Café Samocca soll ins Begas Haus einziehen

Von: Dettmar Fischer
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: KoKoBe-Mitarbeiterin Katrin Hennes (l.) moderierte ein Treffen des lokalen Teilhabekreises Heinsberg für Menschen mit und ohne Behinderung bei dem der Pressereferent der Lebenshilfe Heinsberg, Georg Kohlen (2.v.l.), das Konzept des zukünftigen Samocca-Cafés im Begas Haus vorstellte. Foto: Dettmar Fischer

Heinsberg. Das dritte Treffen des lokalen Teilhabekreises Heinsberg für Menschen mit und ohne Behinderung, organisiert von KoKoBe für den Kreis Heinsberg und der Caritas Gemeindesozialarbeit, fand im Heinsberger Rathaus statt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Katrin Hennes, Mitarbeiterin von KoKoBe (Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsangebote für Menschen mit geistiger Behinderung).

Zentraler Programmpunkt der Veranstaltung war ein Vortrag von Georg Kohlen, Pressereferent der Lebenshilfe. Er stellte das Samocca-Café vor, das Mitte nächsten Jahres im Museum Begas Haus in Heinsberg eröffnet werden soll. Samocca ist ein Projekt des Samariterstifts Neresheim, einer Einrichtung für über 600 alte, behinderte und psychisch kranke Menschen.

Im Café Samocca arbeiten Menschen mit Behinderungen im Rahmen einer ausgelagerten Werkstattgruppe und leisten im Rahmen ihrer Fähigkeiten Großartiges, wie Georg Kohlen bei seinem Besuch im ersten Samocca-Café in Aalen selbst erfahren durfte. Neben sortenreinen Kaffees aus den verschiedensten Anbaugebieten der Welt werden auch hauseigene Mischungen nach den Methoden traditioneller Kaffeemanufakturen geröstet und aufgebrüht.

Samocca funktioniert nach dem „Franchise-System“, ähnlich wie die Burger-Ketten, nur auf einem anderen Niveau und mit behinderten Menschen im Service. Im Samocca werden neue Arbeitsbereiche für Menschen mit Handicaps geschaffen. Georg Kohlen: „Abgerechnet wird mit einem Kassensystem, das auf die Fähigkeiten der Mitarbeiter zugeschnitten ist. Es ist ein einfaches, aber ein funktionierendes System.“

Unter dem Aspekt „fordern und fördern” arbeiten die behinderten Mitarbeiter in den verschiedenen Arbeitsfeldern im gesamten Café-Bereich weitestgehend selbstständig. Erste Erfahrungen mit einem Samocca-Café konnte die Lebenshilfe Heinsberg bereits in der Wegberger Mühle sammeln. „Das Café in Heinsberg wird aber sicherlich noch mal eine andere Nummer“, prognostiziert Georg Kohlen, der sich auch um das kulturelle Programm im Café kümmern wird. Museumspädagogische Projekte mit inklusivem Charakter in Zusammenarbeit mit dem Museum sind vorgesehen. Im Museums-Café Samocca werden zwölf Außenarbeitsplätze für Menschen mit Behinderung entstehen. Durch Kooperation der Lebenshilfe Heinsberg, der Stadt Heinsberg und dem Museum entstehe ein lebendiger Kulturort für Jedermann, erläuterte Kohlen.

Über regelmäßige Veranstaltungen biete sich hier die Gelegenheit, eine für die gesamte Region einmalige Begegnungsstätte ganz im Sinne des Inklusionsgedankens entstehen zu lassen.

Ob mit oder ohne Behinderung, ob Klein oder Groß, ein vielfältiges Angebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Behinderung soll dazu dienen, neue Kontakte zu knüpfen, sich auszutauschen, Neues zu schaffen und zu erleben und einfach nur Spaß zu haben.

Geplant sind auch Ausstellungen von Künstlern etwa der Kunstwerkstatt Lebenshilfe Aachen und Kunst-Workshops von Menschen mit und ohne Behinderung. Kohlen: „Im Sinne der Inklusion werden Menschen mit Behinderung von Beginn an in das Projekt einbezogen.“

Auch die Weiterarbeit am Schwerpunktthema Barrierefreiheit wurde beim Treffen des lokalen Teilhabekreises Heinsberg fortgesetzt. Konkrete Barrieren im Verkehr für Rollstuhlfahrer wurden aufgezeigt und sollen 2013 in einem neuen Arbeitskreis aufgegriffen werden.

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