Hückelhoven - „Das Boot“ als Bühnenstück: Hardy Krüger jr. in Paraderolle

„Das Boot“ als Bühnenstück: Hardy Krüger jr. in Paraderolle

Von: gp
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Die junge Besatzung von U 96 blickte immer wieder zu ihrem „Alten“, dem Kommandanten des Bootes, gespielt von Hardy Krüger jr. (l.) auf. Foto: gp

Hückelhoven. Seit dem Jahre 1939 herrscht Krieg in Europa. An allen Fronten sind deutsche Soldaten im Einsatz. Auch in den Weiten des Atlantiks liefert sich die deutsche Kriegsmarine ständig Gefechte mit gegnerischen Schiffen. Insbesondere die deutsche U-Boot-Waffe, die „Grauen Wölfe“ genannt, steht vor einer Zerreißprobe.

Die Aufgabe der U-Boot-Besatzungen ist es, feindliche Handelsschiffe aufzuspüren und zu versenken. Die Konvois der Alliierten werden von Zerstörern begleitet, die den Besatzungen der U-Boote das Leben zur Hölle machen. So verlor die deutsche U-Boot-Flotte in nur einem Monat 13 Boote.

Der Bestsellerroman „Das Boot“, von Lothar Günter Buchheim, dazu der gleichnamige Film, für insgesamt sechs Oskars vorgeschlagen, haben in höchstem Maße verdeutlicht, wie die linientreuen und nahezu fanatischen U-Boot-Besatzungen „verheizt“ wurden.

Der Film, in dem Jürgen Prochnow die Rolle „des Alten“, dem Kommandanten von U96 spielt, wurde vom Regisseur Johannes Pfeifer in ein Bühnenstück umgewandelt und nun in der Hückelhovener Aula aufgeführt. In der Paraderolle dieses Bühnenstücks war Hardy Krüger jr. zu sehen, der den Part des Kommandanten von U96 spielte.

Insgesamt waren es neun junge Schauspieler, die in der Bühnenfassung von „Das Boot“ mitwirkten. Es gelang diesem Ensemble, die Geschehnisse authentisch und in einer Form darzustellen, die das Publikum an diesem Abend fesselte.

Mit an Bord von U96 ist während dieser, über Monate führenden Feindfahrt neben einer Horde junger und unerfahrener Seeleuten, Leutnant Werner, der als Kriegsberichterstatter die Mannschaft bei diesem lebensbedrohlichen Einsatz begleitet.

Für Werner, gespielt von Marco Michel, ist das Leben an Bord gewöhnungsbedürftig. Die Enge im Boot, der raue Umgangston, die Alarmübungen, die Tauch- und Unterwasserfahrten. Authentisch die Szenen nach einem Torpedoangriff auf einen Geleitzug, als das Boot von einem feindlichen Zerstörer mit Wasserbomben angegriffen wird.

Deutlich wird während dieser Szene die Angst der Besatzung, die nach den Detonationen der Wasserbomben durch den Kommandostand des Bootes geschleudert werden. Wie gefesselt verfolgen die Besucher diese Szenen, die allerdings auch gelegentlich heitere Momente hervorbringen. Und im Mittelpunkt immer wieder „der Alte“, dargestellt von Hardy Krüger jr., dem diese Paraderolle auf den Leib geschneidert scheint.

Einer der Höhepunkte dieses Bühnenstücks ist gleichfalls die Szene, als das Boot nach einem Fliegerangriff nahezu seeuntüchtig 240 Meter tief auf den Meeresgrund absackt. Genau während dieser Szenen wird dem Zuschauer bewusst, unter welchen Qualen die U-Boot-Besatzungen ihren Dienst verrichteten. Die insgesamt neun Schauspieler verdeutlichen während dieser Aufführung einmal mehr, wie sehr die Jugend während des zweiten Weltkrieges sinnlos verheizt wurde.

Was die neun Protagonisten auf der Bühne boten, war Extraklasse. Zum Schluss der Vorstellung wies Marco Michel in der Rolle des Kriegsberichterstatters Werner darauf hin, dass während des Zweiten Weltkrieges von 40.000 U-Boot-Fahrern 30.000 in den Weiten des atlantischen Ozeans blieben.

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