CDU spricht sich für Schließung beider Freibäder aus

Von: Daniel Gerhards
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Bäder vor dem Aus: Das Freibad in Kirchhoven war 2013 zuletzt geöffnet. Demnächst soll es – wie auch das Freibad in Oberbruch – dauerhaft geschlossen werden. Foto: Daniel Gerhards

Heinsberg. Die Tage der Freibäder in Oberbruch und Kirchhoven sind wohl gezählt. Nachdem ein eigens eingerichteter Arbeitskreis empfohlen hatte, die beiden Freibäder zu schließen, positioniert sich nun auch die Heinsberger CDU: Die Ratsfraktion folge dem „einstimmigen Ergebnis“ des Arbeitskreises.

Damit dürfte das Aus beider Bäder besiegelt sein.

Jahresdefizit: eine Million Euro

Hintergrund sind in erster Linie hohe Kosten für die beiden Freibäder, die der Stadt über den Kopf zu wachsen drohen. Denn das jährliche Defizit der Freibäder und des Hallenbades beträgt laut CDU mehr als eine Million Euro. Zusätzlich werden mittelfristig größere Investitionen nötig: In das Freibad Kirchhoven müssten mehr als zwei Millionen Euro, in das Freibad Oberbruch mehr als eine Million Euro und in das Hallenbad mehr als zwei Millionen Euro gesteckt werden. Zu diesem Schluss kommt ein Bädergutachten, das die Stadt 2013 in Auftrag gegeben hatte.

Zuletzt war jeden Sommer eins der beiden Freibäder geöffnet. Das Hallenbad war geschlossen, wenn ein Freibad geöffnet war. Das Freibad Oberbruch öffnete in diesem Jahr – „aus technischen Gründen“ – verspätet.

Ein weiteres Problem: Den hohen Kosten stehen „geringe Besucherzahlen“ gegenüber, die zudem weiter rückläufig seien. In das Freibad Oberbruch kamen im vergangenen Jahr knapp 21.000 Badegäste, 2013 war das Freibad geschlossen, 2012 gingen gut 32.000 Menschen in das Oberbrucher Freibad. Das Freibad Kirchhoven hatte zuletzt 2013 geöffnet, damals kamen knapp 32.000 Badegäste, 2012 war das Bad geschlossen, 2011 kamen gut 21.600 Besucher.

Beim Hallenbad ist der Negativtrend noch deutlicher: Im vergangenen Jahr kamen gut 20.400 Besucher, im Jahr 2013 waren es gut 29.000, 2012 gut 37.000 Badegäste und im Jahr 2011 besuchten gut 36.500 Gäste das Hallenbad.

Als Gründe für die Schließung beider Freibäder führt die CDU unter anderem an, dass sie nicht von den Schulen genutzt würden, da die Unterrichtsstunden dann nicht unabhängig vom Wetter planbar seien, außerdem könnten Jugendliche seltener ins Freibad gehen, weil ihnen im Ganztagsschulbetrieb weniger Zeit dafür bleibe.

Ein weiterer Grund für mangelnde Besucherzahlen sei, dass es viele Alternativen zu den Freibädern gebe: den Lago Laprello in Heinsberg, den Aldofosee in Hückelhoven-Ratheim und große Spaßbäder in etwas weiterer Entfernung.

Am Ende werden die Freibäder aber wohl des Geldes wegen geschlossen: „Nach Auswertung aller Kriterien ist die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Heinsberg der Meinung, dass eine finanzielle Unterstützung des Bäderbetriebs von mittlerweile mehr als einer Million Euro jährlich in der derzeitigen angespannten Haushaltslage unverantwortlich ist“, schreibt die Fraktion in einer Stellungnahme.

Gleichwohl soll das Hallenbad künftig das ganze Jahr über geöffnet bleiben. Gesundheitsvorsorge, Schwimmausbildung und -sport sollen auch weiterhin das ganze Jahr über möglich sein.

Schlussendlich muss die Gesellschafterversammlung der Heinsberger Stadtwerke über die Zukunft der Bäder entscheiden. Die nächste Sitzung des Gremiums ist noch nicht terminiert, sie soll nach den Sommerferien stattfinden. Das Votum der CDU-Fraktion spricht dafür, dass das Aus der beiden Freibäder so gut wie beschlossen ist. Denn die Union verfügt in der Gesellschafterversammlung über eine deutliche Mehrheit.

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