Canthe präsentiert im Alten Rathaus Werke des Expressionismus

Von: hl
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Im Alten Rathaus von Ratheim hatte die Künstlergruppe Canthe zur Vernissage „Tanz – Akt& Erotik“ eingeladen. Dr. Christine Vogt erläuterte eines der Bilder dem Vorsitzenden von Canthe, Helmut Neußer. Foto: Koenigs

Hückelhoven. „Tanz – Akt & Erotik“ hieß die Ausstellung, die am Wochenende im Alten Rathaus in Ratheim zu sehen war. Der Kunstverein Canthe hatte bedeutende grafische Werke des Expressionismus präsentiert. Und viele Kunstinteressierte waren zur Vernissage am Samstagabend gekommen, unter denen manche allerdings den einen oder anderen Vertreter der Stadt vermisst hatten.

In seiner Begrüßung gab Vorsitzender Helmut Neußer einen Überblick über die geschichtlichen Hintergründe der Ausstellung, angefangen mit dem letzten Jahrhundert im deutschen Kaiserreich bis in die ersten Jahre der Weimarer Republik. Das Kaiserreich sei zwar wirtschaftlich sehr erfolgreich, aber auch von militärischem Denken und dem Großbürgertum geprägt gewesen und auch verkrustet und prüde.

Und wie diese alteingesessenen Kräfte aufzubrechen seien, darüber hätten junge Künstler zum Beispiel in der Künstlergruppe „Die Brücke“ nachgedacht, um so eine Kunst jenseits des bürgerlichen Zwangs zu etablieren („Die Brücke“ bestand von 1905 bis 1910, eine für Individualisten ziemlich lange Zeit.) Zu Hilfe gekommen seien ihnen dabei die Welt des Theaters, des Zirkus, des Varietés, der Artisten und des vielfältigen Nachtlebens, die sich alle außerhalb des überkommenen und spießigen Bürgertums befunden hätten.

In die etwa zwei Dutzend Werke von neun bedeutenden Vertretern der expressionistischen Grafik führte Dr. Christine Vogt ein, Direktorin der Ludwig-Galerie Schloss Oberhausen und im Übrigen ein gerne gesehener Gast bei der Canthe. Mit großer Sachkenntnis, Enthusiasmus und auch mit Humor zeigte sie die Besonderheiten und auch das Neue an dieser Art von Grafik auf.

Und sie tat dies stellvertretend für andere an Werken von Otto Mueller, Max Pech-stein, Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff und Emil Nolde.

Allen gemeinsam sei die Suche nach Neuem und nie Dagewesenem gewesen, was sich zum Beispiel in der Verbindung von ekstatischem und subjektivem Gefühl ausgedrückt habe. Zu diesem Neuen hätten unter anderem gehört die Akte und besonders die Erotik, die manchmal einen Stich ins Rotlicht gehabt habe.

Dr. Vogt erklärte auch die verschiedenen Techniken und Materialien, mit denen die Künstler gearbeitet hatten. Und teilweise sei das verwendete Material in die künstlerische Aussage mit einbezogen worden. Kennzeichnend sei auch gewesen, dass die Künstler mit manchen der Dargestellten befreundet gewesen wären. Und die Kunst außereuropäischen Kulturen sei mit einbezogen worden.

Mit großem Beifall wurden die Ausführungen der Referentin bedacht, die mit ihren Erklärungen zu einer längst vergangenen Kunst viel zu deren Verständnis beigetragenen hatte. Und dieses Verständnis konnten die Besucher bei einem anschließenden Rundgang vertiefen und zu eigenen Empfindungen und Gefühlen in Beziehung bringen. Und bei dem Beschäftigen mit den ausgestellten Kunstwerken wurde auch deutlich, dass schon ein gehöriges Maß an Liebe zur Kunst vorhanden sein muss, um Werke in solcher Vielzahl und Qualität zu sammeln.

Nach den Ausführungen von Christine Vogt wies Helmut Neußer darauf hin, dass man wieder das Vergnügen habe, sie zu hören: im Oktober bei der Ausstellung der Heinsberger Künstlerin Christa Walter.

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