mal was Neues zu Gehör zu bringen in Partnerschaft mit der Viola und verschiedenen Schlaginstrumenten wie Triangel, Holzblock, Tamburin und Klangschalen. „Fällt und verliert sich unsere Spur dann irgendwo im Niemandsland, wollen doch wir nicht niemand und irgendwo – Herr gib uns Gnade“, lautet eine Textpassage aus einem Trio-Werk Wiesemanns für Violine, Orgel, Sprecher und Schlaginstrumente.

Der Größenwahn des Menschen und seine Gleichgültigkeit sind Themen, die der Komponist sich in seiner Musik erarbeitet. Der Bogen des Konzertabends in St. Lambertus spannte sich weit. Von Wiesemanns Musik der Neuzeit wurden Choralmelodien „Oh Welt sieh hier Dein Leben“ dargeboten. In die Zeit der Romantik führten die berührenden Kreuzandachten für Orgel von Franz List.

Tamara Buslova übernahm neben dem Komponisten den Orgelpart an diesem Abend. Benjamin Nachbar spielte die Viola. Buslova und Nachbar hatten auch den Konzertabend eröffnet und die Besucher mit Klängen des Barock verwöhnt. Johann Sebastian Bach und dessen Sohn Johann Christian hießen die wohlbekannten Komponisten. Kirchenmusiker Jakob Ronkartz zog seinen Hut: „Virtuose Stücke, richtig schwere Brocken, toll gespielt.“

Der Weg in die Kirche St. Lambertus hatte sich also für die Besucher gelohnt, und wer dieses Konzert gehört hatte, ging etwas leichteren Fußes nach Hause. Zum Abschluss des Abends gaben die Musiker den Zuhörern noch ein Gedicht mit auf den Weg, gedichtet von Günther Wiesemann, das heißt „Unzulässige (nicht unlautere) Spekulation“ und geht so: „Hätte ich einen Zwillingsbruder – und wäre der ich – so würde ich das machen – Ich habe aber keinen Zwillingsbruder – und hätte ich einen – er wäre nicht ich – also werde ich es nicht tun.“

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