Hückelhoven - Canthe-Ausstellung: Der Baum wird zum Thema

Canthe-Ausstellung: Der Baum wird zum Thema

Von: hl
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Auf Einladung des Kunstvereins Canthe stellten Andreas Joerißen (l. hinter seiner Skulptur) und der Maler und Kunstwissenschaftler Dieter Schneller ihre Werke aus. Foto: Koenigs

Hückelhoven. „Bäume - Träume – Seelenräume“ war der vielversprechende Untertitel zu der Canthe-Ausstellung „Andreas Jörißen trifft Dieter Schneller“, die im Alten Rathaus in Ratheim eröffnet wurde. Vorsitzender Dr. Hans Latour konnte eine überraschend große Anzahl von Kunstinteressierten begrüßen, stellte die beiden Künstler kurz vor und gab dann das Wort an Daniel Beuthner, Privatgelehrter und Philosoph aus Duisburg.

In einer Art Vorlesung ging Beuthner nicht nur einzelne Arbeiten ein, also auf das, was die Besucher auch sehen konnten, sondern stellte diese Arbeiten in größere Zusammenhänge und hob die hinter dem Zu-Sehenden verborgenen Wirklichkeiten hervor.

So sei in Schnellers Schaffen der Baum mit allen seinen in der Sprache vorkommenden Wortverbindungen ein zentrales Thema, das manchmal an Gesten und Verhaltensweisen von Menschen erinnere und „keine frei erfundenen Ausdrücke, sondern eher gefundene Ausdrücke, die auf einem guten Auge und einem jahrzehntelangen präzisen Studium der Natur basieren, wie es sich auch in den zahlreichen Skizzen und Studien dieser Ausstellung dokumentiert“.

Und man blicke nicht einfach nur in die reale Natur, sondern betrete eine Art übernatürlicher Welt, die etwa im Traum die Gesetze der Physik aufhebe.

Ein Hingucker

Und Beuthner weiter: „Beide Künstler kennen ihre Bäume. Beide studieren ihre Wachstumsprinzipien und suchen das Besondere und zuweilen Skurrile in ihnen, das ihre Bäume aus der Menge der Legebatteriepflanzungsergebnisse monokultureller Forstwirtschaft hervorhebt.“

Aus den Arbeiten von Jörißen hob der Referent besonders zwei hervor: Einmal das Exponat „Der Aufbruch“, eine Skulptur aus einem mehrere Millionen alten Holzstück, „eine sich reckende, ja sich den Rücken überdehnende menschliche Gestalt, die mit erhobenen Armen und aneinander gelegten Handflächen sozusagen unter Spannung sich im Aufbruch zum Sein befindet“.

Zum anderen den „Vogelboten“ in Anlehnung an Gemälde von Hieronymus Bosch, den er als Meisterstück bezeichnete. Dieses Werk war auch sozusagen der Hingucker der Ausstellung und ist demnächst im Begas-Haus in Heinsberg zu sehen.

Die Denkanstöße und Deutungen von Beuthner waren so vielfältig, dass man sie nicht gleich verarbeiten konnte. Aber sie waren eine große Hilfe beim Betrachten der einzelnen Kunstwerke und gaben außerdem Anregungen, in unserer so vordergründig erscheinenden Welt wieder einmal die Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen.

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