Wegberg - Christian Papes neues Programm: „Das riecht nach Heimat“

Christian Papes neues Programm: „Das riecht nach Heimat“

Von: Monika Baltes
Letzte Aktualisierung:
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„Das riecht nach Heimat“: Christian Pape begeisterte mit seinem neuen Programm im Forum. Foto: Baltes

Wegberg. Das riecht nach Heimat, wenn 700 begeisterte Zuschauer schon vor der Pause eine Zugabe fordern. Das Forum in Wegberg, seine eigene Heimatstadt, hatte Christian Pape für die Premiere seines Programms „Das riecht nach Heimat“ ausgewählt.

Da, wo er jedes Eichhörnchen mit Vornamen kennt, da, wo der Schlüssel passt und da, wo sein Physiotherapeut, sein Friseur und seine Grundschullehrerin im Publikum sitzen.

Frisch rasiert und gut gelaunt war er auf die Bühne gekommen. Zwischen Maria Laach und zu Hause suchte er nach Erklärungen für das Wort Heimat, fand erstaunliche Ergebnisse und traf den Heimatnerv der Zuschauer sofort. Es ist die Heimat im Herzen, die er mit viel Liebe zum Detail aus dem Publikum herauskitzelt, die wohlige Erinnerung an vergangene Zeiten. Frau Antje gehört dazu, das Kamillen-Dampfbad, der Duden und das Einkaufswägelchen. Heimat ist, wenn Friseur und Frisur vererbt werden. Die frische Unterhose, die hoffnungslos unterschätzt wird, das gewagte orange Telefon, die Ratschläge der Oma – die Zuhörer wissen, wovon Herr Pape spricht, ach was, wovon der Christian spricht. Denn inzwischen sind Publikum und Künstler längst beim „Du“ angekommen.

Und das Publikum spielt ausgelassen mit. Ergänzt Liedtexte, vollendet Sätze, feiert den „Beecker Jung“. Mit stoischer Gelassenheit lässt Dr. Stefan Bimmermanns, sein genialer Musiker, Pullunderfan und Capri-Sonne-Trinker, Hohn und Spott über sich ausschütten. Gehorsam streift er auf Ansage einen seiner zahlreichen übereinander getragenen Pullunder ab und die Holzschuhe über, um mit Christian Pape „Fransje van Dansje“ über die Bühne wirbeln zu lassen. Und die Zuschauer quietschen vor Vergnügen und fordern eine Zugabe. Pape schreckt auch vor Tabu-Themen nicht zurück. „Wenn wir was hatten, waren das Läuse“, gesteht er, plaudert über die Besenreiser der Schwiegermutter und das Hausverbot bei Nordsee. Da ist da Publikum ihm längst verfallen. „Gibb et da nix von Ratiopharm?“, fragt Pape in breitestem Rheinland-Dialekt auf der Bühne. Nein, gibt es nicht. Es gibt kein Mittel, sich zu wehren gegen diesen sympathischen Charmebolzen, leichtfüßigen Draufgänger, frechen Lausbub.

Froh ist er, nicht beim Fernsehen zu sein, damit keiner umschalten kann. Seine Sorge ist völlig unbegründet, niemand hier würde umschalten. Des Heimvorteils hätte es bei der umjubelten Premiere sicherlich nicht bedurft, er war lediglich die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Denn die Heimat, die Christian Pape meint, ist nicht auf einen Ort beschränkt: „Heimat sind Erinnerungen, Sitten, Gebräuche, Rituale.“

Gelassen kann er die Reise antreten, um seinen Heimatgeruch nach Pulheim und Remscheid, nach Düsseldorf und Aachen zu tragen. Überall wird er es nach Heimat riechen zum Vergnügen des Publikums.

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