Canthe-Jahresausstellung hat das Thema „en miniature“

Von: hl
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Im Alten Rathaus von Ratheim stellen die Mitglieder des Kunstvereins Canthe ihre Miniaturwerke aus. Zu ihnen zählt auch Renate Schell. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Die Künstlergruppe Canthe hatte zur Vernissage ins Alte Rathaus in Ratheim eingeladen. Und der Vorsitzende Dr. Hans Latour konnte viele Kunstinteressierte begrüßen, vielleicht auch wegen des ungewöhnlichen Themas der Ausstellung: „en miniature“.

Das Thema kann man vielleicht übersetzen mit „Kunst im Kleinstformat“. Die Einführung hielt die Aachener Kunsthistorikerin Alexandra Simon-Tönges.

Die traditionelle Jahresausstellung der Gruppe steht immer unter einem gemeinsamen Motto, das oft nach langen Diskussionen erst gefunden wird. Diesmal hatte man sich drauf geeinigt, dass das einzelne Kunstwerk nicht größer sein durfte als 5x5x5 Zentimeter –„es ist eine nicht zu unterschätzende Herausforderung, auf Größe zu verzichten“, sagte Alexandra Simon-Tönges zu Beginn ihrer Einführung, die sowohl von viel Sachkenntnis als auch von großem Einfühlungsvermögen in die einzelnen Werke geprägt war.

Die Botschaft erschließen

Die Referentin erinnerte daran, dass Miniaturen schon immer das Interesse der Menschen geweckt hätten, wie zum Beispiel die Puppenstube oder die Modelleisenbahn. Im Bereich der Kunst würde vor allem das handwerkliche Können im Mittelpunkt stehen; und sie nannte neben manchen anderen zwei Künstler, die einmal eine Skulptur in ein Nadelöhr gesetzt und zum anderen Miniaturskulpturen aus Bleistiftspitzen geschnitzt hätten. „Immerhin mutet das Format dieser Ausstellung gegen Nadelöhre und Bleistiftspitzen geradezu riesig an.“

Das Besondere der Miniaturen war, dass der Betrachter sich voll auf die Inhalte konzentrieren musste, ansonsten wären die Aussagen verloren gegangen. Und erst bei dieser inneren Sammlung vor den Kunstwerken erschloss sich deren Botschaft – wenn eine solche überhaupt beabsichtigt war. Simon-Tönges stellte die einzelnen Werke vor und charakterisierte das jeweils Spezifische, wodurch auch den Besuchern beim Rundgang eine große Hilfe gegeben wurde.

Großer Facettenreichtum

Die elf „Minimalisten“ waren Gert Jäger, Toni Jansen, Renate Schell, Helmut Machat, Henriette Echghi, Laura-Helene Förster, Janice Orth, Peter Röttges, Miroslav Sigut, An-dreas Jörissen und Michael Borgulat. Und das einzig Gemeinsame war die vorgegebene Größe (in diesem Fall wohl treffender Kleine), ansonsten gab es die unterschiedlichsten Inhalte. Da ging es um die Schnittstelle zwischen Spiel und Kunst; die Spannung zwischen Liebe und Stärke; die Menschheitsträume vom Fliegen und der Technisierung; das Bild des Menschen an sich; die Bedeutung des Kunstwerkes im gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang; das Pro-blem der Freiheit und der Selbstbestimmung; das Ausgesetzt-Sein des Menschen gegenüber Einflüsterungen aller Art; die Heilige Schrift mit ihrer Botschaft; die Übermacht des Geldes ohne soziales Gewissen und Rücksichtnahme auf den Menschen; die Lebendigkeit des Wassers und die Farbigkeit des Herbstes.

Und wie gesagt: Dies alles auf 5x5x5 Zentimetern.

Die Ausstellung ist noch am kommenden Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

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