Heinsberg-Schafhausen - Das Abi in der Tasche, die Golfkarriere im Blick

Das Abi in der Tasche, die Golfkarriere im Blick

Von: Anna Petra Thomas
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Hinaus in die weite Welt: In Deutschland gehört sie zur Elite des Golfnachwuchses. Jetzt wechselt Cecilia Heck an die US-Universität Indiana Tech. Dort spielt sie für die Damen-Golfmannschaft und um die nationale Meisterschaft. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Schafhausen. Für ein paar Monate oder vielleicht ein ganzes Jahr erst einmal hinaus in die weite Welt: Das ist für so manchen Abiturienten heute das erste Ziel, wenn er sein Zeugnis in der Tasche hat. Auch Cecilia Heck aus Schafhausen hatte diesen Traum, nachdem sich die talentierte Golferin im vergangenen Jahr erstmals ganz überraschend für die Deutsche Meisterschaft in ihrer Altersklasse (AK18) qualifiziert hatte.

„Erst einmal das Abitur schaffen“, hatte die ehemalige Schülerin des Kreisgymnasiums Heinsberg nach ihrem Sprung in Deutschlands Golf-Elite im Gespräch mit unserer Zeitung damals noch gesagt. „Danach für ein Jahr in die USA gehen und dort für eine College-Mannschaft spielen“, hieß ihr Traum. Im Anschluss studieren und Golf als Hobby behalten. So hatte sie ihren weiteren Lebensweg skizziert.

Doch so, wie sich Cecilia Heck das vorgestellt hatte, läuft es jetzt nicht. Es wird noch viel besser: Die 17-Jährige hat gleich für vier Jahre ein volles Stipendium der Universität Indiana Tech in Fort Wayne im US-Bundesstaat Indiana in der Tasche und wird in dieser Zeit zugleich in der Damen-Golfmannschaft der Universität spielen. Als „Top Story“ berichtet die Universität darüber gerade auf ihrer Internetseite.

Im vergangenen Winter hatte sich Cecilia Heck auf den Seiten amerikanischer Universitäten informiert, was sie für eine Bewerbung bei der Golfmannschaft einer Hochschule benötigt. Neben den üblichen Bewerbungsschreiben musste ein Video her mit Eindrücken vom eigenen Spiel auf dem Grün. Da half Schwester Fiona (14). Sie übernahm die Dreharbeiten für den Film, den Cecilia Heck dann auf die Internetplattform YouTube einstellte und den Link zu mehr als 30 Universitäten in den USA schickte. „Hello, I am Cecilia Heck, and I am from Germany“, lauteten die ersten Worte, mit denen sie sich den Trainerinnen und Trainern in den USA vorstellte.

Die Resonanz war so gut, dass sich Cecilia Heck ihre Universität sogar aussuchen konnte. Nicht nur das Vier-Jahres-Stipendium gefällt ihr an der Indiana Tech, sondern auch, dass die Damen-Golfmannschaft in der NAIA (National Association of Intercollegiate Athletics), der nationalen Liga aller Universitätsmannschaften spielt und dort bei den nationalen Meisterschaften Platz elf belegte.

Warum die Wahl des Trainers ausgerechnet auf sie fiel? „Auch, weil ich Deutsche bin“, erklärt sie. Der Trainer habe ihr verraten, dass er deutsche Tugenden besonders liebe.

Eigenständiges Leben

Obwohl Cecilia Heck sich in diesem Jahr nur eine Woche vor dem Abitur den Titel der NRW-Vizemeisterin gesichert hat, derzeit Platz vier der NRW-Rangliste belegt und damit in diesem Jahr ganz sicher für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert ist, kann sie daran nicht mehr teilnehmen. Schon Anfang August startet das Flugzeug mit ihr und ihren Golfschlägern an Bord Richtung Chicago. Der 15. August, an dem sie 18 Jahre alt wird, wird ihr erster Tag an der Uni sein. „Passend“, sagt sie – und lacht–, „das ist dann auch mein ganz eigenständiges Leben, das dann anfängt.“

Bei diesen Worten blickt sie dann aber auch gleich wieder zurück auf die ersten 18 Jahre, die dann hinter ihr liegen. Auf ihren Sport gebracht hat sie ihre Großmutter, die aus Irland stammt. Und die Oma hat nicht nur sie, sondern ihre ganze Familie mit dem „Golfvirus“ infiziert. „Ich spiele Golf, seit ich sechs Jahre alt bin“, erzählt Cecilia Heck.

Dankbar ist sie vor allem ihren Eltern Christoph Heck und Eileen L'Habitant-Heck. „Sie haben schon so viel mit mir durchgestanden“, erzählt die Tochter mit Blick auf viele aufregende Golfrunden oder das gerade mit der Note 1,4 bestandene Abitur. „Und sie standen auch hinter meinem Traum, jetzt in die USA zu gehen“, sagt sie. „Träume werden wahr, wenn man hart genug dafür arbeitet und dafür kämpft“, so ihr Fazit, das sie zugleich als Appell als junge Menschen sieht, die eigenen Träume von der Zukunft nie aufzugeben.

Die Tage in Fort Wayne werden für Cecilia Heck demnächst wieder ganz früh beginnen, mit Fitness-Training vor dem Unterricht und Golfunterricht auf dem universitätseigenen Grün danach. Und dann findet Cecilia Heck, noch in ihrem Elternhaus in Schafhausen, wieder eine der orangefarbenen Grußkarten im Briefkasten, von denen Sie in den vergangenen Wochen schon mehrere erhalten hat. Wieder schreibt ihr jemand von der Leitung ihrer neuen Universität: „Wir freuen uns darauf, Dich als Studentin hier zu unterstützen“, heißt es da. „Wir sehen uns im nächsten Monat!“

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