Container soll im Tierheim die Raumnot beheben

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Bianka Mai, die Vorsitzende des Tierschutzvereins, der das Tierheim in Kirchhoven betreibt, hofft auf Hilfe für die Samtpfoten. Foto: Herwartz
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Die Aufnahmestation, die Bettina Kinkartz zeigt, ist einfach zu klein. Foto: Herwartz

Heinsberg. Rund 500 Katzen werden pro Jahr durch das Tierheim für den Kreis Heinsberg in Kirchhoven aufgenommen und betreut. Die durchschnittliche Verweildauer betrage etwa 65 Tage, sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Bianka Mai.

80 Tiere seien derzeit in der Obhut der Mitarbeiter, und das, obwohl das Tierheim eigentlich nur für maximal 65 Tiere ausgelegt sei. So ist es vom Veterinäramt festgelegt. „Aber Notfälle kann man ja nicht vor der Tür stehen lassen“, beschreibt Bianka Mai den täglichen Spagat zwischen Theorie und Praxis, zwischen statistischen Vorgaben und dem drängenden Wunsch, kein Tier im Regen stehen lassen zu wollen.

Ein Wohncontainer für die Samtpfoten soll nicht nur Abhilfe schaffen, sondern ermögliche zugleich, im Jahr noch bis zu 100 Katzen mehr zu betreuen. Für dieses Projekt hofft das Tierheim nun auf Unterstützung aus der Bevölkerung.

Die kleine Aufnahmestation, in der auf einer Fläche von etwa zweieinhalb mal viereinhalb Metern 16 Katzenboxen untergebracht sind, biete keine Chance, Katzen, die unter einer Behinderung leiden, blind seien oder zum Beispiel einen Bruch ausheilen lassen müssten, getrennt von den übrigen vernünftig zu halten. „Die Aufnahmestation ist ohnehin für den Kreis Heinsberg zu klein“, meint Bianka Mai.

Das bestätigt auch die für die Katzenbetreuung federführend zuständige Bettina Kinkartz. „Oft werden Tiere, die zu uns kommen, einfach vor der Tür des Tierheims ausgesetzt oder kommen als Unfallopfer zu uns.“ Die Herzlosigkeit, mit der dabei manche Menschen vorgehen, erstaunt die Tierheimmitarbeiter immer wieder. „Wir hatten erst kürzlich bei 33 Grad eine Katze im zugeklebten Karton vor der Tür.“

Der neue Katzencontainer, der sich über eine Grundfläche von etwa sechs mal fünf Metern erstreckt, besitze vier Einzelabteile mit Tageslicht und Sicht auf den Flur, einer Heizung und eine Belüftung. Zudem gebe es zwei größere Abteile, in denen zum Beispiel Katzenmütter mit ihren Kitten untergebracht werden könnten.

Rund 25.000 Euro koste der Container, der schon in der nächsten Woche errichtet werden soll. Der Deutsche Tierschutzbund habe bereits einen Zuschuss von 5000 Euro geleistet und stelle weitere 5000 Euro in Aussicht, wenn es dem Heinsberger Tierheim gelingt, bis zum 24. Oktober mindestens den gleichen Betrag an Spenden zu sammeln.

„So könnten mit gemeinsamen Bemühungen insgesamt 15.000 Euro mobilisiert werden, um den Katzen im Tierheim einen für sie schwierigen Lebensabschnitt ein großes Stück leichter zu machen“, hofft Bianka Mai auf die Unterstützung möglichst vieler Tierfreunde. Reicht die Spendenbereitschaft am Ende nicht aus, muss der Tierschutzverein auf seine stets arg strapazierten Rücklagen zurückgreifen. Immerhin fallen im Tierheim jährlich etwa 350 000 Euro an Kosten an.

Am Samstag, 8. Oktober, von 13 bis 16 Uhr, lädt das Tierheim zu einer Veranstaltung anlässlich des Welttierschutztages vom 4. Oktober ein. Dann können sich alle Besucher schon ein Bild von dem bereits in Grundzügen errichteten Katzencontainer machen.

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