Wassenberg - Christdemokrat findet bei Genossen Anklang

Christdemokrat findet bei Genossen Anklang

Von: Dettmar Fischer
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Wer von ihnen würde „Willy wählen“? Unser Foto zeigt (v.l.n.r.): Leo Stassny, Ulla Meurer, Norbert Spinrath, die Grüne Landtagsabgeordnete Dr. Ruth Seidel, den SPD-Fraktionsvorsitzenden Ernst Kluth, Manfred Winkens und Sepp Becker bei der Eröffnung der Wanderausstellung zum 150ten Geburtstag der SPD, die auch den großen SPD-Politiker Willy Brandt würdigt. Fotos (2): D. Fischer Foto: Fischer

Wassenberg. Rote, Grüne, Schwarze und die Linkspartei, also alle im Wassenberger Stadtrat vertretenen Parteien, feierten gemeinsam den 150. Geburtstag der SPD in der Begegnungsstätte Wassenberg am Pontorsonplatz.

„Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Genossinnen und Genossen“ – diese Worte sind im Bundestag öfter zu hören, jedoch selten von einem ausgewiesenen Christdemokraten. Und doch eröffnete Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert mit diesen Worten am Mittwoch, 13. September 2012, im Paul-Löbe-Haus des Bundestages die Ausstellung „150 Jahre deutsche Sozialdemokratie: Für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“, die vom Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn erarbeitet wurde. Die Ausstellung bietet Ein- und Überblicke zu Vordenkern, Strömungen, Überzeugungen, zentralen Personen und Zäsuren der ältesten demokratischen Partei Deutschlands.

Wassenbergs Bürgermeister Manfred Winkens übernahm bei der Eröffnung der Wanderausstellung in Wassenbergs „guter Stube“ den Part des Bundestagspräsidenten. Muss man erwähnen, dass der Wassenberger Bürgermeister kein SPD-Mandat hat? Hat er nicht – aber Manfred Winkens fand viele lobende Worte, die das Streben der sozialdemokratischen Partei nach Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität würdigten in einer Zeit, als die Industrialisierung Deutschlands noch höhere Opfer von großen Teilen der Bevölkerung forderte als die Globalisierung der Gegenwart.

Der SPD-Ortsverein Wassenberg hat diese Ausstellung mit 20 Rollups, die die Geschichte der SPD in Wort und Bild darstellen, in die Begegnungsstätte geholt. Der Ortsvereinsvorsitzende Leo Stassny hieß unter den vielen Gästen auch Franz-Josef Breuer, Ehrenbürger der Stadt Wassenberg, herzlich willkommen. Der Vorsitzende des Heimatvereins Wassenberg, Sepp Becker, hielt eine Ansprache, die den historischen Werdegang der sozialdemokratischen Partei lebendig vor Augen führte. Sepp Becker erinnerte an Ferdinand Lassalle, den Wortführer der frühen deutschen Arbeiterbewegung. Becker: „Mit seinem Charisma hat er viele Menschen erreicht.“

Die damals von den Sozialdemokraten geforderte Abschaffung der Kinderarbeit sei heftig diskutiert worden, da befürchtet worden sei, dass ohne Kinderarbeit die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands gegenüber dem Ausland geschwächt würde. Becker erinnerte an die 16- und-mehr-Stunden-Tage in den Jahren um 1850, als ein Arbeitsunfall das „Aus“ des Arbeitsverhältnisses bedeutet habe und ein verlorener Arm allenfalls mit „einer kleinen Gabe“ des Arbeitgebers honoriert worden sei.

Über die „Frauen in der SPD“ referierte die Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, Ulla Meurer. Zum Thema „Freiheit-Gerechtigkeit-Solidarität“ sprach der SPD-Unterbezirksvorsitzende und Bundestagskandidat Norbert Spinrath. „Ein besseres Land kommt nicht von alleine“, war Wassenbergs Bürgermeister Manfred Winkens in den Sinn gekommen, als er sich überlegt hatte: „Was sagst Du als CDU-Mitglied auf der Geburtstagsparty der SPD.“

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