„con brio“: Hochkaräter brillieren in der Aula

Von: hl
Letzte Aktualisierung:
14507008.jpg
Eine Klasse für sich: Geiger Fedor Rudin und Pianist Florian Noack verzückten die Zuhörer in Hückelhoven. Foto: Günter Passage

Hückelhoven. Wieder einmal war es „con brio“, den Freunden der Kammermusik Hückelhoven unter ihrem Vorsitzenden Rudolf Lengersdorf, gelungen, zwei außerordentliche Musiker in die Aula des Gymnasiums zu holen: den russischen Geiger Fedor Rudin und den belgischen Pianisten Florian Noack, beide an sich in den großen Konzertsälen dieser Welt zu Hause.

Unter dem Titel „Reflexionen“ spielten die beiden Musik des Spätbarock russischer und französischer Komponisten, nebenbei ein Beispiel für ein vereintes Europa. Kennzeichen dieses Konzertes war, dass es keine auch in der Klassik vorhandenen „Ohrwürmer“ gab, sondern Musik, die in besonderer Weise dem Motto des Konzertes gerecht wurde, nämlich vom lateinischen Ursprung des Wortes her seine Gedanken in der Seele auf etwas hinwenden. Das heißt, es ging nicht nur um das Hören von Musik, sondern darum, Empfindungen und Gefühle, seien sie nun eher romantisch und melancholisch oder mehr fröhlich, beschwingt und heiter.

Auf dem Programm standen Werke des eher unbekannten russischen Komponisten George Catoire (1861-1926) – Sonate für Violine und Klavier Nr. 1; des Franzosen Gabriel Fauré (1845-1924) – Romanze in A-Dur op. 28; des Russen Rachmaninoff (1873-1943) – zwei Salonstücke op. 6; einer seltenen weiblichen Komponistin, der Französin Lili Boulanger (1893-1918) – Nocturne & Cortège; von Maurice Ravel (1875-1937) – Sonate für Violine und Klavier; und von Peter Tschaikowsky (1840-1893) – Valse-Scherzo op. 34. Das Zusammenspiel der beiden war äußerst gelungen. Wenn eine Kritik erlaubt ist, dann die, dass beim Anfangsstück das Klavier etwas zu laut war.

Höchste Konzentration

Unter den herausragenden Darbietungen und Interpretationen gab es noch einmal eine Steigerung, als Fedor Rudin eine an Zigeunermusik angelehnte Komposition von Rachmaninoff und einen Walzer von Tschaikowsky spielte. Hier könnte man das Sprichwort vom „Hören und Sehen“ vergehen umdeuten in eine äußerst positive Verständnisweise. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch die Leistung von Rainer Kind, einem Vorstandsmitglied von „con brio“, der über zwei Stunden lang in höchster Konzentration das Spielen des Pianisten verfolgte und seine Noten auf einem Tablet „umblätterte“.

Nach Blumen und sehr langem Beifall gab es noch eine Zugabe: Serenade Espagnole des leider etwas in Vergessenheit geratenen italienischen Komponisten Cécile Chaminade, bei dem noch einmal die Brillanz und das Können der beiden Ausnahmemusiker sicht- und hörbar wurden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert