Cäcilia 1846: 170 Jahre Freude an Gesang und Gemeinschaft

Von: Monika Baltes
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Um den Altar von St. Peter und Paul in Wegberg versammelt: Der Kirchenchor Cäcilia von 1846 Wegberg, hier bei der letzten Probe vor der Festmesse zum 170-jährigen Bestehen. Foto: Monika Baltes

Wegberg. „Wir sind mit Sicherheit der älteste Kirchenchor in Wegberg“, sagt Joseph Grün über den Kirchenchor Cäcilia 1846 Wegberg an St. Peter und Paul in Wegberg. Er selbst ist seit 63 Jahren dabei. Sein 170-jähriges Jubiläum feierte der Chor mit einer Festmesse, der Missa Brevis in C (Orgelsolomesse) von Mozart.

„Das passt gut, denn Mozart ist lebhaft, beschwingt und fröhlich“, meint seine Frau Helmi, die dem Chor seit elf Jahren angehört. Als Schriftführerin gehört sie zum fünfköpfigen Team (Bernhard Krischer, Hedwig Reiners, Iris Grötschel, Theo Groß), das dem Chor vorsteht.

170 Jahre sind kein rundes Jubiläum, aber mit Sicherheit ein bemerkenswertes. 53 Mitglieder hat der Chor, 15 Männer, 38 Frauen, verbunden durch die Freude am Gesang. Zum Lobe Gottes, zur Freude der Zuhörer und weil „Singen die Seele befreit“.

Jenseits der 50 sind die Akteure, „die beiden jungen Leute, die dabei waren, haben ihr Studium aufgenommen“, bedauert Helmi Grün. Sie sind lange vorbei, die Zeiten, in denen jedes unentschuldigte Fehlen mit sechs Pfennigen Strafe belegt wurde, wie die Aufzeichnungen aus dem Jahre 1853 belegen.

Jeden Dienstag um 19.30 Uhr treffen sich die Sänger im Refektorium des alten Klosters zur Probe. „Wir kommen mit Freude zur Probe“, sagen die Chormitglieder. Wer fehlt, ist krank oder im Urlaub. Nach der Probe setzen sie sich noch ein wenig zusammen, Cäcilienfest und Weckmann-Essen, Grillfeiern und Ausflüge stärken das Gemeinschaftsgefühl. Die erlebbare Gemeinschaft ist dann auch der am zweithäufigsten genannte Grund auf die Frage, warum denn der Kirchenchor so reizvoll sei, gleich nach der Freude am Gesang.

Seit 2014 leitet der ausgebildete Kirchenmusiker Karl Hütz den Chor, und die Sängerinnen und Sänger sind begeistert. Viel zu tun habe ihr Chorleiter immer, meist komme er schnell „angeflogen“, er sei anspruchsvoll, aber motivierend. „Und wir sind sicherer und besser geworden“, sagt Helmi Grün. Ein „Allrounder“ sei der Dirigent, den die Damen respektvoll „Chef“ nennen. „Der Chef kommt, sein Mantel ist schon da“, kommentierten sie die Ankunft von Karl Hütz bei der letzten Probe vor der Festmesse. Er hatte eilig seinen Mantel in die Kirche gereicht, um noch Scheinwerfer aus dem Wagen zu holen.

Als würde ein 170-jähriges Jubiläum nicht reichen, gab es zusätzlich ein Jubelpaar in der Festmesse, die Goldhochzeiter Margarete und Slobodan Mladenovi. Die Goldbraut ist Mitglied des Kirchenchores, und auf ihren Wunsch erklang als zweiter Zwischengesang „Denn die Herrlichkeit Gottes des Herrn“ und zum Auszug das „Halleluja“, beides von Händel. Begleitet wurde der Wegberger Chor vom Orchester camerata wegbergensis, den Solisten Debra Hay (Sopran), Annelie Bolz (Alt) Manfed Feldmann (Tenor) und Yasiyuko Toki (Bass) und an der Orgel Helmut Misgaiski und Ulrich Kebeck.

Wenn sich der Chor etwas wünschen könnte zu diesem Jubiläum, dann würde er sich junge Mitglieder wünschen, damit die uralte Tradition des Chorgesangs fortgeführt wird. „Und dass unser Chorleiter uns noch lange erhalten bleibt.“

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