„Buure Maat“: Hautnah das Landleben in die Stadt geholt

Von: Anna Petra Thomas
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Wunderschön herbstlich dekoriert führte ein Oldtimer der Kirchhovener Schlepperfreunde den Korso mit Blütenprinzessin Xenia Bell an. Foto: Anna Petra Thomas
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Knapp 40 Radler beteiligten sich an der zweiten E-Bike-Tour der Initiative „HS emobil“ mit Gästeführerin Anette Tanz vom Verein Westblicke. Foto: Anna Petra Thomas
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Den Tieren ganz nahe sein konnten die Kinder im Eselgehege von Hans Gschwendtner auf dem Marktplatz. Die Vierbeiner ließen alle Streicheleinheiten geduldig über sich ergehen. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Über Sonnenschein freuen sich Landwirte genauso wie über Regen. Zum Auftakt des „Buure Maat“ in der Heinsberger Innenstadt hätten sich die Teilnehmer allesamt aber eher die Sonne gewünscht. Doch dann, als habe jemand den Wasserhahn zugedreht, war es zur offiziellen Eröffnung am Mittag auf den Stufen des Marktbrunnens, die Marktorganisator Günter Kleinen kurzerhand als neue „Naturbühne“ der Stadt präsentierte, plötzlich trocken.

Den Regenschirm noch in der Hand hieß Peter Gering, Vorsitzender des Gewerbe- und Verkehrsvereins, hier zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft willkommen, darunter ganz besonders Vertreter der Landwirtschaftskammer NRW, der Kreisbauernschaft und der Landfrauen. „Das ist wirklich ein Bild, das seinesgleichen sucht“, lobte er das Werk von Kleinen mit Blick auf die zahlreichen landwirtschaftlichen Gefährte und die Tiere, die den Marktplatz bevölkerten. Ein ganz besonderer Dank ging dabei an Hans-Peter Clev, Chef von Pechtheyden Landtechnik in Rath-Anhoven. Er hatte moderne, große Traktoren und weitere Maschinen mitgebracht, bei deren Anblick vor allem die Fans moderner Maschinentechnik auf ihre Kosten kamen. Als Dank für diese Unterstützung überraschte Bäcker Jürgen Dick ihn und seine Mannschaft mit einer großen Torte, verziert mit großen blauen Traktoren.

Nachdem auch Bürgermeister Wolfgang Dieder nur lobende Worte für die „tolle Veranstaltung“ gefunden hatte, ergriff der evangelische Pfarrer Sebastian Walde als Schirmherr das Wort. „Ich habe gar keinen Schirm mitgebracht“, erklärte er schmunzelnd und präsentierte stattdessen die Kirchenmaus aus der Christuskirche. Die Schirmherrschaft über den „Buure Maat“ zu übernehmen, sei für ihn eine große Ehre. „Hier treffen sich Menschen vom Land und aus der Stadt. Hier treffen sich Mensch und Tier“, fuhr er fort, „nicht nur die hohen Tiere, die gerade hier sind, auch Esel, Pferde und Geflügel.“

Früher seien die Pfarrer sogar mit Land entlohnt worden. Heute sei alles viel abstrakter. Veranstaltungen wie der „Buure Maat“ in Heinsberg würden den Menschen wieder näherbringen, wie viel Mühe es auch heute noch koste, Nahrungsmittel herzustellen, sagte er. „Die Besucher werden feststellen, dass die Pizza nicht von alleine in den Supermarkt kommt, sondern sie viel menschlicher Arbeit und den Segen des Himmels bedarf.“

Der Eröffnung folgte ein kleiner Korso durch die Innenstadt, angeführt von einem liebevoll geschmückten Oldtimer-Traktor der Kirchhovener Schlepperfreunde mit der Blütenprinzessin Xenia Bell und ihrem Blumenmädchen. Dahinter zogen zwei süddeutsche Kaltblüter von Alfons Schnitzler aus Waldfeucht einen Planwagen. Es folgten Klaus und Susanne Krenkers aus Unterbruch mit ihren großen „Shire Horses“ aus Großbritannien. Besonders ansprechend präsentierte sich auf der Tour durch die Stadt die Fußgängerzone, wo Strohballen und weitere herbstliche Dekorationen mit Blumen und Früchten viel fürs Auge boten.

Für die Kinder war vor allem der Marktplatz interessant, denn hier durften sie neben Pferden, zu denen sich noch Reitpferde aus dem Reitstall in Pütt gesellten, auch die Esel von Hans Gschwendtner in Wassenberg streicheln. Zweifellos der Star war hier der kleine Merlin, gerade mal zwei Monate alt. Heiß begehrt waren aber auch die Tennisbälle in der Fußgängerzone. Wer damit die hier aufgestellte Sonnenblume in der Mitte traf, dem flog ein Schaumkuss entgegen. Abgerundet wurde das Programm am Samstag und am verkaufsoffenen Sonntag durch weitere Verkaufsstände, von denen viele ins Marktprogramm passten mit dem Angebot von Gewürzen, Senf, Obst oder Gemüse und Räucherfisch. Ein Abstecher lohnte zu den Hobbykünstlern in der Stadthalle. Knapp 40 Radler machten sich am Sonntag im Rahmen der zweiten E-Bike-Tour der Initiative „HS emobil“ auf den Weg Richtung Roerdalen. Höhepunkte am Abend waren die Rundfahrten der Schlepperfreunde aus Kirchhoven, denen sich am Sonntagabend auch die Eicherfreunde aus Wassenberg anschlossen.

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