Damit die Fremde nicht mehr so fremd ist: Begegnungsfest

Von: Anna Petra Thomas
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Die Initiatorinnen des Wassenberger Flüchtlings-Netzwerks und die Bewohner der Unterkunft am Ossenbrucher Weg freuen sich auf viele Besucher beim Begegnungsfest am kommenden Samstag. Foto: anna

Wassenberg. Zu einem Begegnungsfest lädt das Wassenberger Flüchtlings-Netzwerk am kommenden Samstag, 17. Januar, von 14 bis 17 Uhr in die Flüchtlingsunterkunft am Ossenbrucher Weg im Ortsteil Birgelen ein.

Präsentieren wird die im September vergangenen Jahres gegründete Initiative ein erstes realisiertes Projekt: einen Gemeinschaftsraum für die aktuell rund 70 Bewohner der Unterkunft. Fünf von ihnen sind obdachlose Deutsche.

Die Idee zu dem neuen Netzwerk hatte Jutta Schwinkendorf, auch aus dem Wissen heraus, dass die Evangelische Kirchengemeinde einem Flüchtling aus Guinea von Juli bis September vergangenen Jahres Kirchenasyl gegeben hatte. „In diesem kleinen Netzwerk, das auch über die Gemeinde hinausging, wurde er liebevoll betreut“, erzählt sie. Da müsse es doch möglich sein, mehr zu tun, auch für die Flüchtlinge, die in der Unterkunft am Ossenbrucher Weg leben, dachte sie sich.

Im September vergangenen Jahres entstand so das Flüchtlings-Netzwerk Wassenberg, zu dessen „Kernteam“ noch Brita Sell, Irmgard Stieding, Monica Schuhwirt und Ute Wild gehören.

In der Gemeinde Schwalmtal, wo es ein entsprechendes Netzwerk bereits gab, informierten sich die Wassenberger. Und auch die Kooperation mit Michael Steckel, seit August vergangenen Jahres neuer Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales bei der Stadt Wassenberg, lobt Schwinkendorf als positiv.

Als erste Aufgabe sah es das Team an, für die Menschen in der Unterkunft einen Gemeinschaftsraum zu schaffen, in dem sie sich miteinander und mit Besuchern treffen können. Früher einmal war die Unterkunft das Verwaltungsgebäude von Schacht 5 der Zeche Sophia Jacoba.

Schon einmal habe es an für die Bewohner an derselben Stelle einen Gruppenraum gegeben, berichten die Initiatorinnen. Zwischendurch habe er jedoch als Lager gedient. Jetzt ist er wieder als Treffpunkt nutzbar.

Nach einer ersten Feier mit den Bewohnern an Heiligabend soll er jetzt auch der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Wände sind gestrichen und liebevoll bemalt, mit Kindern unterschiedlicher Herkunft und Hautfarbe, die sich an den Händen halten. Tische gibt es schon und Stühle auch. Spenden erhofft sich das Netzwerk beim Begegnungsfest noch für sein Sparschwein, um die Ausstattung weiter zu verbessern, um Spiele, Lehr- und Lernmaterialien anschaffen zu können.

Und konkrete Verbesserungswünsche hat das Netzwerk für die Unterkunft in Birgelen auch: Einen Hotspot wünscht es sich, damit die Bewohner von hier aus übers Internet auch mit den Familien in ihren Heimatländern kommunizieren können. Eine Rampe für die Eingangstreppe wäre praktisch, nicht nur für die Eltern mit Kinderwagen, sondern auch für den jungen behinderten Bewohner, der im Rollstuhl sitzt.

Für die Schulkinder wären eine Bushaltestelle näher an der Unterkunft und eine bessere Taktung der Buslinien hilfreich, denn einige Kinder müssten derzeit bereits morgens um fünf Uhr aufstehen, um pünktlich zum Unterrichtsbeginn in der Schule zu sein. Versicherungsschutz und die Erstattung von Fahrtkosten wünschen sich die Netzwerkerinnnen schließlich für ihre eigene ehrenamtliche Arbeit.

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