Cello-Oktett : Ein Blick ersetzt den Dirigenten

Von: Anna Petra Thomas
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Acht Celli in einem Ensemble: Die Gruppe Ô-Celli begeisterte bei seiner Deutschland-Premiere seine Zuschauer und Zuhörer im Heinsberger Rondell in Heinsberg. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Vor drei Jahren habe er das Cello-Oktett namens Ô-Celli gemeinsam mit Ensemble-Mitglied Jorin Jorden auf CD gehört, erzählte Jugendmusikschulleiter Theo Krings zu Beginn eines sehr ungewöhnlichen Konzerts mit acht Cellisten im Rondell im Klevchen. „Seitdem wusste ich, die will ich unbedingt mal in Heinsberg hören.“

Erfüllt wurde ihm und einem am Ende rundherum begeisterten Publikum dieser Wunsch dank einer Kooperation mit der VHS. „Und wir sind dabei, uns noch ganz andere verrückte Dinge auszudenken“, schmunzelte er in Richtung des zuständigen VHS-Fachbereichsleiters Ingo Rümke. Versprochen hatte Krings schon vor dem Auftritt das Hörerlebnis eines ganzen Symphonieorchesters, und das wurde es dann auch, wobei die acht Musiker erstaunlicherweise ganz ohne Dirigent auskamen. Ein Blick reichte, wo sonst ein Dirigentenstab arbeitet.

Die ersten beiden klassischen Stücke, die Ouvertüre zu „Die Macht des Schicksals“ von Giuseppe Verdi (1813 bis 1901) und „Der Feuervogel“ von Igor Strawinsky (1882 bis 1971), hatten mit Alexandre Beauvoir und Corinna Lardin Musiker des Ensembles selbst bearbeitet. Sie hatten auch schon in Filmen Verwendung gefunden, wie etwa „Der Feuervogel“ im Disney-Film Fantasia 2000.

Das dritte Stück, die Suite „De la pointe au talon“, eine Originalkomposition von Harold Noben, wurde dem Programm „KinÔcelli“ mit Filmmusiken da nicht so ganz gerecht. „Den Film dazu müssen Sie selber erfinden“, scherzte Corinna Lardin, die den Abend gemeinsam mit Jorin Jorden und Alexandre Beauvoir auf Deutsch moderierte.

Nach der Pause begeisterten die acht Musiker das Publikum weiter, nicht allein mit dem Spiel ihrer Bögen auf den Saiten ihrer Celli. Sie nutzten auch deren Holzkörper in einem eindrucksvollen Zusammenspiel durchaus auch als reine Percussion-Instrumente. Auf dem Programm stand zunächst eine Suite aus „La Strada“ von Nino Rota (1911 bis 1979). Es folgten drei Tangos von Astor Piazzolla (1921 bis 1992), wie das Stück zuvor ebenfalls in einer Bearbeitung von Sébastian Walnier.

Deutschland-Premiere feierte dann nicht nur das Ensemble der frankophonen Spitzenmusiker-Szene, sondern auch eine Originalkomposition für „Ô-Celli“ von Orio Curixent, genannt „Fa Do“ und gedacht als „salonfähige Version des brasilianischen Karnevals. Der Komponist hatte es sich übrigens nicht nehmen lassen, dieser Aufführung in Heinsberg auch selbst beizuwohnen, und erntete natürlich selbst ebenso den verdienten Beifall für sein Stück.

„Drei Krimis…“ kamen zum Schluss daher, und dazu gehörte sehr zum Gefallen des Publikums auch eine Version von „Paulchen Panther“ für acht Celli. Ohne Zugaben ließ das Publikum den „musikalischen Freizeitverein“, wie Beauvoir die Gruppe bekannter Opernsolisten und Kammermusiker scherzhaft und völlig untertrieben nannte, natürlich nicht gehen.

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