Heinsberg - „Cello pur“: Klassikfreunde erleben puren Musikgenuss

„Cello pur“: Klassikfreunde erleben puren Musikgenuss

Von: Johannes Bindels
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Johanna Peiler begeisterte bei ihrem Konzert mit dem Titel „Cello pur“ das Publikum. Foto: Johannes Bindels

Heinsberg. Mehr als 60 Musikfreunde lauschten dem bemerkenswerten Soloprogramm der Cellistin Johanna Peiler im Rondell der Jugendmusikschule in Heinsberg. Was den Klassikfreunden an diesem Abend geboten wurde, war musikalisch ein Genuss – und von der Programmabfolge lehrreich und unterhaltsam.

Beim anspruchsvollen zweistündigen Programm spielte Peiler Werke von Johann Sebastian Bach, Max Reger und Nigel Clarke.

Johanna Peiler (Violoncello) studierte Musik in Köln und am „Koninklijk Conservatorium Brussel“, wo sie 2012 ihren „Master of Music“ erhielt. Seit 2012 unterrichtet sie in der Jugendmusikschule Heinsberg. Neben ihrer musikpä-dagogischen Arbeit ist ihr das aktive Konzertspiel wichtig.

In den ersten beiden Programmbeiträgen hatte Johanna Peiler die Suite für Violoncello solo Nr. 2 d-Moll, BWV 1008 von Johann Sebastian Bach und die Suite für Violoncello solo Nr. 2 d-Moll, op. 131c von Max Reger, ausgewählt.

Mit ihrer klugen Auswahl sehr anspruchsvoller Stücke spielte Peiler mit Bach eine Suite barocker Musik und mit Reger eine romantische Interpretation.

Virtuosität

Dass Johanna Peiler mit ihrem dritten Beitrag Suite für Violoncello solo Nr. 3 C-Dur, BWV 1009, ein weiteres Stück von Bach aus seinen sechs Suiten für Violoncello ausgewählt hatte, verwunderte nicht. Auch bei diesem Stück zeigte sie ihre große Virtuosität und bewies, wie gut sie ihr Instrument beherrscht.

Die mit einer großen Klarheit und Sicherheit gespielten Stücke von Johann Sebastian Bach nahmen die Zuhörer bald mit auf eine musikalische Reise in eine ganz andere Zeit, weit weg von der Hektik des digitalen Zeitalters.

Mit ihrem letzten Programmbeitrag „Spectrosope“ führte Johanna Peiler ihre Zuhörer in die moderne Welt der Musikinterpretation des jungen Komponisten Nigel Clarke ein. Clarke habe sie in Brüssel kennengelernt, erklärte Peiler ihren Zuhörern. Sein Stück – in vier kurzen Sätzen – lotete die Möglichkeiten des Violoncellos in der ganzen Bandbreite aus.

Souverän und brillant spielte Peiler vom „klagenden Bass“ bis zur „jubilierenden, fast kreischenden Geige“ auf dem Cello.

Stehende Ovationen

Peiler präsentierte ein Cellospiel, das bei den Zupfpassagen wie die musikalische Intonierung eines japanischen Gedichts klang, im nächsten Teil dann wie eine unter Vollgas stehenden Maschine.

Die Zuhörerschaft war begeistert und brachte ihre Wertschätzung durch stehende Ovationen zu Ausdruck.

Mit einer Zugabe und den Klängen einer spanischen Musikweise belegte Johanna Peiler ein weiteres Mal die große Virtuosität ihres Cellospiels.

Dieser Abend war für alle Anwesenden ein Genuss.

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