Das Aus der Sekundarschule Haaren ist eingeläutet

Von: dawin
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Ende eingeläutet: Zum Schuljahr 2016/17 gibt es in Haaren die letzten Eingangsklassen.

Waldfeucht. Das Ende der Sekundarschule Haaren ist eingeläutet: Zum Schuljahr 2016/17 werden zum letzten Mal Eingangsklassen gebildet. Das heißt, in sechs Jahren, wenn die letzten Schüler ihren Abschluss machen, ist die Sekundarschule ein Kapitel bildungspolitischer Vergangenheit in der Gemeinde Waldfeucht.

Die Anmeldezahlen sind zu gering. Die Bezirksregierung Köln sieht keine „Fortführungsperspektive“ für die noch junge Sekundarschule und lässt ab dem Schuljahr 2017/18 kein Anmeldeverfahren mehr zu. Diese neueste Entwicklung war Thema im Schul- und Kulturausschuss.

Die Verwaltung konnte zwar berichten, dass im neuen Schuljahr 65 Fünftklässler in drei Eingangsklassen an den Start gehen, jedoch sehen die Erkenntnisse für die Zukunft sehr ernüchternd aus.

Konnte man in der Vergangenheit noch Schüler aus den Nachbarkommunen gewinnen, so schwindet zusehends die Nachfrage, weil sich zum einen die regionale Schullandschaft gewandelt hat, aber auch weil die relevanten Jahrgänge nicht mehr so geburtenstark sind.

Auslaufende Auflösung

So werden im Schuljahr 2017/18 gegenüber 2016/17 insgesamt 83 Schüler weniger in den Kommunen Waldfeucht, Heinsberg, Selfkant, Gangelt und Wassenberg in das fünfte Schuljahr wechseln. Mit der Folge: Das regionale Angebot bei der Sekundarstufe 1 reicht, um genügend Plätze sicherzustellen – und zwar ohne die Sekundarschule. Auch in den Folgejahren besteht ebenso wenig Aussicht auf eine verlässliche Bildung von drei Eingangsklassen in Haaren.

Der Schul- und Kulturausschuss nahm die düstere Faktenlage, an der es nichts zu deuteln und zu rütteln gibt, zur Kenntnis und empfahl einstimmig dem Rat, entsprechend der Kölner Vorgabe kein Anmeldeverfahren mehr ab 2017/18 in die Wege zu leiten.

Außerdem soll die Verwaltung beauftragt werden, die Beschlussfassung über die auslaufende Auflösung der Sekundarschule Haaren vorzubereiten und gleichzeitig ein Konzept für eine interkommunale Zusammenarbeit mit der Stadt Heinsberg zum Schuljahr 2018/19 zu entwickeln; dabei soll als Ziel angestrebt werden, den (Teil-)Standort einer weiterführenden Schule in der Gemeinde Waldfeucht zu halten.

Gespräche werden nach Angaben der Verwaltung geführt. Die Stadt Heinsberg verfolge „mit großem Interesse“ die Entwicklung in Haaren, zumal von den aktuellen 65 Anmeldungen immerhin 43, also rund 66 Prozent, aus dem Stadtgebiet kommen.

Vor diesem Hintergrund würde eine Schließung der Sekundarschule auch die Stadt Heinsberg vor ein schwer lösbares Problem stellen, nämlich zusätzliche Plätze für die Sekundarstufe 1 sicherstellen zu müssen. Ins Auge gefasst sei, auf der Grundlage einer gemeinsamen Schulentwicklungsplanung eine Lösung zu erarbeiten, die den Standort einer weiterführenden Schule im Schulzentrum Haaren sichert.

Als Kooperationspartner kommen auf Heinsberger Seite die Gesamtschule in Oberbruch und die Realschule in Heinsberg in Betracht. Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen rechnet mit „Ergebnissen in der zweiten Jahreshälfte“.

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