Capella Quirina: Neujahrskonzert auf höchstem Niveau geboten

Von: Anna Petra Thomas
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Der Kammerchor Capella Quirina Neuss und das Barockensemble Concert Royal Köln gestaltete das Neujahrskonzert in der Christuskirche in Heinsberg. Foto: Anna Petra Thomas
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Großartig: Gesangssolisten waren Tilman Koegel aus Heinsberg (vorne) und Elisa Rabanus aus Düsseldorf. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Eigentlich feiert die Evangelische Kirche ihre 500 Jahre Reformation bereits seit dem 31. Oktober vergangenen Jahres. Doch es schien, als seien die Feierlichkeiten zumindest in Heinsberg erst mit dem Neujahrskonzert in der Heinsberger Christuskirche ganz offiziell eröffnet worden.

So sprach Pfarrer Sebastian Walde dem großen Ensemble aus Sängern und Instrumentalisten am Ende neben seinem Dank auch seine Bewunderung aus. Er würdigte das Konzert als einen Höhepunkt gleich zu Beginn des kulturellen Jahresprogramms in der Christuskirche, als „eine ganz besondere Perle“ anlässlich des Reformationsjubiläums.

„Das macht Freude und weckt zugleich Erwartungen“, so Walde. Zugleich verband er seine kurze Rede mit den besten Wünschen für das neue Jahr und zitierte aus der Bach-Kantate (BWV 191) „Gloria in excelsis Deo“, die dem Konzert auch seinen Titel gegeben hatte: „Et in terra pax – Friede auf Erden, ein Wunsch, der uns wohl alle bewegt.“

Wunderbare Klänge

Wohl selten zuvor waren die Besucher in der komplett besetzten Christuskirche mit diesem Konzert dem Komponisten Bach so nahe, im wörtlichen und im übertragenden Sinne. Mehr als 40 Musiker fanden auch auf der zur Bühne erweiterten Altarfläche kaum Platz, sodass einige der Sängerinnen während ihres Vortrags sogar auf Stühlen stehen mussten. Bei voller Besetzung schien der Kirchenraum derart erfüllt von all den wunderbaren Klängen alter Instrumente und schöner Stimmen, dass man sich dem Werk dieses Komponisten nun wirklich nicht mehr hätte entziehen können. Doch warum auch, bei diesem Hochgenuss der Musik aus dem 17. und 18. Jahrhundert!

Bereits am Tag zuvor hatten der Kammerchor Capella Quirina aus Neuss und das Barockensemble Concert Royal aus Köln, 2015 mit dem Klassik-Echo ausgezeichnet, ihr Konzert im Quirinusmünster in Neuss dargeboten, dessen Kantor Dirigent Joachim Neugart ist. Dank der Vermittlung des Heinsberger Presbyters Tillman Koegel war es möglich geworden, diese Aufführung auch nach Heinsberg zu holen. Koegel singt selbst in diesem Kammerchor, der zu den Spitzen-Kammerchören in Nordrhein-Westfalen gezählt wird.

Mit dem Eingangschor zu Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium, „Jauchzet, frohlocket! Auf, preiset die Tage“ präsentierte Neugart gleich zu Beginn das komplette Ensemble. Nicht erst da war das Publikum begeistert. Schon beim Stimmen der alten Instrumente war es mucksmäuschenstill gewesen in der Kirche, um jedem einzelnen Ton lauschen zu können. Mit ihrer Oboe d´amore, die vor allem in der evangelischen Kirchenmusik der Barockzeit Verwendung fand, überzeugte Karla Schlöter als Solistin im Concerto G-Dur für Oboe d´amore, Streicher und Basso continuo von Johannes Martin Dömming (1703-1760).

Den Kirchenraum erfüllt

Der weitere Verlauf des Konzerts „gehörte“ Bach. Ganz besonders erfüllte seine Komposition den Kirchenraum bei der doppelchörigen Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied“ (BWV 225), die sich inhaltlich mit den Psalmen 149 und 150 befasst. Mit Rufen und Gegenrufen traten die beiden Chöre zunächst zueinander in Beziehung, bevor sie dann gemeinsam einstimmten in „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn, Halleluja!“ (Psalm 150,6).

Zwei Bach-Kantaten vervollständigten das Programm. In der ersten, „Jauchzet Gott in allen Landen“ (BWV) glänzten allen voran Trompeter Gábor Hegyi und Sopranistin Elisa Rabanus.

Bei der Weihnachtskanate „Gloria in excelsis Deo“ (BWV 191) war der zweite Satz einem Duett von Sopran, hier wieder Elisa Rabanus, und dem Tenor Tilman Koegel vorbehalten.

Zugabe gerne gewährt

Nicht nur das Publikum mit viel Ovationen, sondern auch der Pfarrer persönlich baten um eine Zugabe, die natürlich gerne gewährt wurde.

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