Chor 7: Fröhlichkeit steckt Publikum und den Chor an

Von: hl
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Hückelhoven. Sozusagen von Afrika über Italien bis Nordamerika spannte sich der musikalische Bogen beim Sonntagskonzert des Chores 77 im Haus am See in Ratheim. Unter der Überschrift „ernst und heiter“ gab es eine Stunde lang Musik mit vielen Themen und Stilrichtungen, die im bis auf den letzten Platz besetzten Haus am See den sonnenreichen Tag noch schöner zu machen schien.

Und dass dies auch gelang, dazu trug wesentlich der Chorleiter und Pianist Guido Janssen bei, dessen Fröhlichkeit auch den Chor ansteckte.

Bei der Vorbereitung zum Konzert schien jemand besondere hellseherische Fähigkeiten gehabt zu haben: „Blue Skies“ (blaue Himmel) traf genau die Wetterlage an diesem strahlend schönen Sommertag am See. „You make it Rain for Me“ (Du lässt es für mich regnen) ist ein vom Chor schon seit langem mit viel Begeisterung gesungenes Lied. In „The Gift To Be Simple“ wurde die Freiheit besungen, die man durch Einfachheit gewinnt. Im traditionellen „Oh Shenandoah“ aus den USA geht es um die Liebe zu einem Indianermädchen an den Ufern des Missouri. Nicht ganz zur Tageszeit passte „Goodnight, sweat-heart“, was der Dirigent auch augenzwinkernd vermerkte.

Sehr traurig ging es zu beim Song „Tears in Heaven“ (Tränen im Himmel), in dem der Sänger und Gitarrist Eric Clapton den Verlust seines früh verstorbenen Sohnes musikalisch zu bewältigen sucht. In „Ain’t Misbehavin“ wird ein melancholischer Mensch porträtiert, der brav zu Hause bleibt, Radio hört und seine Liebe für eine(n) Einzige(n) aufspart.

Bekannte Schlager bestimmten den zweiten Teil des Konzertes, bei denen sogar einige Besucher mitsangen: „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“, vor gut 60 Jahren vom Schmusesänger Rudi Schuricke in Deutschland bekannt gemacht, hat auch heute noch kaum von seinem schmalzigen Charme verloren.

Mit „Wochenend und Sonnenschein“, seinerzeit durch die Comedian Harmonists bekannt geworden, passte genau in die Stimmung des Tages. Man hätte den Wald auch durch den See ersetzen können. In die neuere Schlagergeschichte gehörte ein Medley mit Liedern von Udo Jürgens: „Aber bitte mit Sahne“, „Mit 66 Jahren“ und „Ich war noch niemals in New York“. Die hintergründige Gesellschaftskritik machte offensichtlich Akteuren und Zuhörern viel Spaß.

Mit dem fröhlichen Gotteslob aus Botswana „Sana, Sananina“ ging das Konzert zu Ende, bei dem es zum guten Schluss allerdings noch einen Kanon gab, bei dem das Publikum erkennbar sangesbegeistert mitsang: „Calypso Ostinato“ hieß das Stück, das seinen Ursprung in den Kolonien der Karibik hat und stark rhythmusbetont ein besonderes Lebensgefühl ausdrückt.

Nach Blumen für den Chorleiter, viel Beifall und natürlich einer Zugabe ging für die Sängerinnen und Sänger der Morgen noch nicht zu Ende: Es schloss sich das Sommerfest des Chores an, bei dem ab und zu auch Gänse mit ihren Jungen vorbeischauten.

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