Cusaner statten der VIKZ Moschee einen Besuch ab

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Die beiden Tutorenkurse des Cusanus-Gymnasiums vereint in der VIKZ Moschee in Hückelhoven.

Hückelhoven. Die beiden Leistungskurse Pädagogik in der Q2 des Cusanus-Gymnasiums Erkelenz haben im Rahmen der Unterrichtsreihe „Interkulturelle Erziehung“ die VIKZ (Verband islamischer Kulturzentren) Moschee in Hückelhoven besucht.

Elmar Viethen und Dr. Dieter Stüttgen, die beiden Tutoren der Leistungskurse Pädagogik, wollten interkulturelles Zusammenleben nicht nur in der Schule theoretisch abhandeln, sondern praktizieren. Derartige außerschulische Projekte, die Menschen unterschiedlicher kultureller Wurzeln zusammenführen und die auch im Programm der Europaschule verankert sind, werden stets auch von Rita Hündgen, Schulleiterin am Cusanus-Gymnasium, unterstützt.

Fachkundig wurden die Cusaner zunächst von Mehmet Yilmaz, dem Vorsteher der Moschee, über die grundsätzliche Funktion einer Moschee informiert. Eine Moschee, arabisch Masdschid, ist ein ritueller Ort des gemeinschaftlichen islamischen Gebets und darüber hinaus der politischen, rechtlichen und lebenspraktischen Wertevermittlung im Sinne des Islams sowie ein sozialer Treffpunkt. Obwohl die täglichen Gebete grundsätzlich überall ausgeführt werden dürfen, gilt es als besonders verdienstvoll, wenn man sie in der Moschee verrichtet, weil auf diese Weise die Zugehörigkeit zur muslimischen Gemeinschaft zum Ausdruck gebracht wird. Das Freitagsgebet ist allerdings an die Moschee gebunden. Betet der Moslem am Freitag nicht in der Moschee, sondern an einem anderen Ort, verliert das Gebet seine Gültigkeit.

In nahezu jeder Moschee, so auch in der VIKZ Moschee in Hückelhoven, gibt es eine Empore, die sogenannte Dikka. Auf dieser Dikka sitzen die Muezzine und Imame und rufen von dort zum Gebet auf oder rezitieren aus dem Koran. Passagen aus dem Koran werden dabei nicht nur vorgelesen, sondern auch interpretiert.

Mehmet Yilmaz zeigte den Cusanern auch kleine Kursi, Lesepulte, an denen die Gläubigen kniend den Koran lesen. Die Kleiderordnung wird, was die Cusaner teilweise sehr überraschte, in Moscheen außerhalb des arabischen Raumes nicht ganz so streng eingefordert. Die Schuhe mussten zwar auch die Schüler vor dem Betreten des Gebetsraumes ausziehen, aber die jungen Damen mussten nicht, wie es normalerweise eingefordert wird, Kopftücher überziehen. Den Mädchen war es auch erlaubt, den Gebetsraum der Männer zu besichtigen. Mehmet Yilmaz betonte, dass das Zusammenleben von Christen und Moslems in seiner „Gemeinde“ von großer Toleranz geprägt sei und es noch nie zu irgendwelchen Konflikten gekommen sei. Er verwies auf gemeinsame Wurzeln der beiden Religionsgemeinschaften.

Die gesamte Gruppe des Cusanus-Gymnasiums zog ein sehr positives Fazit der Exkursion. Gemäß der „Kulturkontaktthese“ waren sich alle einig, dass ein friedliches, tolerantes, interkulturelles Zusammenleben am besten erreicht wird, wenn es viele persönliche Kontakte der Menschen unterschiedlicher Kulturkreise gibt. Die Kenntnisse über die besonderen Lebensweisen der Menschen mit verschiedenen kulturellen Wurzeln, so einer der Schüler aus dem Tutorenkurs Viethen, ist der beste Weg, um gegenseitiges Verständnis füreinander aufzubringen und ein konfliktfreies Zusammenleben zu gestalten.

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